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Schweiz Verurteilungen auf neuem Rekordhoch

In der Schweiz wurden im vergangenen Jahr so viele Urteile gefällt wie noch nie: Im Jahr 2012 sprachen die Strafverfolgungsbehörden insgesamt 105'678 Urteile wegen Vergehen und Verbrechen – knapp 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

Legende: Video «Immer mehr Verurteilungen» abspielen. Laufzeit 4:04 Minuten.
Aus 10vor10 vom 28.10.2013.

Verantwortlich für den Anstieg war in erster Linie der Kriminaltourismus. Die Schweizer Richter und Staatsanwälte hatten im vergangenen Jahr deutlich mehr Kriminaltouristen vor sich als noch im Jahr 2011: 41,5 Prozent der Verurteilten, die wegen Vermögensdelikten vor Gericht standen, hatten keinen festen Wohnsitz in der Schweiz. Dies entspricht einem Anstieg um 47,3 Prozent gegenüber 2011, wie aus einer Studie des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervorgeht.

Legende:
Strafurteilsstatistik 2012 bfs

Auch beim Drogenhandel machen Ausländer ohne B- oder C-Ausweis, also ohne Aufenthaltserlaubnis und Niederlassungsbewilligung, mittlerweile einen grossen Teil der Verurteilten aus: Im Jahr 2012 gehörten bereits 44,7 Prozent der Täter dieser Personengruppe an, ein Anstieg von 41,2 Prozent innert Jahresfrist.

Verkehrsdelikte gleichbleibend hoch

Zum neuen Höchstwert trugen mehr Urteile bei ausnahmslos allen Gesetzen bei. Verhältnismässig gering war einzig das Wachstum bei den Urteilen wegen Verkehrsdelikten. Sie verzeichneten ein Plus von «nur» 3,7 Prozent, machen aber seit Jahren rund die Hälfte aller Urteile aus.

Die Zahl der Vermögensdelikte stieg stark an (+ 20,6 Prozent). Die häufigste Straftat gegen das Vermögen waren einfache Diebstähle, zu denen auch Einbrüche zählen.

Mehr unbedingte Freiheitsstrafen

Eine deutliche Veränderung gab es bei den verhängten Sanktionen: Die Richter setzten im vergangenen Jahr vermehrt auf kurze, unbedingte Freiheitsstrafen von bis zu einem Monat.

Im Jahr 2012 wurden in 1427 Fällen solche Strafen ausgesprochen, was einem Anstieg von stolzen 69,7 Prozent entspricht. Wie eine Sprecherin des BFS sagte, begann dieser Trend bereits im Jahr 2011. Im vergangenen Jahr sei er nun weitergegangen.

Auch die Zahl der längeren, unbedingten Freiheitsstrafen stieg mit einem Plus von 36,5 Prozent deutlich an. Am häufigsten wird aber nach wie vor die Geldstrafe verhängt. Im vergangenen Jahr war dies 90'454 Mal der Fall, was 85,6 Prozent aller Urteile entspricht.

Gemeinnützige Arbeit wird von den Richtern nur noch selten als angemessene Bestrafung angesehen: Die Zahl dieser Urteile fiel auf 2865, was einem Rückgang von 10 Prozent entspricht.

15 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Wenn man bedenkt, was für Länder zum Teil die Schengen Aussengrenzen bilden, muss man sich nicht wundern, dass soviel Kriminaltouristen in Westeuropa ihr Handwerk betreifen. Die Schweiz sei - lo liessen unlängst die Medien verlauten - ein wahres Eldorado für Einbrecherbanden. Warum lobpreisen unsere linkslastigen Politiker und die Wirtschaft immer noch auf die grenzenlose Personenfreizügigkeit? Die Schweiz verarmt noch aufgrund der immensen Kosten für jeden einzelnen Strafgefangenen.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Richtig lustig wird es 2014, wenn 100,000e von Sinti u. Roma aus Rumänien u. Bulgaren als EU-Bürger im Westen Sozialhilfe beziehen können und die Armutseinwanderung eine total neue Dimension annehmen wird. Einen Vorgeschmack was dann los sein wird, kann man derzeit in dt. Städten wie Duisburg, Köln und Berlin erleben. Aber das ist alles im Sinne der EU-Bonzen in Brüssel: Um den Kontinent besser kontrollieren zu können, müssen zuerst alle Nationalstaaten von innen ausgehöhlt und zerstört werden.
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    1. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      PFZ und Schengen waren Fehler...errare humanum est aber darin verharren.. stultum...dumm, sehr dumm... !
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  • Kommentar von Marie-Luise Reck, Turbenthal
    So und dann wird noch von jedem Links gefederten auch noch 1:12 angenommen, dann haben wir in der Schweiz spätestens in 5 Jahren eine Arbeitslosenquote um die 12 % bei dem Zulauf in die Schweiz dann wirds dann richtig gefährlich auch Tags durch. Es macht echt keine Freude an die Zukunft zu denken, leid tun mir nur die nächsten Generationen die keine sichere Schweiz mehr vorfinden werden, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche wen es so weiter geht.
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