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Prominenter Zuwachs für BDP
Aus Rendez-vous vom 12.08.2019.
abspielen. Laufzeit 06:55 Minuten.
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Krach in der BDP «Eric Stauffers Ansehen und Positionen passen nicht zur BDP»

Eric Stauffer, das «Enfant Terrible» der Genfer Politszene, kandidiert auf einer BDP-Liste im Kanton für den Nationalrat. Entgegen der Empfehlung der Mutterpartei, die sich gegen einen Parteibeitritt Stauffers ausgesprochen hat. Lorenz Hess über die Beweggründe der BDP Schweiz.

Lorenz Hess

Lorenz Hess

Vizepräsident BDP Schweiz

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Der eidgenössisch diplomierte PR-Berater ist Vizepräsident der BDP, Nationalrat sowie Gemeindepräsident von Stettlen/BE.

SRF News: Was sagen Sie zur Nominierung Stauffers?

Lorenz Hess: Es gibt von unserer Seite keine direkte Intervention bei der Genfer BDP. Unsere Empfehlung, Herrn Stauffer auf dieser Liste nicht aufzunehmen, haben wir den Kollegen in Genf mitgeteilt. Die Kantonalsektionen haben die Hoheit, was die Aufnahme von Mitgliedern und die Gestaltung von Listen anbelangt.

Mann in Anzug.
Legende: «Was mich stört, ist die Tatsache, dass er schon früh verlauten lassen hat, dass es ihm eigentlich darum gehe, mittelfristig wieder das Mouvement zu gründen», so Hess. Keystone

Das heisst, Sie müssen den Genfer Entscheid schlucken?

Ja. Wie dass der Genfer Partei zum Vorteil reichen könnte, wird man sehen. Aus unserer Sicht konnten wir es nicht empfehlen.

Weswegen?

Es gilt, die Werte aus dem BDP-Parteiprogramm und der aktuellen Politik durchzuziehen, gerade in einem Wahljahr. Wir hatten den Eindruck, dass Eric Stauffer aufgrund seiner Reputation und seinen vertretenen Positionen nicht in die BDP passt.

Es ist klar, dass solche Geschichten nicht unbedingt förderlich sind.

Offensichtlich gibt es da lokal eine andere Beurteilung. Eine Person lebt auch mit der politischen Vergangenheit und nicht nur mit jetzt geäusserten neuen Positionen.

Herr Stauffers Profil passt überhaupt nicht zur BDP: Er ist zum Beispiel EU-Gegner, Mitbegründer der Genfer Rechtspartei Mouvement Citoyens Genevois MCG und hat schon mehrmals die Partei gewechselt. Was bedeutet eine solche Kandidatur für das Image der BDP?

Auch hier muss man zwischen der BDP Schweiz und Genf unterscheiden. Das sind grosse Unterschiede. Wenn möglich, versuchen wir Verbindungen mit extrem links oder extrem rechts zu verhindern, weil die Position der Mitte sonst aufgeweicht wird. Das wollen wir nicht.

Männer jubeln mit Fahne.
Legende: Eric Stauffer (links) ist Mitbegründer des rechtspopulistischen MCG. Für Lorenz Hess passt er aufgrund seiner Reputation und seinen vertretenen Positionen nicht in die BDP. Keystone

Die Genfer BDP will eine umstrittene Nebenfigur, die aneckt. Lohnt sich da überhaupt Aufwand und Ertrag?

Offensichtlich gibt es diese Überzeugung. Ich habe mir von vielen Genfer Kollegen sagen lassen, dass das eben auch hilfreich sein kann. Was mich stört, ist die Tatsache, dass er schon früh verlauten lassen hat, dass es ihm eigentlich darum gehe, mittelfristig wieder das Mouvement zu gründen. Deshalb haben wir unseren Kollegen in Genf gesagt, dass sie sich nicht als Sprungbrett benutzen lassen sollen.

Ihnen ist persönlich nicht sehr wohl, oder?

Das hat nichts mit persönlichen Empfindsamkeiten zu tun, ich beurteile das als Vizepräsident der BDP. Und da ist klar, dass solche Geschichten nicht unbedingt förderlich sind, auch wenn es sich hier um ein sehr lokales Problem handelt.

Kürzlich forderte der Präsident der Aargauer BDP noch vor Kenntnis der Dinge die Todesstrafe für den psychisch kranken Eritreer, der in Deutschland eine Frau und ein Kind vor den Zug gestossen hatte. Will die BDP zum Sammelbecken von extremen Positionen werden, ist sie so verzweifelt?

Nein, deshalb finden wir das Ganze mit Stauffer keine gute Idee und empfehlen dieses ganze Projekt nicht. Ich bin auch sehr froh, dass sich die BDP im Aargau sehr schnell von diesen Aussagen distanziert hat. Das Phänomen, dass einzelne Parteimitglieder in verschiedenen Kantonen unbedarfte Tweets absetzen, haben wir immer wieder. Hier sind aber die Parteien gefordert und nicht die Zentrale in Bern.

Das Gespräch führte Ivana Pribakovic.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Entweder ein/e KandidatIn, "eignet" sich effektiv von den Fähigkeiten her, charakterlich, persönlich, mit tadellosem Leumund! Ganz wichtig ist, dass jede/r Kandidatin/Kandidat, sich nicht um Eigeninteressen, lukrative VR-Mandate, Lobbyismus kümmert, sondern sich ausschliesslich um das essenntielle und existenzielle Wohl der Schweizer Bevölkerung von jung bis alt kümmerte/kümmern will!
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  • Kommentar von Edi Steinlin  (Chäsli)
    Die BDP wird so und so verschwinden, diese Partei hat keine Chance, sie hat mit Widmer-Schlumpf kurzzeitig eine kleine Chance gehabt, nur ist aus.
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  • Kommentar von Marina Zingg  (openyourmind)
    Verliert die BDP mit der Kandidatur von Herr Stauffer und den rechtsnationalen Wähler, andere moderat denkende und auf Konsens bedachte Wähler ?
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