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Schweiz Vorzeigeprojekt in St. Antönien vor dem Aus

Kein Bundesgeld für das Solarkraftwerk auf den Lawinenverbauungen im Prättigau: Wie Recherchen von «10vor10» zeigen, hat das Bundesamt für Energie den Antrag für 2,4 Millionen Franken Fördergeld vor kurzem abgelehnt.

Es ist ein Vorzeigeprojekt: Doch jetzt steht das Solarkraftwerk auf den Lawinenverbauungen vor dem Aus. Der Bund will für das Projekt keine Sonderfördergelder sprechen.

Legende: Video Bund stoppt Solarprojekt in St. Antönien abspielen. Laufzeit 4:07 Minuten.
Aus 10vor10 vom 06.11.2013.

«Wir sind über diesen Entscheid sehr enttäuscht», sagt Gemeindepräsident Jann Flütsch. Die Gemeinde hatte 2,4 Millionen Franken Fördergelder aus einem Spezialfonds für «Pilotprojekte» beantragt. «So ist das Projekt nicht mehr realisierbar», bedauert Flütsch. Die Gemeinde will den Entscheid des Bundesamtes für Energie anfechten, wie Flütsch gegenüber «10vor10» betont. Das Projekt sollte Vorbild für Solaranlagen auf Lawinenverbauungen überall in der Schweiz sein.

Bundesamt: «Zu teuer, zu wenig innovativ»

«Das Projekt ist kein Pilotprojekt mehr», sagt dazu Philippe Müller vom Bundesamt für Energie. Es gebe bereits Solaranlagen auf Lawinenverbauungen. Deshalb könne der Bund das Projekt nicht mit Sonderfördergeldern für Pilotprojekte unterstützen.

Zudem kritisiert der Bund die Wirtschaftlichkeit des Projekts. «Das Projekt von St. Antönien ist zu teuer», so Philippe Müller gegenüber «10vor10».

Swiss Cleantech unterstützt den Bund

Während die Enttäuschung in St. Antönien gross ist, erhält das Bundesamt für Energie von unerwarteter Seite Zuspruch: «Wir sind für die Förderung von Solarstrom in den Alpen», sagt Nick Beglinger vom Verband Swisscleantech. «Aber bei diesem Projekt scheinen die Kosten wirklich eher hoch», so der Präsident des Verbandes der grünen Wirtschaft. Für ihn sei der Entscheid des Bundesamtes für Energie «nachvollziehbar».

12 Kommentare

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  • Kommentar von A. Brunner, Zurich
    Kann ein Bundesamt nicht auch so reagieren, dass die Projektentwickler NOCHMALS EINE CHANCE HABEN, die Kosten neu zu berechnen, da allenfalls in der Zwischenzeit gewisse Marktpreise geändert haben, währenddem das Projekt in Bern bearbeitet wurde ? Solche GUTEN PROJEKTE sind mE unterstützenswürdig von allen denkenden und in die Zukunft blickenden Menschen ! .. Oder ist der Betrag um 3 bis 4 Nullen zu klein, um in Kreisen der "Banken- und Mühleberg-Gesundbeter" als "systemrelevant" zu gelten ?
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  • Kommentar von Alexander Moser, Interlaken
    Wenn in Beamtendeutsch "die Kosten eher hoch sind", bedeutet das auf gut deutsch in der Regel, dass die Anlage nicht kostendeckend betrieben werden kann. Dann ist es auch absolut richtig, wenn die 2.4 Mio dafür nicht ausgegeben werden! Das soll nun aber nicht bedeuten, die 2.4 Mio zu behalten bzw. irgendwo im Beamtenapparat versickern zu lassen - es gäbe mehr als genug "fördernswerte" Projekte, die die 2.4 Mio mehr als verdient haben!
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  • Kommentar von Walter Schwarb, Ueken
    Das wären lediglich etwas mehr als 1% des Betrages, der noch in ein Atomkraftwerk investiert wird, das in ein paar Jahren stillgelegt wird. Lächerlich, diese Einstellung.
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