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Internet-Kriminalität Was bringen Cyber-Versicherungen?

Legende: Audio Cyber-Versicherung: Kein Allheilmittel gegen Hacker abspielen. Laufzeit 1:34 Minuten.
1:34 min, aus HeuteMorgen vom 28.03.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Interesse an Versicherungen, die bei Schäden durch Cyber-Kriminalität helfen, hat stark zugenommen.
  • Doch ein Experte vom Beratungsunternehmen VZ Vermögenszentrum rät: «Sorgfältiges Umgehen mit Daten und sich selber schützen», sei «besser, als sich teuer zu versichern».
  • Und wenn doch etwas passiert? Dann helfen die Versicherungen etwa bei der Übernahme der Kosten für einen Anwalt oder helfen, dass private Bilder wieder aus dem Netz verschwinden.
  • Doch vor Abschluss eines Vertrages sollte man in jedem Fall das Kleingedruckte lesen, um über Einschränkungen der Versicherungsleistungen informiert zu sein.

Bei Firmen wie auch bei Privatleuten geht die Angst vor Hacking-Angriffen und Datenklau um. Vor diesem Hintergrund erstaunt es nicht, dass immer mehr Versicherungen gezielt Produkte gegen derartige Cyber-Risiken auf den Markt bringen. Sie wittern zusätzliche Prämieneinnahmen.

«Bei Versicherungslösungen geht es natürlich immer auch um das Geschäft mit der Angst», sagt Versicherungs-Experte Stefan Thurnheer vom Beratungsunternehmen VZ Vermögenszentrum.

Wann hilft die Versicherung?

Der Nutzen von Cyber-Versicherungen sei aber in vielen Fällen beschränkt, betont der Experte: «Sorgfältiges Umgehen mit Daten, sich selber schützen. Das ist allemal besser, als sich teuer zu versichern.» Also zum Beispiel Sicherheitskopien von wertvollen Daten machen und Kreditkarteninformationen vorsichtig aufbewahren.

Doch wenn trotzdem die Kreditkarte missbräuchlich belastet worden ist, oder unerwünscht private Fotos im Internet kursieren? Da kann der Rechtsschutz durch eine Versicherung nicht schaden. Diese übernimmt zum Beispiel die Kosten für einen Anwalt und hilft, dass die Bilder wieder aus dem Netz verschwinden.

Kleingedrucktes lesen

Das sind Leistungen, die verschiedene Versicherungen neuerdings anbieten. Das Interesse der Kunden sei gross, sagt etwa AXA Schweiz, die diese Woche ein solches Produkt lanciert hat.

Trotzdem: Bevor man eine Cyber-Versicherung abschliesse, sei es wichtig, das Kleingedruckte zu lesen, sagt Experte Thurnheer: «Man muss halt die Allgemeinen Versicherungsbedingungen durchlesen. Vor allem die Ausschlüsse und die Begrenzungen, die einem eine Versicherung aufzeigt». Dann zeige sich, so Thurnheer: Nicht immer lohne es sich für Private, das Geld für so eine Versicherung auszugeben.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Joel Busch (Joel)
    "dass die Bilder wieder aus dem Netz verschwinden" das ist doch eine Illusion, in kürzester Zeit sind schon viel zu viele Kopien überall um überhaupt eine Chance zu haben. Zumindest wenn die Bilder für viele Leute interessant sind, also entweder Nacktbilder oder besonders peinliche, genau die die man normalerweise gerne loswerden würde.
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  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Solche Versicherungen bringen genau so viel wie Antivirenprogramme, nix. Entscheidend ist der Benutzer. Schlägt ein Antivirenprogramm an, ist es eh schon zu spät und der Benutzer hat irgend wo einen Fehler gemacht. Sei es auf einer XXX Seite ein Video runtergelassen, per Mail einem Hacker die Tür geöffnet oder sonstigen Gratis-Versprechen nachgegangen und reingefallen. Auch sogenannte Speed-Up und Sicherheit-Scan Software aus Pop-up Fenstern bewirken meist das Gegenteil des Versprochenen.
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  • Kommentar von Urs Ziegler (Urs Ziegler)
    Dass man bei Versicherungen das Kleingedruckte lesen sollte, ist ja wirklich ein neue und sehr hilfreiche Erkenntnis.
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