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Wahlen im Kanton Bern Mehrheit bleibt klar bürgerlich, aber...

Legende: Audio Bemerkenswerte Verschiebungen in grossen politischen Blöcken abspielen.
1:58 min, aus HeuteMorgen vom 26.03.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Regierung und Parlament wurden im Kanton Bern neu gewählt.
  • Es gibt in der Regierung drei neue Gesichter. Doch die parteipolitische Zusammensetzung bleibt gleich – vier Bürgerliche und drei Rot-Grüne werden in den nächsten vier Jahren den Kanton regieren.
  • Das Parlament bleibt ebenfalls mehrheitlich bürgerlich.
  • Allerdings gibt es innerhalb der grossen politischen Blöcke bemerkenswerte Verschiebungen.

Wahlsiegerin – so darf sich die SP des Kantons Bern nennen. Sie wollte bis zu vier Sitze gewinnen, nun sind es sogar fünf. Weil aber die Grünen und die Autonomisten im Berner Jura je einen Sitz verlieren, ist der Zuwachs links nicht allzu gross. Dennoch ist SP-Präsidentin Ursula Marti überzeugt: «Wir werden mehr Abstimmungen gewinnen können. Es ist auch ein Zeichen an die bürgerlichen Parteien, dass einfach ihre Politik zu extrem war – und dass sie sich da mässigen müssen und auch mit uns viel besser zusammenarbeiten.»

Wir werden mehr Abstimmungen gewinnen können.
Autor: Ursula MartiParteipräsidentin SP Kanton Bern

Die SP-Präsidentin spricht die SVP an. Und indirekt deren Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg, der die Linke erzürnt, weil er harte Sparmassnahmen im Sozialbereich durchsetzen will.

Die SVP ist im Parlament die Wahlverliererin; sie verliert drei Sitze. Weil ihre Wähler einfach zu wenig zahlreich wählen gegangen seien, erklärt Parteipräsident Werner Salzmann. «Wir haben aber auch festgestellt, dass gerade die SP sehr stark mobilisieren konnte und ein Thema hatte: Nämlich Regierungsrat Schnegg angreifen und das ist ihr gelungen.» «Schnegg muss weg» – das war ein Wahlspruch der Linken. Er verfing jedoch nur in der Stadt Bern – dort dafür klar.

Wir haben aber auch festgestellt, dass gerade die SP sehr stark mobilisieren konnte.
Autor: Werner SalzmannParteipräsident SVP Kanton Bern

Die drei verlorenen Sitze der SVP macht die FDP wieder wett. Die Mehrheit im Parlament bleibt somit klar bürgerlich. Auch die BDP bleibt im Bernischen Grossen Rat stabil. Nachdem ihre Fraktion in der letzten Wahl vor vier Jahren beinahe halbiert wurde, wurden ihr gar Auflösungserscheinungen nachgesagt.

Die BDP verliert im Kanton Bern nur einen Sitz. Trotzig ist die Reaktion des Parteienvorstehenden Enea Martinelli: «Meine Bilanz ist nach wie vor positiv. Totgesagte leben länger. Die Ausgangslage war nicht so besonders gut.» War sie nicht. Das Resultat nach der Wahl vom Sonntag ist nicht so schlecht.

Meine Bilanz ist nach wie vor positiv. Totgesagte leben länger.
Autor: Enea MartinelliPräsident BDP Kanton Bern

Frauen wurden sehr gut gewählt: Das 160-köpfige bernische Kantonsparlament hat neu einen Frauenanteil von über 35 Prozent – noch nie waren es mehr. Hingegen war die Wahlbeteiligung extrem tief: Sie lag bei lediglich rund 30 Prozent.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Beutler (Plinius)
    Ein eher inhaltsarmer und zu langer Artikel, der Wahlsieg der SP wird relativiert. Eine Frechheit ist der Beitrag zu den Berner Wahlen in den SRF-Nachrichten. Er kam unter "ferner liefen", hinterliess den Eindruck die "Bürgerlichen" hätten mächtig gewonnen. Dabei erhielt die SP 5 zusätzlich Mandate. Ein Politologe aus Lausanne spielte das Abschneiden der SP als Einzelereignis herunter. Dabei siegte die SP in letzter Zeit landesweit stets deutlich, in den Städten Zürichs vor 3 Wochen etwa.
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    1. Antwort von Roger Kerber (R.K)
      Werter Herr Beutler, Sie können die städtischen nicht mit den kantonalen Wahlen gleichsetzen. Die SP ist im Kanton Bern mit kompetenten Personen angetreten und hatte Erfolg. Die SVP hatte kaum vergleichbare zur Verfügung. Ps: Im Kanton Freiburg hat sich am gleichen Wochenende ein Kandidat der FDP gegen Grüne und SP durchgesetzt. Mit freundlichem Gruss R. Kerber
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Es wäre für die Schweizer Bevölkeung ein echter Gewinn, wenn sich die verschiedenen politischen Parteien - anstatt Eigeninteressen und Machtvergrösserung der Partei anzustreben - endlich wieder auf ihre eigentliche Aufgabe - dem essentiellen und existenziellen "WOHL" der Bevölkerung (LohngeberInnen =ArbeitgeberInnen)konzentrieren würden!! Zusammen wären Sie fähig, die "Unordnung, Korruption, Volks-Ausbeutung" im riesigen Verwaltungsapparat zu korrigieren! "Falsche Leute, in falschen Positionen"!
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    1. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Diese Hoffnung teilen die meisten der 30% Wahlurnengänger(innen)! Nur sollten die bürgerlichen Parteien in Zukunft ihre klare Mehrheit in der Regierung und im Grossen Rat auch wirklich bei Abstimmungen gemeinsam Kund tun! Leider triften immer mehr "sogenannte Bürgerliche" (die sich vor den Wahlen auch so angeboten haben!) ins linke Lager ab, um die "Geldverteil-Maschinerie" und noch mehr Regulierungen zu unterstützen! Vielleicht war und ist dies der Hauptgrund, warum 70% nicht wählen gingen!
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    2. Antwort von Adrian Flükiger (Ädu)
      @Bolliger: Irgend etwas ist ja sicher dran, dass 70% glauben, es mache keinen Unterschied aus, ob man nun wählt oder nicht und, dass man dann mit den Entscheiden einer bürgerlichen Mehrheit "gut leben" könne. Immerhin gibt es je nach Sachfrage dann und wann abweichende Haltungen die dann vom Stimmbürger an der selben Urne korrigiert werden. Wäre dieser Bürger schlauer, würde er mit gezieltem Wählen schon vorab dafür sorgen, dass gewisse Stossrichtungen gar nicht erfolgreich sind.
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