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Schweiz Warum löschen nicht alle Gemeinden die Lichter?

Seit einem Jahr schaltet die Stadt Baden in mehreren Quartieren nachts die Strassenbeleuchtung ab. Die Stadt Baden und auch andere Städte haben damit gute Erfahrungen gemacht. Sie befinden sich jedoch in der Minderheit.

Legende: Audio Gemeinden halten an Strassenbeleuchtung fest (15.01.2015) abspielen. Laufzeit 1:06 Minuten.
1:06 min, aus Regi AG SO vom 15.01.2015.

Die Stadt Baden spart jährlich 80'000 Franken, indem sie nachts in sämtlichen Quartieren die Strassenbeleuchtung abschaltet. Die Energiekosten seien jedoch nur ein Aspekt, erklärt Martin Koch von der Abteilung Tiefbau: «Die Lichtverschmutzung ist ebenfalls ein Thema, und zudem sind wir eine Energiestadt mit Goldlabel».

Sicherheitsproblem ohne Licht?

Die grosse Mehrheit der Schweizer Städte und Gemeinden lässt die Strassenbeleuchtung nachts jedoch brennen. Beispielsweise die Badener Nachbarsgemeinde Wettingen. Gemeindeammann Markus Dieth ist überzeugt, dass die Sicherheit mit Licht eher gewährleistet ist.

«Die Leute fühlen sich einfach sicherer – zudem beklagen sie sich umgehend, wenn eine Strassenlampe einmal ausfällt». Aber auch in Wettingen spart man Energie, indem man nachts nur jede dritte Lampe brennen lässt.

Gute Erfahrungen in Baden

Strassenlampe nachts.
Legende: Dunkle Strassen seien kein Sicherheitsproblem, sagt die Polizei. Keystone

In Baden hat man im ersten Jahr in den Quartieren ohne Strassenbeleuchtung gute Erfahrungen gemacht. «Es gab kein Sicherheitsproblem – auch andere Gemeinden haben uns dies berichtet», erklärt Martin Koch vom Tiefbauamt Baden. Und die Aargauer Kantonspolizei bestätigt, dass Einbrüche hautpsächlich in der Dämmerung passieren, nicht in der Nacht.

Auch Passanten müssten sich gemäss der Stadt nicht fürchten. Denn das Licht wird nur zwischen 1 Uhr und 5 Uhr morgens abgeschaltet. Also so, dass Fussgänger mit dem letzten Bus noch in beleuchteten Strassen nach Hause gehen können.

Baden weitet Projekt aus

Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt will die Stadt den Versuch nun auf alle Quartiere ausweiten. Mitte 2015 soll es soweit sein. Die Innenstadt ist von der Lichtabschaltung übrigens ausgenommen, weil dort zuviele Leute auch nachts unterwegs sind.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von M. Steiner, Winterthur
    Die Beleuchtung wird oft über zentrale Lichtsensoren gesteuert. Eine Feinjustierung bringt täglich gut und gerne eine halbe bis eine Stunde Einsparung. Man muss es nur tun! Oder die Gemeinde darauf aufmerksam machen...!
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    In vielen Zürcher- Gemeinden wird auf Neben-Strassen schon seit vielen Jahren von 1 Uhr in der Nacht bis morgens um 4 das Licht ausgeschaltet. Auf Haupt-Strassen brennt nur jede 2. Laterne. Ist vollkommen ausreichend. Sollte man überall tun. Wer sich fürchtet soll zu dieser Zeit halt zuhause bleiben, sich begleiten lassen, oder sich ein Taxi leisten. Wir tun es für unsere Natur, (Lichtverschmutzung) & zur Einsparung von Energien. Diese Dauer-Beleuchtungen sind nur Luxus!
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Die Idee ist interessant. Fairer Weise sollte man aber in Bereichen mit hoher Kriminalität das Licht brennen lassen und ängstlichen Personen (z.B. manche Frauen) den SMS-Code geben zum aktivieren der Beleuchtung einzelner Strassenabschnitte. In Kombination mit SmartPhones-Locaters der Telefongesellschaften kann man heute die Beleuchtung dahingehend anpassen, dass diese auf dem Weg zu Freunden oder nach Hause automatisch vorausblickend die Strassenbeleuchtung einschaltet. Heute = techn.Steinzeit.
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    1. Antwort von M.Müller, Zürich
      Licht ist eine trügerische Sicherheit. Bei lokaler Beleuchtung kann sich ein Täter umso besser in der Dunkelheit verbergen und überraschend vorpreschen. Wenn ich selber schon im dunkeln bin, dann sehe ich den Täter in der Dunkelheit besser. Wir sollten uns von der schein Sicherheit Licht verabschieden welche nur eine Illusion ist und sonst nichts. Auch Überwachungskameras hintern die Täter nicht - Mütze auf und rein in den Kiosk oder die Bank.
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