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Unterschätzte Gefahr Weisser Hautkrebs auf dem Vormarsch

Häufiges Sonnenbaden, mangelnder Sonnenschutz und helle Haut zählen zu den wichtigsten Ursachen für weissen Hautkrebs. Zwar ist er im frühen Stadium gut behandelbar; doch ist die Haut geschädigt, kann der Krebs immer wieder kommen.

Legende: Video Weisser Hautkrebs – Unterschätzte Gefahr abspielen. Laufzeit 18:40 Minuten.
Aus Puls vom 28.05.2018.

Sonne kann Hautkrebs auslösen. Viele denken dabei an den schwarzen Hautkrebs, das Melanom. Er ist sehr gefährlich. Pro Jahr erkranken daran rund 2700 Menschen – mehr als zehn Prozent davon sterben.

Doch viel häufiger ist der weisse Hautkrebs. Und: Er wird immer häufiger. Seit den 70er-Jahren haben sich die Fälle etwa verdreifacht. Bis zu 25'000 Menschen in der Schweiz erkranken pro Jahr daran – etwa jeder Dritte ist im Alter betroffen. Das ergeben Hochrechnungen der Schweizerischen Krebsliga. Die gute Nachricht: Weniger als ein Prozent sterben daran.

Exakte Zahlen gibt es keine. Im Gegensatz zum schwarzen Hautkrebs ist der weisse Hautkrebs in der Schweiz nicht meldepflichtig. Je nach Schätzung nehmen die Zahlen zwischen fünf bis zehn Prozent pro Jahr zu. Das mag vor allem daran liegen, dass es mehr ältere Menschen gibt. Weisser Hautkrebs trifft vor allem Menschen über 60. Die Folge von langjähriger Schädigung der Haut durch UV-Strahlen.

Gegen Hautkrebs vorbeugen

Vorstufen von weissem Hautkrebs, die sogenannte Aktinische Keratose und Morbus Bowen, sind gut behandelbar. Deshalb lohnt sich eine Früherkennung. In diesem Stadium hat bereits eine Zellveränderung stattgefunden. Ohne Behandlung kann sich daraus ein Karzinom bilden. Nur ein Teil der Vorstufen entwickelt sich zu invasivem weissem Hautkrebs und ist dann meistens gut zu entfernen.

Doch da weisser Hautkrebs vor allem auf den Sonnenterrassen der Haut auftritt, also auf Glatze, Nase, Wangen oder Ohren, können höchst unerfreuliche Narben zurückbleiben. Durch Operationen entstandene Wunden müssen nicht selten mit Hilfe von transplantierter Haut verschlossen werden.

Einem Pickel zum Verwechseln ähnlich

Die häufigste Form von Hautkrebs und auch der häufigste Krebs überhaupt heisst Basalzellkarzinom. Dabei bildet sich ein glasig-weisses bis rötliches Knötchen, das oft einem Pickel ähnlich sieht. Es kann bluten und Krusten bilden.

Metastasen bilden sich nur selten, doch nach einer Behandlung häufig zu Rezidiven. Das heisst, es kommt zu erneuten Tumoren an derselben oder einer anderen Stelle.

Unbehandelt wachsen Basalzellkarzinome in die Breite und Tiefe. Sie können Gewebe, Knorpel und Knochen zerstören. Das kann Entstellungen zur Folge haben und in seltenen Fällen zum Verlust eines Auges, Ohrs oder der Nase führen.

Knoten, die verhornen

Weniger häufig bildet sich ein Spinalzellkarzinom. Dabei handelt es sich um sichtbare Knoten, die mit der Zeit verhornen und eine Kruste bilden. Manchmal brechen sie auf und bluten oder Flüssigkeit tritt aus.

Spinalzellkarzinome können im fortgeschrittenen Stadium in die Nerven oder bis in die Muskulatur hineinwachsen, benachbarte Lymphknoten befallen und Metastasen in Lunge, Leber oder Knochen bilden.

Legende: Video Behandlung: Vereisen, Licht-Therapie, Operation abspielen. Laufzeit 03:25 Minuten.
Aus Puls vom 28.05.2018.

Manche Medikamente machen Haut empfindlicher

Risikofaktoren für weissen Hautkrebs sind: ein heller Hauttyp, ein geschwächtes Immunsystem und gewisse Medikamente. Wer etwa Immunsuppressiva einnimmt, hat ein über hundertfach erhöhtes Risiko, an weissem Hautkrebs zu erkranken.

Gegen Hautkrebs hilft nur eins: konsequenter Schutz vor UV-Strahlen. Wer beruflich im Freien arbeitet oder sich sonst oft im Freien aufhält sollte sich zwingend vor der Sonne schützen – mit Sonnencrème Faktor 50 und entsprechender Kleidung.

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