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Verletzte und schwer Erkrankte Rega über die Festtage stark ausgelastet

Airbus Helicopters EC 145.
Legende: Ein Rega-Helikopter (Airbus EC 145) im Einsatz. Keystone
  • In den vergangenen vier Tagen hat die Rega 180 Einsätze geflogen.
  • In drei Vierteln der Fälle mussten verunfallte Wintersportler gerettet werden.
  • Am meisten standen die Rega-Helikopter in Mollis (GL), in Graubünden und im Berner Oberland im Einsatz.

Vom Weihnachtswochenende bis zum Stephanstag hat die Rega rund 180 Rettungseinsätze durchgeführt. Neben Krankheitsfällen betrafen drei Viertel der Helikopter-Einsätze verunfallte Wintersportler.

Zudem repatriierten Ambulanz-Flugzeuge der Rega zwei Patienten aus Thailand und zwei weitere aus Südamerika. Dabei wurden die Patienten aus der gleichen Region gemeinsam in einem Ambulanz-Jet zurück in die Schweiz gebracht, teile die Rega mit.

Rettungseinsätze dank Ausnahmebewilligungen

Bei fünf Helikopter-Einsätzen nutzten die Piloten die seit Samstag in Kraft getretene Ausnahmebewilligung des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL). So konnten Rega-Helikopter den Militärflugplatz Emmen im Instrumentenflug anfliegen, um durch den Hochnebel bis unterhalb der Nebeldecke weiter zum Kantonsspital Luzern zu fliegen.

Ohne Bewilligung waren bislang Instrumentenanflüge in Emmen nach 17 Uhr und an Wochenenden nicht möglich. Einer der betroffenen Patienten war ein Mann, der auf einem nächtlichen Tauchgang verunfallte und zur Behandlung von Luzern in die Druckkammer des Universitätsspitals Genf geflogen werden musste.

Tiefflugnetzwerk für Instrumentenflugverfahren

Seit Samstag kann die Rega verschiedene Destinationen neu auch während der Nacht unterhalb der Nebeldecke anfliegen. Dank dem Tiefflugnetzwerk (Low Flight Network, LFN), können Helikopter auch bei schlechter Sicht im sogenannten Instrumentenflugverfahren (IFR) auf vordefinierten Routen fliegen.

Das System LFN basiert auf Satellitennavigation und verbindet Flugplätze und Spitäler mit den Einsatzbasen der Rega. Quasi auf einer Flugstrasse fliegt der Helikopter mittels Autopilot entlang einer gespeicherten Flugroute und kann so auch bei schlechter Sicht im Instrumentenflugverfahren (IFR) fliegen.

Verschiedene Routen im LFN, etwa Anflüge auf die Militärflugplätze Emmen und Meiringen sowie der IFR-Anflug zum Inselspital Bern, konnte die Rega bereits nutzen – allerdings nur tagsüber. Mit der Ausnahmebewilligung des BAZL ist das jetzt auch in der Nacht möglich.

Die beiden Hauptflugrouten Nord-Süd über den Gotthardpass und Ost-West von St. Gallen bis Lausanne sind bereits seit Anfang Dezember 2016 für den Einsatz zugelassen. Für Anfang 2018 sind IFR-Anflüge auf die Spitäler in Luzern und Interlaken geplant. Ausserdem darf die Rega neu auch über den Gotthardpass während der Nachtflugsperre fliegen. Damit können im Notfall auch Personen aus dem Tessin schnelle zum Kantonsspital Luzern transportiert werden.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Dupont (udupont)
    Interessant wären auch mal Statistiken oder Listen, die aufzeigen, wie oft Rettungsflüge medizinisch notwendig sind und wo es reine Bequemlichkeit (für Verunfallte und Retter) ist bzw. die Gelegenheit benützt wird, gleich noch einen Sightseeingflug zu machen. Aber gut, die vielen Regahelis sind nun mal da und dann müssen sie ja auch amortisiert werden. Damit will ich jedoch nicht sagen, dass die Rega nicht eine sehr wertvolle Organisation ist.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Weshalb so negativ? Wenn ich nicht irre, "rückt" die Rega erst aus, wenn sie von Ärzten, Ersthelfern usw. welche schon am Unfallort sind aufgeboten werden. Und Rettern Bequemlichkeit zu unterstellen, ist schon ziemlich schräg. Und in der Regel entscheiden nicht Patienten, wie sie jetzt ins Spital kommen. Und meine, dass die Unfallversicherungen dann schon nachprüfen, ob ein Einsatz gerechtfertigt war & allenfalls Verunfallte die Kosten selber tragen müssen.
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    2. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Wenn man kein Haar in der Suppe findet, dann er-findet man halt eines...
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  • Kommentar von remo dünki (flaco)
    REGA ist Super! Zahlen eigentlich Wintersportler mehr an REGA Beiträgen als der Rest der Gönner? Na ja, schliesslich beanspruchen sie ja auch dreiviertel der REGA Einsätze.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Nö, der Gönnerbeitrag ist für alle der gleiche, weil es eben Gönnerbeiträge sind & nicht eine Versicherung, wofür man Prämien zahlt. Die Kosten für die Einsätze werden dann über die Unfallversicherung abgerechnet. Aber toll, dass es die Rega gibt. Diese Piloten, Ärzte, sowohl Rettungshelfer machen einen sehr guten Job.
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