Vasellas Entschädigung wird zum Juristenfutter

72 Millionen Franken – die Abgangsentschädigung für Novartis-CEO Daniel Vasella sorgt nicht nur für Empörung. Der Deal hat auch rechtliche Konsequenzen.

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Vasellas Abgeltung hat juristische Folgen

1:22 min, aus Tagesschau am Mittag vom 17.2.2013

Hans-Jacob Heitz, Aktionärsschützer und ehemaliger Bundesverwaltungsrichter, will gegen Vasella und den Novartis-Verwaltungsrat am Montag eine Strafanzeige einreichen. Wie Heitz der «Tagesschau» bestätigte, wird er die Führung des Pharmakonzerns wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung anzeigen.

«Dies verstösst ganz klar gegen das Aktiengesetz»

Der Verteidiger von Kleinanlegern wirft Novartis vor, die Abgangsentschädigung mit einem obstrusen Konstrukt getarnt und so an den Aktionärsvertretern vorbeigeschleust zu haben.

Heitz

Bildlegende: Geht gegen das Novartis-Führungsgremium vor: Hans-Jacob Heitz. SRF

«Durch Herrn Vasella und den Verwaltungsrat von Novartis wurden die Rechte der Aktionäre mit Füssen getreten», sagt Heitz weiter. Ohne je darüber informiert zu haben, habe man hinter dem Rücken der Aktionäre versucht, die 72 Millionen in die Taschen von Herrn Vasella zu führen. «Dies verstösst ganz klar gegen das Aktiengesetz». Denn das Gesetz verlange, dass Vergütungen offengelegt werden müssen.

Der Basler Pharmakonzern soll den zweistelligen Millionenbetrag bereits vor drei Jahren bei der St. Galler Privatbank Wegelin hinterlegt haben. So berichtete der Finanzblog «Inside Paradeplatz».

Millionen zum Schutz des Konkurrenzverbots

Daniel Vasella soll die Summe dafür erhalten, dass er nach seinem Abgang nicht für Konkurrenten von Novartis arbeitet. Den Betrag bekommt der 59jährige verteilt über die nächsten sechs Jahre.

Die Nachricht über die Millionen-Abfindung löste einen Sturm der Entrüstung aus. Wirtschaftsvertreter, Politiker und selbst Bundesräte zeigten sich empört.