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Verkehrsbetriebe profitieren Teurer Express-Zuschlag beim Zürcher Fundbüro

Legende: Audio Teurer Express-Zuschlag beim Fundbüro abspielen. Laufzeit 4:33 Minuten.
4:33 min, aus Espresso vom 14.03.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer in einem Tram oder Bus der Verkehrsbetriebe Zürcher VBZ etwas liegen lässt, wird zur Kasse gebeten.
  • Bei einem Expressauftrag kostet die Rückgabe 90 Franken – der Finderlohn kommt noch dazu.
  • Dass es auch kundenfreundlicher geht, zeigen die Berner Verkehrsbetriebe Bernmobil.
  • Wenn der verlorene Gegenstand gefunden wird, können die Kunden die Sachen direkt beim Chauffeur abholen – kostenlos.
  • Und auch auf dem Fundbüro kostet die Rückgabe bei Bernmobil lediglich fünf bis zehn Franken.

Eine Hörerin des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» war auf dem Nachhauseweg von einer Klavierstunde. In einem Bus der Verkehrsbetriebe Zürcher (VBZ) liess sie ihre Handtasche liegen. Vor der Haustüre bemerkte sie das Malheur.

Sofort ging sie zurück zur Haltestelle und fragte einen anderen Buschauffeur, was sie machen solle: «Er informierte sofort die Leitstelle und sagte, ich solle doch mit ihm mitfahren, bis er Antwort von der Leitstelle habe», erzählt die Hörerin. Schon kurze Zeit später informierte sie der Chauffeur, dass die Tasche abgegeben worden sei. Sie könne sie im Fundbüro der VBZ abholen.

Happiger Express-Zuschlag

Erleichtert machte sich die Hörerin auf dem Weg zum VBZ-Fundbüro. Doch dort erlebte sie eine böse Überraschung: «Die Mitarbeiterin verlangte von mir happige 90 Franken für die Rückgabe der Tasche. Den Finderlohn musste ich noch extra bezahlen.» Sie rundete den Betrag auf 110 Franken auf, ärgert sich aber: «Eigentlich hätte ich das Geld lieber dem ehrlichen Finder gegeben als der VBZ.»

Daniela Baldauf ist Leiterin des zentralen Fundbüros der Stadt Zürich, wo auch die Fundsachen der VBZ abgeliefert werden. Sie erklärt, dass die VBZ für wichtige Gegenstände einen Express-Service wichtige Gegenstände wie Schlüssel, Handy, Laptop oder lebenswichtige Medikamente anbiete. Für diese Dienstleistung müssten neben den normalen Gebühren noch 50 Franken extra bezahlt werden: «Bis jetzt hatten wir deswegen keine Reklamationen. Die Leute sind happy, wenn sie ihre Sachen wiederhaben.»

Expressgebühr nur bei Erfolg

Zudem decke die Gebühr die Kosten nicht. Bei einer Express-Suche würde die Leitstelle den betroffenen Bus direkt anfunken. Wenn die Tasche beim Chauffeur abgegeben worden sei, werde diese von einem extra aufgebotenen Mitarbeiter abgeholt und ins Fundbüro gebracht.

Baldauf betont, dass de Express- und die Rückgabegebühr nur fällig sei, wenn die Handtasche auch gefunden werde.

Bei Bernmobil ist Express-Service gratis

Dass es auch anders geht, zeigen die Berner Verkehrsbetriebe Bernmobil. «Bei uns gibt es keine Express-Gebühr für verlorene Handtaschen», sagt Rolf Meier, Mediensprecher von Bernmobil. Wenn Fahrgäste etwas im Tram oder Bus liegen lassen würden, dann werde der Chauffeur über die Leitstelle informiert.

«Wenn die Handtasche oder das Handy gefunden wird, dann können die Kunden die Sachen direkt wieder beim Chauffeur abholen. Wir sagen ihnen jeweils, wann das Fahrzeug wieder an einer bestimmten Haltestelle ist.» Dieser Dienst ist erst noch kostenlos. «Wir sehen das als eine Dienstleistung an unsere Kunden an», sagt Meier.

Eine Express-Gebühr wie in Zürich sei nicht geplant. Andere Fundsachen kommen am nächsten Tag ins Bernmobil-Fundbüro und können dort abgeholt werden. «Dafür verlangen wir je nach Gegenstand fünf bis zehn Franken. Wenn Kinder ihr Stofftierli oder den Schulthek liegen lassen, bekommen sie die Sachen gratis zurück», sagt Rolf Meier von Bernmobil.

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