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Schweiz VBS-Chef Parmelin: «Wir haben noch genug Flugzeuge»

Just an dem Tag, an dem der Bundesrat auf Tuchfühlung mit dem Volk ist, erreicht ihn die traurige Nachricht vom jetzt sicheren Tod des F/A-18-Piloten. VBS-Chef Guy Parmelin reagierte bestürzt, rief aber gleichwohl zur Besonnenheit auf. Die Luftwaffe könne ihren Luftpolizei-Auftrag weiter ausführen.

Legende: Video VBS-Chef Parmelin zum Zustand der Luftwaffe abspielen. Laufzeit 2:29 Minuten.
Aus SRF News vom 31.08.2016.

Eigentlich hätte es für den Bundesrat ein besonderer und auch festlicher Tag werden sollen. Das Regierungsgremium ist im Rahmen seines traditionellen «Bundesrat extra muros» zu Besuch in Glarus.

Doch die traurige Gewissheit, dass der Pilot des abgestürzten F/A-18-Kampfjets tot ist, überschattet den Anlass. Fragen zum Zustand der Schweizer Luftwaffe verdrängen die übrigen Themen.

VBS-Chef Guy Parmelin äusserte sich gegenüber SRF tief bestürzt über die Todesnachricht des F/A-18-Piloten. Er sei sehr traurig und wünsche der Familie und den Angehörigen viel Kraft in dieser schwierigen Zeit.

Keine voreiligen Schritte

Wie immer, wenn es einen Unfall in der Armee gebe, werde eine Untersuchung eingeleitet. Man müsse aber zunächst analysieren und dann erst beurteilen, ob etwas falsch gemacht worden sei. Dann erst seien – wenn nötig – Massnahmen zu treffen.

Mit einem Flugzeug weniger müsse die Luftwaffe nun ihre Verpflichtungen analysieren, so Parmelin. Den Luftpolizei-Auftrag 24/7 müsse sie weiterhin erfüllen. «Wir haben noch genug Flugzeuge.» Zuerst müsse man genau wissen, was passiert ist.

Wird Flugzeug-Beschaffung beschleunigt?

Das Kampfjet-Unglück habe keinen Einfluss auf die Beschaffung neuer Flugzeuge, betont der VBS-Chef. Seit Februar erarbeite eine Expertengruppe ein Konzept für die Luftwaffe der Zukunft. Im Moment sei es nicht nötig, in dieser Sache rascher vorwärts zu machen, so Parmelin. «Wir wollen kühlen Kopf bewahren.»

Zu Gast im «Zigerschlitz»

Am Morgen war der gesamte Bundesrat in Glarus zu seiner traditionellen Sitzung «extra muros» eingetroffen. Bundespräsident Johann Schneider-Ammann betonte, dass ihm das Glarnerland am Herzen liege – nicht nur wegen seinen Erinnerungen an alte Bergsteigerzeiten, sondern auch aus unternehmerischer Sicht.

Die «extra muros»-Sitzungen des Bundesrates haben Tradition. 2010 war der Start, dieses Jahr tagt der Bundesrat zum elften Mal ausserhalb des Bundesratszimmers. Damit will die Landesregierung seine Verbundenheit zu den Regionen ausdrücken und mit der Bevölkerung in Kontakt treten.

Offizieller Empfang in Glarus

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11 Kommentare

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  • Kommentar von R. Kiener (Eidgenosse)
    Seit Jahren sollten es für die Schweiz nicht Kampflugzeuge sondern Kampfhelikopter sein, fürs Gebirge sowie flache Landteile optimal ! Mein Favorit ist die APACHE AH-64,die ist mit allen Optionen ausgestattet !
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      Zum Glück wird die Schweiz nicht von selbsternannten Stammtisch-Generälen verteidigt. Ein AH-64 ist für luftpolizeiliche Aufgaben denkbar schlecht geeignet und auch im Verteidigungsfall ist das Verhältnis von Kosten und Nutzen in keiner Weise vertretbar.
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    2. Antwort von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
      Herr Ducrey, welchen Verteidigungsfall sehen sie am Horizont? Sie lesen zu viele Militärzeitschriften oder Rechtspropaganda. Die CH braucht keine Kampfflieger, sondern ein Konzept gegen den unsichtbaren Gegner in Wirtschaft, Internet, Terror... die Zeiten der Kriegsführung sind längst anders geworden. Die Generäle wollen dies nicht einsehen, weil sie ihre guten Jöbchen verlieren würden...
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  • Kommentar von Alfonso Contria (Infowars)
    Die FA 18 gibt es auch Occasion, wenn man es nicht zahlen kann.
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  • Kommentar von Willy Boller (Willy Boller)
    Wo auf dieser Welt ist denn so etwas überhaupt möglich, dass sich die Landesregierung in corpore aufs Land hinaus begibt und mir nichts, dir nichts, unter das Volk mischt? Ich meine, auch in anderen "normalen und zivilisierten" Ländern kann die Belvölkerung lediglich von einem derartigen Anlass träumen. Als Schweizer bin ich richtiggehend stolz, dass unser Bundesrat solche Veranstaltungen ermöglicht und wahrnimmt!
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