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Vom Militär zum Zivildienst Bundesrat will Wechsel unattraktiver machen

  • Der Bundesrat will Armeeangehörigen den Übertritt in den Zivildienst erschweren.
  • Er schlägt sieben Massnahmen vor, um die Zahl der Zulassungen zum Zivildienst zu senken.
  • Unter anderem sollen ausgebildete Armeeangehörige bei einem Wechsel länger Zivildienst leisten müssen.
Zivildienstleistender spricht mit betagter Frau in Rollstuhl
Legende: Problem fürs VBS: Immer mehr gut ausgebildete Armeeangehörige wechseln zum Zivildienst. Keystone

2011 seien 4670 Personen zum Zivildienst zugelassen worden, schreibt der Bundesrat. Bis 2017 sei die Zahl auf 6785 gestiegen. Er erachte diesen Zuwachs als problematisch, insbesondere die Zivildienstgesuche von Armeeangehörigen nach der Rekrutenschule, von Fachspezialisten und von Kadern der Armee. Der Bundesrat will deshalb die Dienstzeit verlängern.

Wer zum Zivildienst zugelassen wird, soll mindestens 150 Zivildiensttage leisten müssen. Diese neue Mindestzahl verlängert die Dienstzeit für jene, die ab dem ersten Wiederholungskurs wechseln. Schon heute müssen Zivildienstler anderthalbmal so viele Diensttage leisten als Armeeangehörige.

Wartefrist von einem Jahr

Für Unteroffiziere und Offiziere soll neu auch der Faktor 1,5 gelten. Bislang galt für sie der Faktor 1,1, wenn sie zum Zivildienst wechselten. Zudem soll für den Wechsel eine Wartefrist von zwölf Monaten eingeführt werden. Während dieser Zeit müssen die Betroffenen demnach weiterhin Militärdienst leisten.

Eine weitere Massnahme betrifft die Mediziner: Sie sollen künftig nicht mehr als Mediziner Zivildienst leisten können. Der Bundesrat hat heute die Vernehmlassung zu den Änderungen des Zivildienstgesetzes eröffnet.

Civiva droht mit Referendum

Der Schweizerische Zivildienstverband Civiva kritisiert die Verschärfungen. Mit den zusätzlichen Hürden für den Zivildienst sollten «hausgemachte Probleme der Armee» gelöst werden, schreibt der Verband. Er will «Bestrafungen» für jene, die sich während oder nach der RS zum Zivildienst umteilen lassen wollen, nicht akzeptieren. Werde die Vorlage nicht verbessert, sehe man sich gezwungen, das Referendum zu ergreifen.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von max baumann (phönix)
    Was bringt die Armee ? Nichts. Notfalls wird sie sogar gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt wie 1918 und 1932 ! Was bringt der Zivildienst ? Sehr viel. Er hilft beim Betreuungsangebot und anderen Hilfen für die Bevölkerung. Im Notfall bringt die Armee sowieso nichts. Das hat man gesehen beim glorreichen Reduit-Plan. Die Wohlhabenden und Einflussreichen inkl. Militär in die Berge und die normale Bevölkerung soll sehen wo sie bleibt.
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  • Kommentar von Urs Lauper (Denk_mal)
    Während Milliarden für Waffen verpulvert wurden, mussten wir 1985 immer dreitägiges Brot fressen, weil sonst zu viel gegessen würde, so der Quartiermeister. Je Rekrut u Tag 2 Fr. am Essen einsparen. So geringschätzig behandelt, quittiert man den Dienst ohne Gewissensbisse. Heute werden möglichst viele Bussen einkassiert, Repression als Geschäftsmodell. Da verwundert es nicht, wenn sich ein junger Schweizer das nicht antut, Frauen u Ausländer müssen ja auch nicht. Das ist Inländerdiskriminierung.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Was vielleicht anders gereglt werden sollte, da es ja Zivis gibt die in Betrieben arbeiten, wo Angestellte vielleicht das gleiche machen wie sie, aber geringer entlöhnt werden "Für alle übrigen Zivildienstleistenden 80 Prozent des vordienstlichen Einkommens, minimal 62 Franken, maximal 196 Franken. Im Monat macht dies minimal 1860 und maximal 5880 Franken" dass es eine 'Betriebsanpassung' gibt.
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