Vaterschaftstests im Internet boomen

Laut Schätzungen ist jedes 20. Kind ein so genanntes Kuckuckskind. Diese Kinder werden von einem vermeintlichen Vater grossgezogen. Recherchen zeigen nun, in der Schweiz werden illegale Vaterschaftstests im Ausland von misstrauischen Vätern rege in Anspruch genommen.

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0:00 min, vom 17.8.2017

Immer mehr Schweizer lassen einen Vaterschaftstest im Ausland machen. Im Internet boomen entsprechende Angebote. Ein Anbieter aus Holland sagt gegenüber «10vor10»: «Wir haben aus der Schweiz 10 bis 15 Kunden pro Woche.» In 30 bis 40 Prozent der Fälle sei der Verdacht berechtigt.

Auch beim Beratungsteam des «Beobachters» sind Vaterschaftstests regelmässig ein Thema. Es gebe bis zu fünf Anfragen pro Tag, sagte Berater Walter Noser der Sendung. Von einem Test im Ausland sei jedoch abzuraten. Das sei für Schweizer illegal. «Man darf einen solchen Test nicht ohne das Einverständnis der Mutter machen.»

Vaterschaftstest gleich nach der Geburt

Um das Leid für alle Beteiligten zu lindern, schlägt Noser vor: «Ein Paar sollte gleich nach der Geburt entscheiden ob man einen Vaterschaftstest machen will. Und wenn man sich dagegen entscheidet, soll man kein Recht mehr haben, später zu klagen.»

Nicht erfreut über diesen Vorschlag sind die Frauenorganisationen. Rosmarie Zapfl von Alliance F sagt dazu: «Jede Frau würde so unter Generalverdacht stehen, dass der Partner, den sie als Vater angibt, nicht der Vater ist.»