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Schweiz Unterhaltsmangel verursachte Zugunfall in Daillens

Der Zugunfall in Daillens (VD) ist auf mangelhafte Achslagerbuchsen zurückzuführen. Die Mängel könnten eine beträchtliche Anzahl von Waggons betreffen, die noch im Einsatz sind.

Mängel bei der Montage von Achslagerbuchsen könnten Ende April zur Entgleisung von sechs Tankwagen in Daillens VD geführt haben. Zu diesem Schluss kommt die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) in ihrem Zwischenbericht. Sie ortet ein latentes Sicherheitsproblem.

Darum verlangt die Sust vom Bahnunterhalt Sofortmassnahmen, wie sie mitteilte. Die Ende Oktober bei einer Inspektion festgestellten Mängel im Unterhalt könnten eine beträchtliche Anzahl von Achslagerbuchsen betreffen, die aktuell im Einsatz sind.

Deutsches Unternehmen für Wartung verantwortlich

Die Sust empfiehlt dem Bundesamt für Verkehr (BAV), alle Bahnwagenbesitzer zu informieren, welche ihre Wagen bei dem deutschen Unternehmen warten liessen, welches die Wartung auch beim Verursacherwagen der Entgleisung in Daillens vorgenommen hatte. Die Radachsen könnten Unregelmässigkeiten beim Rollmaterial verursachen.

Die Besitzer solcher Wagen sollten sie einer Kontrolle unterziehen und gegebenenfalls die entsprechenden Reparaturen vornehmen, schreibt das Untersuchungsorgan. Das deutsche Wartungsunternehmen habe die nötigen Zertifikate für die Arbeiten besessen.

Entgleister Wagen wurde 2011 zuletzt gewartet

Das BAV teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit, es habe sich der Sache sofort angenommen, als es von der Sust über die Untersuchungsergebnisse informiert worden sei. Der Bund sei bereits daran, die Massnahmen umzusetzen.

Der Wagen, der die Entgleisung auslöste, gehörte dem deutschen Unternehmen VTG. Er war zuletzt im August 2011 gewartet worden und seither 43'000 Kilometer weit verkehrt.

Besorgte Waadtländer Regierung

Das Unternehmen ist vom BAV nach dessen Angaben informiert worden, die notwendigen Schritte einzuleiten, um die Probleme zu lösen. Das Bundesamt habe von der Firma auch eine Liste ihrer Kunden gefordert, die umgehend über die Materialfehler in Kenntnis gesetzt werden müssten.

Die Waadtländer Regierung zeigte sich trotz dieser Bekenntnisse zur Sicherheit besorgt. Nach der Lektüre des Sust-Berichts seien die Zweifel gross, es blieben viele offene Fragen, sagte Staatsrätin Nuria Gorrite. Sie forderte das BAV mit Nachdruck auf, das Dossier ernst zu nehmen.

Unfall im April

Zu der Entgleisung kam es am 25. April gegen 3 Uhr morgens bei einem Gütertransport zwischen Basel und Lausanne.

Die Komposition umfasste insgesamt 22 Wagen. Sechs Tankwagen entgleisten, worauf 25 Tonnen Schwefelsäure und drei Tonnen Natronlauge ausliefen. Das verseuchte Erdreich musste abgetragen und rund 500 Meter beschädigte Bahnlinie repariert werden.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Stephan Lobsiger (Stephan Lobsiger)
    Tja,das gibt den SBB, wieder die möglichkeit , die ticketpreise zu erhöhen.Schliesslich kostet das ja sicher viel geld, alle wagen zu überprüfen. Da muss dann wieder das "goldene kalb" , der zugpassagier dran glauben und noch mehr , für weniger SBB- leistung, bezahlen müssen. Irgendwann sollte aber auch der schweizer merken, dass er immer nur gemolken wird von unserer so "geliebten" SBB.
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    1. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Ihr (falscher) Rundumschlag gegen die SBB, muss ich leider (als ehemaliger Mitarbeiter) korrigieren, geehrter Herr Lobsiger: Seit bald 16 Jahren ist SBB-Cargo ein "selbstständiger" Betriebszweig der Bundesbahn. Das Rollmaterial, Personal und die nötigen Infrastrukturen muss durch CARGO selber "eingefahren" werden! Ihre kritisierten "Ticketpreise" als Passagier, hat mit der mangelhaften Achsbüchse in Daillens nichts zu tun! Die SBB-Cargo müssen aber nach diesem Unfall richtige Schlüsse ziehen!
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    2. Antwort von Adrian Flükiger (Ädu)
      @Lobsiger: Nun, wenn Sie den Bericht richtig lesen würden (das schliesst das Verstehen natürlich noch nicht mit ein), könnten auch Sie feststellen, dass das Wägelchen der Firma VTG gehört. Eine deutsche Bude, welche am Unterhalt spart. Schlussfolgerung: Transportkonzession auf der Stelle entziehen und den ganzen entstandenen Schaden mit einem saftigen Bussgeld obendrauf in Rechnung stellen.
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