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Schweiz Verbilligter Strom: Die Liste der 29 Profiteure

Alle Schweizer Stromverbraucher bezahlen eine Abgabe zur Förderung von Ökostrom. Einzige Ausnahme: 29 Industriebetriebe erhalten Rabatt. Die Schweizerische Energiestiftung kritisiert: Privathaushalte müssten den Rabatt für die Industrie finanzieren, berichtet «10vor10».

Legende: Video Die Profiteure des verbilligten Stroms abspielen. Laufzeit 4:03 Minuten.
Aus 10vor10 vom 20.02.2013.

Sieben Giessereien und fünf Papierfabriken müssen nicht die volle Ökostrom-Förderabgabe bezahlen. Auch drei grosse Glasfabriken profitieren. Das zeigt die Liste der 29 rabattberechtigten Grossverbraucher des Bundesamtes für Energie. 

Jürg Buri von der Schweizerischen Energiestiftung kritisiert diese Rabatte: «Je weniger die Industrie bezahlt, desto mehr kostet die Ökostrom-Förderung die Privathaushalte.»  Die Förderabgabe für Ökostrom beträgt heute für alle 0.45 Rappen pro Kilowattstunde. Damit werden Solar- und Windanlagen subventioniert.

Die Industrie fordert deutlich mehr Rabatte 

«Für uns ist die Entlastung überlebenswichtig», sagt Klemens Gottstein von der Papierfabrik Perlen gegenüber «10vor10». Konkurrenten im Ausland könnten viel billiger Strom beziehen. Die Papierfabrik erhält jedes Jahr rund eine Million Franken Rabatt.

Die Schweizerische Energiestiftung kritisiert, teilweise würden die falschen Firmen profitieren. So erhalten auch die Schweizerischen Rheinsalinen Rabatt. Jürg Buri: «Es leuchtet nicht ein, warum ein Monopolbetrieb entlastet werden soll». Die Rheinsalinen hätten keinen Wettbewerbsdruck und lieferten nur in die Schweiz, so Buri. Demgegenüber fordert die Industrie, deutlich mehr Rabatte. Am Donnerstag, 21. Februar 2013, diskutiert die Energiekommission des Ständerats über das Thema.

Die Liste der 29 Firmen mit Rabatt  

  • Aarepapier AG, Alu Menziken Extrusion AG, CABB AG, Carbagas AG, Cham Paper Group Schweiz AG, Constellium Valais SA, Erie-Electroverre SA, Exten SA, Hermann Bühler AG, Hrand Djevahirdjian SA, InnoPlastics AG, Saint-Gobain Isover SA, Jura-Cement-Fabriken AG, Juracime SA, Kalkfabrik Netstal AG, Kronospan Schweiz AG, PanGas Ag, Pavatex AG, Perlen Papier AG, Saber Swiss Quality Paper AG, Schweizer Rheinsalinen AG, Stahl Gerlafingen AG, Swiss Steel, Timcal SA, Utzenstorf Papier Gruppe, Vetropack AG, vonRoll casting (emmenbrücke) AG, vonRoll casting (pipesystems) sa, vonRoll casting (rondez) sa.

Quelle: Bundesamt für Energie

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20 Kommentare

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  • Kommentar von C.E.C.Yeager, Schweiz
    Also ich finde die Förderabgaben ja generel etwas Deplaziert. Die Post hat das geändert, anstelle mehr für die CO2 Abgabe zu bezahlen, hat sie diese permanent eingerechnet. Ein -in einem gewissen sinne- bessere Variante wäre die Förderabgaben da aufzuerlegen, wo CO2 produziert, oder wie hier KEIN Ökostrom genutzt wird. Nachteil: Der wechsel könnte plötzlich so schnell vorsich gehen, dass die nötigen Fördereinnahmen aus bleiben. :(
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  • Kommentar von Armin Bühler, Chur
    Wie in Deutschland erhalten so grosse Stromverbraucher den Fünfer und's Weggli. Zum einen müssen sie keine Einspeisevergütungen bezahlen und zum anderen profitieren sie von den durch die erneuerbaren Energien gedämpften Grosshandelsstrompreise: http://www.taz.de/!101066/
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  • Kommentar von Huber, Reinach
    Die Einsparung ist anscheinend so gross, dass sich mit dem Ersparten noch mehr Interessenvertreter zahlen lässt. Anstelle Rabatt, sollten Stromsparmassnahmen eingeführt werden. Leider fehlt bis heute jeglicher finanzieller Anreiz den Energiebedarf zu senken. Ein Investitionsprogramm um Sparmassnahmen zu eruieren und umzusetzen, würde den Unternehmen auf lange Frist die grösseren Vorteile bringen. Und es wäre nicht, wie jetzt, zum Nachteil der kleinen.
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