UNO verschreibt Palais des Nations eine Frischekur

Die UNO-Generalversammlung gibt grünes Licht für die Totalsanierung des Palais des Nations in Genf. Diese sei bitter nötig, um den Gebäudekomplex für die «Anforderungen der Zukunft zu rüsten», schreibt das Aussendepartement.

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Ja zur Renovierung des UNO-Sitzes in Genf

1:02 min, aus Tagesschau am Mittag vom 24.12.2015

Die UNO-Generalversammlung in New York hat der Renovierung des Palais des Nations in Genf zugestimmt. Für das kommende Jahr gab das Gremium eine erste Tranche von 33 Millionen Franken für das Projekt frei.

Der Entscheid sei für die Schweiz von grösster Bedeutung, betont das Aussendepartement in einer Mitteilung. Ein zeitgemässer und funktionaler UNO-Sitz sei wesentlich, um den internationalen Standort Genf zu stärken.

Gebäude in über 80 Jahren nie saniert

Das Gebäude der Vereinten Nationen in Genf von vorne.

Bildlegende: Die Botschaft ist in New York angekommen: Das UNO-Gebäude in Genf ist renovationsbedürftig. Keystone

Als wichtigstes Konferenzzentrum der UNO beherbergt das Palais des Nations pro Jahr mehr als 10'000 Tagungen und empfängt mehr als 100'000 Besucherinnen und Besucher. Das Gebäude aus den 1930-er-Jahren ist seit seinem Bau noch nie umfassend renoviert worden. Immer häufiger sind deshalb Reparaturen fällig.

Der Bundesrat erachtet eine Gesamtsanierung als dringend notwendig, um die Sicherheit der Menschen zu garantieren, die dort ein- und ausgehen. Geplant sind auch Verbesserungen bei der Energieeffizienz, bessere Zugänglichkeit für behinderte Menschen sowie eine Erhöhung der Anzahl Arbeitsplätze.

Schweiz leiht UNO 400 Millionen Franken

Die Renovation des Palais des Nations ist auf insgesamt 836,5 Millionen Franken veranschlagt. Der Bund will das Sanierungsprojekt mit einem zinslosen Darlehen über 400 Millionen Franken unterstützen – gemeinsam mit dem Kanton und der Stadt Genf. Die jeweiligen Parlamente müssen dies aber noch absegnen.

Die Kosten für das Projekt seien ein «grosser Brocken» für die Vereinten Nationen, eine Organisation, die «permanent unter Geldknappheit leidet», sagt SRF-Redaktor und UNO-Kenner Fredy Gsteiger. Denn das zentrale Budget der UNO – ohne Sonderkommissionen – betrage weniger als drei Milliarden Franken pro Jahr.

Bereits teure Renovationen im New York

«Da schenkt das, was man in Genf ausgeben muss, durchaus ein», so Gsteiger. Hinzu komme, dass die UNO in den letzten Jahren auch ihren Sitz in New York renovieren musste. Auch das habe sehr viel gekostet. «Die Schweiz musste jahrelang dafür lobbyieren, damit eine positive Entscheidung für Genf fällt.»