Verwirrung um «Pille danach»

Noch zu Wochenbeginn erlaubte die Schweizer Bischofskonferenz die Abtreibungspille für vergewaltigte Frauen. Nun rudern die Bischöfe zurück und sprechen von einer Informationspanne.

Eine Frau hält eine kleine Pille zwischen Daumen und Zeigefinger.

Bildlegende: Die Bischofskonferenz tut sich schwer mit der «Pille danach». Reuters

Kommunikationspannen bei der Schweizer Bischofskonferenz: Nachdem die Bischofskonferenz (SBK) am Mittwoch bestätigt hatte, die Pille für vergewaltigte Frauen zu empfängnisverhütenden Zwecken zu erlauben, dementierte sie nun entsprechende Aussagen.

Die SBK habe zu diesem Thema noch nicht offiziell Stellung bezogen, sagte deren Sprecher Walter Müller. Die SBK warte weiterhin auf einen diesbezüglichen Beschluss ihrer Bioethik-Kommission.

Noch am Vortag hatte Müller bestätigt, die Bischöfe hätten am Montag an ihrer Vollversammlung einer Abgabe der «Pille danach» in Vergewaltigungsfällen zugestimmt – allerdings nur zur Empfängnisverhütung und nicht zur Abtreibung.
 
 Heute sagte Müller nun, seine Äusserungen vom Mittwoch seien einem «Missverständnis» zum Opfer gefallen. Die SBK habe die «Pille danach» keineswegs für zulässig erklärt.
 
Wann denn nun der Entscheid der Bioethik-Kommission eintreffen wird, kann Müller nicht genau sagen.