Verurteilter Sexualstraftäter an die Schweizer Justiz übergeben

Der Fall macht sprachlos: Jahrelang vergeht sich ein Mann an seiner kleinen Tochter und deren Freundin, erst viel später wird er dafür zur Rechenschaft gezogen. Kurz bevor er die Haftstrafe antreten soll, kann sich der Schweizer nach Thailand absetzen. Seit heute hat das Versteckspiel ein Ende.

Ein verurteilter Sexualstraftäter, der sich 2011 vor Antritt seiner Strafe nach Thailand abgesetzt hatte, ist in die Schweiz ausgeliefert worden. Der 56jährige traf am Morgen in Zürich ein und wurde nach der Landung von der St. Galler Justiz in Haft gesetzt. 

Ein Sprecher der St. Galler Justizbehörde sagte, der Mann sei in eine geschlossene Vollzugseinrichtung gebracht worden – in welche, geben die Behörden nicht bekannt.

Von der IV-Rente in Thailand gelebt

Der Mann hatte seine Tochter und deren Freundin während Jahren missbraucht. Die Taten begannen, als die heute erwachsenen Mädchen noch im Kindergarten waren und endeten erst im Alter von zehn Jahren. Das Kantonsgericht St. Gallen hatte den Mann deshalb im Juli 2011 wegen mehrfacher Vergewaltigung, Nötigung, sexueller Handlungen mit Kindern und weiterer Delikte zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren.

Der Mann wird kurz nach seiner Festnahme durch die thailändische Justiz aus seinem Haus abtransportiert.

Bildlegende: Der Mann wird kurz nach seiner Festnahme durch die thailändische Justiz aus seinem Haus abtransportiert. srf

Noch bevor das Urteil rechtskräftig wurde, setzte sich der Mann im Herbst 2011 nach Thailand ab. Dort lebte er von einer Schweizer IV-Rente. Am 16. Januar 2013 wurde er im Nordosten Thailands festgenommen und nach Bangkok überführt. Ende Februar bewilligten die thailändischen Behörden Mitte Februar die Auslieferung.