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Ruedi Noser (FDP) und Marionna Schlatter (Grüne) im Fokus-Interview
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 04.11.2019.
abspielen. Laufzeit 15:40 Minuten.
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Kampf um 2. Ständeratssitz Marionna Schlatter und Ruedi Noser im Duell

Die Zürcher Stimmberechtigen entscheiden am 17. November, wer sie neben Daniel Jositsch (SP) im Ständerat vertreten soll. Zur Wahl steht der bisherige Ständerat Ruedi Noser (FDP), der von der grünen Kantonsrätin Marionna Schlatter herausgefordert wird.

Ruedi Noser

Ruedi Noser

Ständerat (FDP/ZH)

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Ruedi Noser sitzt seit 2015 für die Zürcher FDP im Ständerat. Davor war der Unternehmer zwölf Jahre lang Nationalrat. Er präsidert derzeit die ständerätliche Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur.

Im «SRF Wahlduell» sprechen die beiden Kandidierenden unter anderem darüber, ob es strengere Richtlinien für Banken-Kredite braucht oder ob Autos mit hohem Benzinverbrauch verboten gehören. Das ganze Gespräch finden Sie oben im Audiofile.

Marionna Schlatter

Marionna Schlatter

Ständerats-Kandidatin Grüne Kanton Zürich

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Marionna Schlatter hat Soziologie mit Schwerpunkt Umweltpolitik und Architektur studiert. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt im Zürcher Oberland. Von 2011 bis 2019 war sie Präsidentin der Grünen im Kanton Zürich. Im März 2019 eroberte Schlatter einen Sitz im Zürcher Kantonsrat, nun will sie für die Grünen in den Ständerat einziehen.

SRF News: Marionna Schlatter, würden Sie gewählt, gäbe es mit Daniel Jositsch (SP) zwei linke Ständeräte. Würde das den Kanton Zürich tatsächlich genügend abbilden?

Marionna Schlatter: Selbstverständlich. Bei den Wahlen im Frühling gab es im Kantonsrat einen Umbruch, nun gibt es eine ökologische Mehrheit im Zürcher Kantonsparlament. Der Kanton Zürich ist ein progressiver Kanton, dem es gut anstehen würde, uns beide im Ständerat zu haben.

Das Fazit der Nationalratswahlen in der Schweiz war: weiblicher, jünger, grüner. Im Kanton Zürich haben die Grünen die FDP gar als drittstärkste Partei überholt. Ruedi Noser, wäre Marionna Schlatter nicht die passendere Vertretung im Ständerat?

Ruedi Noser: Die Zürcherinnen und Zürcher müssen diese Wahl treffen, Zürich hätte aber mit Marionna Schlatter sicher weniger Einfluss in Bern. Heute verhält es sich so: Wenn Daniel Jositsch seine Gruppe und ich meine überzeugen kann, schaffen wir eine Mehrheit für Zürich. Dies ist uns bereits einige Male gelungen. Da Marionna Schlatter die gleiche Gruppe wie Herr Jositsch anspricht, wäre es schwierig, Mehrheiten zu schaffen.

Sprechen wir über Umwelt- und Klimapolitik. Es gibt die Forderung, dass Banken strengere Richtlinien erhalten, ob sie beispielsweise in die Erdölindustrie investieren dürfen. Soll man in der Schweiz einer Bank verbieten, einem Erdöl-Multi einen Kredit zu geben?

Marionna Schlatter: Einerseits kann man viel über Zielvereinbarungen regeln. Oder man kann politisch anvisieren, dass der Finanzplatz ab einem gewissen Datum nicht mehr in fossile Energieträger investiert. Solange dieses Ziel aber nicht klar definiert ist, wird von den Banken zu wenig Eigenantrieb kommen.

Ruedi Noser, kein Kredit mehr für Erdöl-Multis von Schweizer Banken?

Ruedi Noser: Nur vier Prozent der weltweiten Investitionen in fossile Energie werden vom Schweizer Finanzplatz getätigt. Eine grosse amerikanische Bank macht ein solches Geschäft mit links. Gäbe es eine solche Frist, könnten Vermögensverwalter nicht mehr das ganze Spektrum anbieten, die Schweiz würde Arbeitsplätze verlieren. Das nützt dem Klima nichts. Nur ein koordiniertes Vorgehen würde dem Klima etwas bringen, doch das braucht seine Zeit.

Beleuchten wir ein anderes Thema, das Ökologie und Wirtschaft verbindet: Die Schweizer kaufen gerne SUVs. Sie haben bei den Neuwagen über 40 Prozent Marktanteil. Soll man diese Autos verbieten?

Marionna Schlatter: Es ist problematisch, dass die Autos ständig grösser und schwerer werden. Dabei ist es heute möglich, ein Auto zu bauen, dass nur zwei bis drei Liter Benzin benötigt oder emissionsfrei fahren kann. Ich spreche mich dezidiert dafür aus, den Flottenschnitt zu senken. Das heisst, den Kraftstoffverbrauch der gesamten Fahrzeugflotte zu senken. Es gibt heutzutage keinen Grund mehr, ein Auto zu fahren, das so viel Benzin braucht.

Herr Noser, die Grünen fordern, dass es ab 2030 kein Auto mehr mit Benzinantrieb geben soll. Wie stehen Sie dazu?

Ruedi Noser: Erstmals müssen wir schauen, wie weit wir 2030 sind. Mit den Elektro-Initiativen der französischen und deutschen Autobauer können wir das Ziel möglicherweise viel schneller erreichen. Auch bei den Lastwagen kommt im Bereich Wasserstoff viel Neues. Ob es mehr gesetzliche Massnahmen braucht, möchte ich erst nach der Einführung des CO2-Gesetzes beurteilen. Dort haben wir harte Massnahmen beschlossen, um den Kraftstoffverbrauch der Fahrzeugflotte zu senken.

Das Gespräch führte Hans-Peter Künzi.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Es steht den WählernInnen frei, zu denken, zu wählen, wen sie für die passende Person halten. Hilfreich dabei auch, die Interessenbindungen ("lukrative VR-Mandate"), welche logischerweise zu "Lobbyismus" führen!
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  • Kommentar von Andreas Meier  (Epikur)
    Die Frau zeigt exemplarisch, was mit der bei den Grünen mit zu viel Ideologie in der Politik falsch läuft. Sie ist in allen Belangen weniger qualifiziert u. erleidet faktisch in jedem mir bekannten Argumente-Vergleich kläglich Schiffbruch gegenüber Noser. Am liebsten die Wirtschaft abwürgen, und naiv annehmen, dass die Welt jubelnd mitzieht, mein Güte. Ideologie pur. Technologie u. Wirtschaftlichkeit sind der Weg, nicht Ideologie und Verbote. Nachhaltigkeit als wirtschaftliche Chance verfolgen.
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  • Kommentar von Andreas Meier  (Epikur)
    Was besonders stört: Sie wiederholt ständig "die Leute auf der Strasse". Mit Verlaub, das ist eine Minderheit der Bevölkerung. Die Mehrheit wünscht sich eine gute, funktionierende und sachliche Umweltpolitik über Generationen, nicht mit dem Brecheisen. Ausserdem betont sie immer ihr Geschlecht. Quasi als ein Hauptargument. Absurd u. benklich. Dass man sein Geschlecht als ein Hauptargument ins Feld führt, ist erstens lächerlich unnötig, man hörts ja, und zweitens nicht ihre Aufgabe im Ständerat.
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