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Neues Projekt zur Bekämpfung der Tigermücke
Aus Rendez-vous vom 04.08.2022.
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Versuch im Tessin 10'000 sterile männliche Tigermücken ausgesetzt

Auftakt für die grosse Tigermücken-Versuchsreihe: Erstmals werden im Tessin 10'000 sterile männliche Mücken ausgesetzt.

Anfang August setzen die Tessiner Biologin Eleonora Flacio und ihr Team im Tessiner Dörfchen Morcote 10'000 sterile männliche Tigermücken aus. Sie stammen aus Labors in Italien. Sie wurden dort bestrahlt und unfruchtbar gemacht.

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Tessiner Forscherteam macht Tigermücken unfruchtbar
Aus Tagesschau vom 04.08.2022.
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Danach kontrolliert die Forscherin mit ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen jeden Tag in einem Radius von 250 Metern, wie viele der sterilen Männchen wie weit fliegen und wie lange sie überleben. Die Forscherinnen haben die Tiere vor dem Aussetzen mit Farbe markiert. Die Mücken, die sie einsammeln, werden im Labor auf Farbe kontrolliert. Eine aufwändige Angelegenheit.

Zahl der Tigermücken soll abnehmen

Dieser einmalige Versuch soll die Grundlage bieten für die grosse Versuchsreihe, die im Tessin im kommenden Jahr starten soll. Dann nämlich will Flacio von Mai bis September jede Woche 10'000 sterile Männchen freilassen und im grossen Stile testen, wie sich das auf die bestehende Population der Tigermücken auswirkt.

Eine Tigermücke.
Legende: Die Tigermücke trägt elegante schwarz-weisse Querstreifen. Leider ist das Tierchen nicht nur lästig, weil es sticht – es kann auch gefährlich sein. Denn es kann Krankheiten wie das Dengue-Virus übertragen. Keystone / Ennio Leanza

Die Idee dahinter: Paaren sich die Weibchen mit diesen unfruchtbaren männlichen Exemplaren, gibt es keinen Nachwuchs. Die Zahl der Tigermücken nimmt also ab. «Mit diesem einmaligen Versuch wissen wir für die Versuchsreihe im nächsten Jahr, wie genau sich die sterilen Männchen in der Tessiner Umgebung verhalten, wie weit sie fliegen und wie lange sie überleben. Diese Erkenntnisse helfen uns zu planen, wie viele der sterilen Männchen wir brauchen.»

Grossversuch kostet 200'000 Franken

Das Bundesamt für Umwelt (Bafu), das untersucht, inwiefern die Auswirkungen eines solchen Versuchs auf Mensch, Tier und auch die Biodiversität wirken, hat Flacio und ihrem Team grünes Licht gegeben für ihre grosse Versuchsreihe nächstes Jahr.

Basel-Stadt finanziert Erstversuch

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Das Geld für den Erstversuch im Tessin stammt von Basel-Stadt. Denn die Tigermücke ist längst auch in Basel angekommen. Für Hans Bossler, Leiter Biosicherheit Kanton Basel-Stadt, ist der Tessiner Versuch darum interessant, weil er möglicherweise in Zukunft eine effizientere Mückenbekämpfung ermöglicht, von der auch der Rest der Schweiz profitieren kann.

Im Ausland wird diese Technik mit sterilen Tigermücken-Männchen bereits umgesetzt. In Spanien beispielsweise hat sie gut funktioniert. Nur ist dort das Klima anders als im Tessin. Nächstes Jahr wird sich zeigen, ob der Versuch funktioniert und die Tigermücken-Population kleiner wird. Vorausgesetzt, den Tessiner Forschern gelingt es, die nötigen 200'000 Franken für diesen Grossversuch aufzutreiben.

Rendez-vous, 04.08.2022, 12:00 Uhr

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