Von der Basler Fasnacht zum weltweiten Kulturerbe

2015 bewirbt sich die Schweiz mit acht Traditionen für die Unesco-Liste des weltweiten immateriellen Kulturerbes. Schweizer Brauchtum soll so besser geschützt werden.

Fasnacht in Basel

Bildlegende: Könnte nächstes Jahr zum weltweiten Kulturerbe aufsteigen: Die Basler Fasnacht. Keystone

Der Bundesrat will acht Schweizer Traditionen international schützen: Der Umgang mit der Lawinengefahr, Uhrmacherhandwerk, Schweizer Grafikdesign und Typografie, die Alpsaison, den Jodel, die Prozessionen in Mendrisio, das Winzerfest in Vevey und die Basler Fasnacht.

Diese Traditionen sollen als erste in die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen werden. Die Vorschläge sollen Schritt für Schritt beim zuständigen Komitee der UNO-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) eingereicht werden.

Die erste Kandidatur ist für 2015 geplant, danach soll jedes Jahr eine weitere folgen, wie das Bundesamt für Kultur (BAK) mitteilte.

167 lebendige Traditionen in der Schweiz

Grundlage ist das von der Schweiz 2008 ratifizierte Unesco-Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes. In einem ersten Schritt wurde die «Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz» zusammengestellt. Sie enthält nicht weniger als 167 Gebräuche, Handwerke oder soziale Praktiken.

Für die Unesco-Liste hat eine neunköpfige Expertengruppe nun eine Auswahl getroffen. Die aufgeführten Traditionen sollen laut BAK auch als Gruppe eine Aussagekraft haben: Mit dieser Auswahl vermittelt die Schweiz ein zeitgenössisches Verständnis von Traditionen und immateriellem Kulturerbe.


Interview mit David Vital vom Bundesamt für Kultur

3:20 min, aus SRF 4 News aktuell vom 23.10.2014

154 Länder machen mit

Mit dem Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes will die Unesco das Kulturerbe im Zusammenhang mit gemeinschaftlichen Praktiken und gesellschaftlichen Interaktionen thematisieren und schützen. 154 Staaten haben den Vertrag unterzeichnet.

Das immaterielle Kulturerbe umfasst lebendige Traditionen wie mündliche Überlieferungen, darstellende Künste, Rituale und Feste, Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum oder Fachwissen über traditionelle Handwerkstechniken.

Das ist das materielle Unesco-Welterbe in der Schweiz

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • UNESCO soll das Jodeln und die Basler Fasnacht schützen

    Aus Tagesschau vom 22.10.2014

    Nach den Baudenkmälern und Landschaften soll auch das Schweizer Kulturerbe international anerkannt werden. Der Bundesrat will acht Schweizer Traditionen für die Aufnahme in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes vorschlagen.