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Schweiz Was bringt Pegida der SVP?

Seit dem Wochenende gibt es die umstrittene deutsche Protestbewegung Pegida als Verein auch in der Schweiz. Die selbsternannten Patrioten des Abendlandes könnten der SVP im Wahljahr möglicherweise in die Hände spielen, sagt Politologe Michael Hermann. Pegida sei aber auch ein Reputationsrisiko.

Mit ihren Kundgebungen sind die Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) bisher vor allem in den neuen deutschen Bundesländern aufgefallen. Mit einem Verein wollen sie die Protestbewegung nun auch in die Schweiz bringen.

Dies könnte vor allem für die SVP von Bedeutung sein. Bereits haben sich einige Vertreter wohlwollend geäussert. Die nationale Parteispitze nimmt allerdings zurzeit weder für noch gegen Pegida Stellung. Wahlkampfleiter Albert Rösti verneint direkte Kontakte. Er hält fest: «Selbstverständlich verurteilen wir jegliche Form von Extremismus, ob das links oder rechts ist. Aber da geht es im Moment um eine Kundgebung und um die Wahrnehmung der freien Meinungsäusserung.»

Nützlich oder rufschädigend?

Nach Einschätzung des Politologen Michael Hermann hat die Zurückhaltung der Parteispitze verschiedene Gründe: Zum einen eine mögliche Konkurrenz für die SVP, die heute das ganze rechte Spektrum in der Schweiz dominiert und absteckt. Zum anderen aber auch ein gewisses Reputationsrisiko für die Partei, wenn sie vor den Wahlen auch eine Brücke zu andern bürgerlichen Parteien bauen will.

Grundsätzlich räumt Hermann Pegida in der Schweiz «kaum allzu viele Chancen» ein. Die Dominanz der SVP im rechten Spektrum sei zu gross, was diverse Parteien zu spüren bekommen hätten. «Ich sehe noch kein Anzeichen, dass das anders werden könnte, insbesondere auch, weil durch das Instrument der direkten Demokratie der Volksinitiative auch solche Anliegen direkt eingebracht werden können und nicht unbedingt mittels einer sozialen Volksbewegung, wie das jetzt in Deutschland der Fall ist.»

Kaum Chancen für Pegida als Partei

Es sei sicher von Vorteil für die SVP, wenn Pegida in der Schweiz keine Partei gründe, sagt Hermann auf die Frage, ob Pegida allenfalls gewisse Wählerstimmen zugunsten der SVP absorbieren könnte. Als Partei gibt er Pegida kaum Chancen. Allfällige Wählerprozente würde sie aber laut dem Politologen auf Kosten der SVP machen.

Hermann schliesst zwar nicht aus, dass Pegida im Februar in der Schweiz die angekündigte Grossdemonstration realisieren kann. Die Mobilisierung müsse nun abgewartet werden.

Michael Hermann

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Portrait von Michael Hermann

Hermann ist Geograf und Politikwissenschaftler. Er ist Leiter der Forschungsstelle Sotomo und lehrt am geographischen und politikwissenschaftlichen Institut der Universität Zürich. Mit der Publikation des «Atlas der politischen Landschaften» begründete Hermann seine Karriere als Kommentator der eidgenössischen Politik.

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51 Kommentare

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  • Kommentar von Toni Huber, Wil
    Was soll PEGIDA in der Schweiz? Wir haben die direkte Demokratie. Gut es gibt natürlich in der Schweiz linksradikale die selbst nach demokratischen Entscheiden, welche ihnen nicht passen auf die Strassen und randalieren. So geschehen beim Minarett-Verbot, Ausschaffungsinitiative oder Masseneinwanderung. Aber das Linke Andersdenkende nicht verkraften, sieht man ja auch an den linksradikalen Dauerschreiber hier. Pegida bleibt dennoch unnötig. Ich glaube auch nicht, dass diese hier Fuss fassen
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  • Kommentar von Kurt Vollmer, Zürich
    Liebe Ghost-Forumsteilnehmer, leider gibt es in diesem Forum Menschen, welche sich die Namen anderer zu eigen machen und dann unter fremden Namen Kommentare verfassen, welche dem anderen schaden sollen. Aus genau diesem Grund wehre ich mich hier gegen solches Gebahren, denn Leute, die dies tun, operieren verdeckt und sind auch für unsere Gesellschaft gefährlich weil sie aus dem «Untergrund» Andersdenkende aufhetzen. Bitte unterlassen sie das doch & legen sie ein Minimum an Fairness an den Tag!
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    1. Antwort von Toni Huber, Wil
      SUPER Kommentar. Volltreffer, gratuliere! Genau möchte nur noch anfügen, dass dies offensichtlich linke Gruppen sind, die einfach keine andere Meinungen ertragen können und darum zu solchen Mitteln greifen. Diese Handlungen sehr schön aufgezeigt, eingestuft und kritisiert, S. Vollmer. Das Thema oder die politischen Themen allgemein sind zu interessant, da kann man wirklich sachlich miteinander diskutieren. Wann begreifen das endlich auch linke Schreiberlinge?
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    2. Antwort von H Zach, Dübendorf
      Falsch Herr Vollmer. Da muss man das Schweizer Fernsehen klar in Schutz nehmen. Ich braucht es für die Anmeldung von Kommentaren keine ausführliche Anmeldung mit Namen und Adresse, Tel. etc. Somit kann nicht überprüft werden ob es sich um reale Namen oder "Nicknamen" handelt. Dadurch kann auch jeder User selber wählen welchen Nickname er nimmt. Gegenfalls den gleichen. Das ist also nicht gefährlich so wie Sie es darstellen. Bestenfalls unschön. Online-Redaktion macht hier ausgezeichnete Arbeit
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    3. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Herr Vollmer, wenn Sie Ihren Kommentar von 14.01. / 07:00 genau so umsetzten, freue ich mich ab jetzt auf jeden Ihrer unhetzerischen und nicht aus "dem Untergrund" kommenden Eintrag, den Sie sachlich und themenbezogen einschreiben! Wenn nicht, dann "predigen Sie Wasser und trinken selber Wein"! Oder sachlich gesagt: Dann wird Sie niemand mehr ernst nehmen! Schade: Ob "links" oder "rechts" denkende Menschen, hier sollten ALLE ihre Meinung sachlich und anständig äussern können, Herr Vollmer!
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  • Kommentar von Sascha Freitag, Turgau
    Was die deutsche Pegida in ihrem Positionspapier will, hat die SVP grösstenteils per Initiativen schon umgesetzt in der Schweiz. Fehlen nur noch die Umsetzungen an anderer Stelle. Da bleibt für eine Pegida Schweiz nicht mehr viel übrig, wenn sie das gleiche Positionspapier wie die deutsche Pegida vertritt. Aber mal schauen, vielleicht ging ja noch was vergessen.
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