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Legende: Video «Das Klima wird nicht das einzige Thema bleiben» abspielen. Laufzeit 01:31 Minuten.
Aus News-Clip vom 31.03.2019.
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Wahlen 2019 Grüne bleiben im Hoch, SVP im freien Fall

Luzern und Baselland bestätigen zwei Trends, die schon länger zu beobachten sind. Die Kantonsparlamente werden immer grüner, aber auch immer linker. Denn die Grünen haben ihre jüngsten Gewinne im Gegensatz zu früher nicht auf Kosten der SP, sondern auf Kosten der Bürgerlichen, realisiert. Die SVP stürzt immer tiefer in die Krise, aber auch CVP und FDP kommen nicht mehr vom Fleck.

Grüne und Grünliberale: punkten mit dem Klima

Beide grünen Parteien profitieren natürlich von der aktuellen Klimadebatte. Der Erfolg der Grünen hält allerdings schon länger an. Seit den letzten Eidgenössischen Wahlen 2015 haben die Grünen am meisten Sitze dazugewonnen. Der Erfolg der Grünliberalen ist erst in diesem Jahr zu beobachten und bleibt auf wenige Kantone beschränkt.

FDP: Sieger-Image ist weg

Zudem bestätigte sich in Luzern und Baselland, dass alle bürgerlichen Parteien (mit Ausnahme der GLP) Wähleranteile verlieren. Auch die FDP, die noch letztes Jahr Wahlsiege feierte, gehört mittlerweile zu den Verlierern. Die FDP dürfte viele Wähler an die Grünliberalen verloren haben. Die liberale Klimawende von Präsidentin Petra Gössi ist noch nicht bei den Wählern angekommen.

SVP: im freien Fall

Auch in Luzern und Baselland muss die SVP massive Verluste hinnehmen. Die Wahlschlappe in Zürich war also kein Zürcher Phänomen, auch wenn der geschlossene Rücktritt des Zürcher Parteivorstandes diesen Anschein erwecken sollte. Die SVP hat derzeit schweizweit Mühe, ihre Stammwähler zu mobilisieren. Ihre Themen wie die Migration, aber auch die Europa-Politik, standen zuletzt nicht mehr zuoberst im Sorgenbarometer der Bürger.

CVP: weitere Verluste in Stammlanden

Massiv sind vor allem in Luzern auch die Verluste der CVP, dabei war die Mitte-Partei laut letzten Umfragen gerade dabei, sich auf tiefem Niveau zu stabilisieren. In Luzern hat sie auf hohem Niveau weiter verloren. Sämtliche bürgerliche Parteien (ausser der GLP) wurden hier für ihre Steuer- und Sparpolitik der letzten Jahre abgestraft. Damit hat die CVP seit den letzten eidgenössischen Wahlen nunmehr in allen ihren Stammlanden markant an Terrain verloren.

SP: punktet gegen bürgerliche Steuerpolitik

Entgegen den jüngsten Umfragen legt die SP in den Kantonen weiter zu. Nach den Grünen haben die Sozialdemokraten seit 2015 am meisten Kantonsratssitze dazugewonnen. Die SP scheint vor allem in jenen Kantonen erfolgreich, wo sie sich gegen die Steuer- und Sparpolitik der Bürgerlichen zur Wehr setzt, wie jetzt im Kanton Luzern.

Fingerzeig für die eidgenössischen Wahlen

Im Hinblick auf die eidgenössischen Wahlen ist trotz dieser klaren Trends in den Kantonen Vorsicht geboten. Zum einen dürfte die Klimaerwärmung nicht das einzige nationale Wahlkampfthema bleiben. Vor allem die Europa-Politik hat mit dem Rahmenabkommen noch Potential. Ein Thema, mit dem die SVP versuchen wird, ihre Wähler wieder besser zu mobilisieren.

Und die Grünen? Ihr Hoch in den Kantonen hält zwar schon seit vier Jahren an. Doch auf eidgenössischer Ebene bleibt es für eine kleine Partei, wie es die Grünen nach wie vor sind, vor allem in den kleineren Kantonen schwierig, zusätzliche Wähleranteile auch in zusätzliche Mandate umzumünzen.

Es wäre deshalb nicht erstaunlich, wenn sowohl der Linksrutsch wie auch der Erfolg der Grünen, auf Bundesebene weniger markant ausfallen würden als jüngst in den Kantonen.

Sitzgewinne und -verluste bei den kantonalen Wahlen seit Ende 2015

Grüne+43
SP+24
FDP+21
GLP+14
BDP-18
CVP-33
SVP-39
Erwin Schmid

Erwin Schmid

Bundeshausredaktor, SRF

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Erwin Schmid ist Bundeshausredaktor von SRF. Er berichtet seit 2001 für das Unternehmen. Er war Korrespondent in Wien und in Barcelona. Zudem berichtete er als Sonderkorrespondent aus Krisen- und Konfliktregionen. Schmid studierte in Zürich und Wien Umweltnaturwissenschaften und Internationale Beziehungen.

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84 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Richener (Schmutz Fink)
    Einmal sind Die oben und einemal die Anderen!
    Das ist der Lauf der Zeit!
    Wenn kümmerts,die Natur sicher nicht,der ist es nähmlich egal wer an der Macht ist!
    Und für uns Menschen ändert sich auch nichts!
    Ausser,dass der Zaun in dem wir eingepfercht sind einen anderen Farbanstrich bekommt!
    Um was geht es den meisten Menschen? Wieviel mehr Geld habe ich am Ende des Tages in meiner Tasche!
    Und das von ganz links bis ganz rechts!
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  • Kommentar von Markus Guggisberg (gugmar)
    Mit dem RA der Grünen wird die Zuwanderung auch nicht zu stoppen sein und die Betonwüste ins unabänderliche wachsen. Nur wird dann jede Abstimmung durch die EU Zentrale zensiert werden. Die Wohlstandsverwöhnten wollten es so. Kein Wunder also das dieses Land wieder in die Armut des Milttelalters zurückfallen wird wie zur Zeit als die Schweizer Städte Ihre Steuern noch dem deutschen Kaiser abliefern mussten. Kommt Ihnen das bekannt vor ?
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  • Kommentar von Steven Hill (LevelsHint)
    Xenophobie, Einwanderungs-Hysterie, Abschottung und Ultranatinalismus schlagen halt bei uns jungen Wählern nicht an :) Wir Jungen sind zunehmend links-grün, weil wir uns nicht von der Welt abschotten wollen und unseren Planeten auch noch in ein paar Jahren gerne hätten^^
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    1. Antwort von Werner Christmann (chrischi1)
      Die spitze Zunge von Steven Hill gefällt mir, nur sollte er nicht immer in der wir-Form schreiben. Was mir missfällt ist, dass meine nicht minder spitze Zunge jedoch der SRF-Zensur anheim fällt.
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    2. Antwort von Enrico Dandolo (Doge)
      Hört sich ähnlich selbsbewusst an wie vor nicht allzu langer Zeit die SVP. Und immer wird das WIR besonders betont. Mal schauen, wann die wirtschafliche realität die hochtrabenden Pläne einholt, Herr Hill.
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    3. Antwort von Konrad Schläpfer (Koni)
      Steven Hill, vergessen sie das mit den Planeten erhalten. Wenn sich die Menschheit weiter so vermehrt wird bald Lichterlöschen sein. Die Fossilen Energieträger neigen sich dem Ende zu, das sauber Trinkwasser wird zunehmend knapper und die Erde wird wegen dem zunehmenden Ernährungsbedarf total ausgelaugt.
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