Zum Inhalt springen

Schweiz Warum die Rindertuberkulose doch nicht ausgerottet ist

Die Rindertuberkulose: Diese Tierseuche galt in der Schweiz als besiegt. Nun ist sie zurück. Aus den Kantonen Freiburg und Waadt wurden seit Anfang März mehrere Fälle gemeldet. Die Krankheit ist auch auf den Menschen übertragbar.

Rind, im Hintergrund Berglandschaft mit See, bewölkter Himmel
Legende: Gefahrenquelle Alpgebiet: Im Sommer kommen Tiere verschiedenster Betriebe zusammen. Die Ansteckungsgefahr steigt. Keystone

Der erste Fall von Rindertuberkulose betraf eine Kuh aus einem Freiburger Betrieb. Entdeckt wurde die Krankheit, nach der Schlachtung des Tieres Anfang März. Dies teilte das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) mit.

Die Behörden vermuten: Die Seuche könnte sich weiter ausbreiten, weil mehrere Tiere ins Wallis und nach St. Gallen verkauft wurden. Alle betroffenen Kühe wurden inzwischen getötet und das Fleisch entsorgt. «Die betroffenen Betriebe werden gesperrt. Sie dürfen ihre Milch nicht abliefern. Zudem werden alle Tiere der betroffenen Betriebe untersucht», sagt Regula Kennel. Sie ist BVET-Mediensprecherin.

Schwieriger Krankheitsnachweis

Mit der Untersuchung soll festgestellt werden, ob andere Tiere auf den betroffenen Bauernhöfen erkrankt sind. Die Rindertuberkulose ist eine knifflige Krankheit. Denn sie sei schwierig zu entdecken, sagt Kennel. «Bei dieser Krankheit ist es möglich, dass Rinder oder Kühe das Tuberkulose-Bakterium in sich tragen und gar nicht krank werden.» So könne es sein, dass erst beim geschlachteten Tier die typischen Lungenbeschädigungen entdeckt würden. Gerade deshalb sei die Fleischkontrolle im Schlachthof wichtig.

Ganz ausgerottet war die Krankheit nie. Auch wenn die Schweiz seit 1960 als rindertuberkulose-frei gilt. Ein bis zwei Fälle traten stets auf. In Frankreich, Deutschland und Österreich werden wieder vermehrt Fälle von Tuberkulose in Nutz- und Wildtierherden festgestellt, insbesondere bei Hirschen. Die Gründe weshalb sich die Fälle jetzt häufen, sind unklar.

Keine Gefahr für Bevölkerung

Gemäss BVET ist es möglich, dass sich die Seuche noch weiter ausbreitet. «Die Gefahr besteht, weil in der Schweiz relativ viel Tierverkehr besteht», sagt Kennel. So verbringen Tiere von verschiedenen Betrieben den Sommer gemeinsam auf Alpweiden. Oder: Tiere werden von einem Betrieb zu einem anderen Bauernhof verkauft.

Doch auch wenn weitere Fälle auftreten: «Für die Schweizer Bevölkerung besteht keine Gefahr», sagt Michael Beer. Ein Mann, der es wissen muss. Beer ist Mediensprecher beim Bundesamt für Gesundheit.

Ein betroffenes Tier könne zwar die Mikro-Organismen durch die Milch ausscheiden. Doch durch die nachfolgenden Verarbeitungsschritte wie die Erhitzung der Milch zur sogenannten Pasteurisierung, würden die Bakterien abgetötet. Dies gelte auch für die Käseherstellung, sagt Beer.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marc Binder, Illnau
    Die Platzverhältnisse in den CH-Ställen sind rund 30% grösser als in der EU, trotzdem möchte ich keine gehörnten Kühe halten, die Verletzungsgefahr ist ungleich grösser, nicht kontrollierbar. Verletzungen finden übrigens nicht unter Voll- und Lokalanästesie statt wie das enthornen der Kälber. Rinder haben ein ausgesprochenes Herdenverhalten in Laufställen, dazu gehören auch Rangkämpfe und eine Rangordnung. Die Rangkämpfe laufen aber im Stall nicht gleich ab wie im Weichen Boden au...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Michel Berthet, Dulliken
    Unsere Tierhaltung ist krank sieht man an der abgebildeten Kuh. Eine ohne Hörner. Vom Veterinär als Kalb ausgebrannt. Wollen Sie mal das gleiche erleben.? Brennen Sie mit einer Cigarette einfach ein Fingernagel weg. Der geleiche Veterniär sagt das uns Menschen keine Gefahr drohe. Bei der Kreuzfeld Jakob Krankheit auch schon gehört! Nein liebe Menschen, Bauern leiden an zuviel Geld ohne etwas überlegtes zu tun. Einmal werden die Konsumenten nein sagen. Dann gute Nacht liebe Bauern. Michel Be...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Es könnte ja auch ein Angusrind sein, und die sind genetisch hornlos.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von S. Nogler, Bever
      Ich bin damit einverstanden, dass Bauern nicht alles so machen, wie es am Besten wäre. Doch die Gründe liegen nicht bei den Bauern, sondern bei der Lebensmittelmafia (Nestlé, Emmi, Migros, Coop, Aldi etc.) und bei der Politik. Würden einmal faire Preise für Landwirtschaftsprodukte bezahlt, hätten die Bauern genug Geld um ökologischer und Tierfreundlicher zu werden. Der Preisdiktat der Lebensmittelmafia lässt dies aber leider nicht zu.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Nin Guna, Zürich
      Lieber Michel, mit ihrer Bildung reicht es leider nur zur Verbreitung von Halbwahrheiten. Das Abbrennen der Hornanlagen geschiet unter Anästhesie, da könnten Sie sich sämtliche Fingernägel per Zigarette abbrennen und Sie würden nichts spüren. Und eine hornlose Kuh stört das nicht weiter, sie ist aber weit weniger gefährlich für ihre Artgenossen und für den Menschen...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      S. Nogler,Ihr Argument Lebensmittelmafia zieht nicht.Lebe seit x Jz inmitten Bauern,die meisten lieben weder ihre Tiere noch die Natur.Erlebe tägl,wie sie Land teuer verkaufen.Mittelland+Berge sind Zeugnis davon.Danach das Gejammer:teurer Futterimport,näher rückende Menschenmasse,die Abfall auf Wiesen entsorgt,der dann durch Scheibenmäher maulgerecht zerkleinert wird.Selten nur sind Bauern,die freiwillig+dankbar ihren natürl.Helfern Lebensraum zugestehen od.ihre Tiere artgerecht halten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von Valentin Iten, Neuheim
      Das Argumet zieht sehr wohl mit der lebensmittel industrie. Bin Metzger und sehe wie viele klein Betriebe schlachten nicht mehr nur weil der Preis kampf auch an uns nicht spurlos vorbei geht. Das nechste ist bin noch ein richtiger Metzger und schlachte auch oft mals auf dem hofe da das humaner ist. Das nechste ist wie oft hab ichs schon erlebt das sich der Bauer um dreht wen ich Schisse oder den stall verlest. Dann sol mir nimanden sagen die Bauern haben keine Tierliebe
      Ablehnen den Kommentar ablehnen