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4 Fragen – 4 Antworten Was passiert, wenn die AHV-Revision scheitert?

70 Franken mehr AHV für Neurentner oder Schiffbruch? Klar ist: Ohne die Reform zahlen die Jungen von heute die Zeche.

Ein nachdenklicher Bundesrat Alain Berset.
Legende: Ein nachdenklicher Bundesrat Alain Berset. Keystone

1. Wie sieht die Ausgangslage im Parlament aus?

  • Eine Allianz aus CVP, SP und BDP setzt sich bei der AHV-Revision für einen Zuschlag von 70 Franken auf neue AHV-Renten und höhere Ehepaar-Renten ein. Das kommt für die anderen Parteien nicht in Frage.
  • Der Nationalrat berät Anfang nächster Woche ein letztes Mal über die Altersvorsorge 2020 von Bundesrat Alain Berset, dann ist die Einigungskonferenz am Zug. Diese setzt sich aus den 13 Mitgliedern der Ständeratskommission und einer ebenso grossen Delegation der Nationalratskommission zusammen.
  • Kommt eine Einigung zu Stande, muss die Vorlage noch die Schlussabstimmung am letzten Sessionstag überstehen. Voraussichtlich am 24. September kommt die Vorlage an die Urne.

2. Was passiert, wenn keine Einigung erreicht wird?

  • Die aktuelle Lösung der Altersvorsorge bleibt bestehen. Das Problem: Die Defizite in der AHV steigen in den nächsten Jahren bedrohlich an:
 Die Finanzaussichten der AHV.
Legende: srf
  • Diese Zahlen des Bundesamts für Sozialversicherungen prognostizieren: In einigen Jahren wird die AHV alljährlich auf ihre Reserven zurückgreifen müssen. Ab 2031 wären sie dann aufgebraucht.

3. Gibt es für die Rentner im Jahr 2031 keine AHV-Rente mehr?

Legende: Video Einschätzung von Andreas Dummermuth abspielen. Laufzeit 0:19 Minuten.
Vom 10.03.2017.

Andreas Dummermuth, Präsident der Konferenz der kantonalen Ausgleichskassen, ist überzeugt: Das Parlament würde notfallmässig handeln, noch bevor das AHV-Geld aufgebraucht ist.

«Die Notübung wird voraussichtlich daraus bestehen, dass das Parlament die AHV-Beiträge erhöhen wird. Das ist durch eine einfache Änderung des Gesetzes möglich, ohne obligatorische Volksabstimmung und nur mit einem einfachen Referendum. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man der Feuerwehr das Wasser nicht geben wird, wenn das Haus brennt.»

Fazit: Scheitert die Rentenreform 2020, zahlen die heutigen Jungen die Zeche.

4. Wie sicher ist mein Geld in der Pensionskasse?

Legende: Video Einschätzung von Pensionskassenvertreter Jean Wey abspielen. Laufzeit 0:18 Minuten.
Vom 10.03.2017.

Weitaus früher als bei der AHV droht den Versicherten Ungemach in der Pensionskasse. Deren Renditen an den Kapitalmärkten sind gesunken. Die Idee, dass jeder vom selber angesparten Alterskapital seinen Ruhestand finanziert, funktioniert mit der aktuell garantierten Rente nicht mehr.

Pensionskassenvertreter Jean Wey: «Die Altersrente ist garantiert. Da besteht eine Rentengarantie für die Altersrentner. Doch die Lücken müssen von jemandem bezahlt werden. Das dürften in erster Linie die Aktiv-Versicherten sein, die das über Beiträge, erhöhte Beiträge oder Sanierungsbeiträge finanzieren.»

Fazit auch hier: Scheitert die Rentenreform 2020, zahlen die heutigen Jungen die Zeche.

34 Kommentare

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  • Kommentar von Otto Murbach (OttoMurbach)
    Auch wenn die Revision scheitern sollte hat die Bundeskasse immer genügend Einnahmen damit auch in Zukunft und in allererster Linie die AHV ihren Verpflichtungen nachkommen kann. Man muss nur wollen. Wichtig ist, dass die direkte Demokratie nicht gekippt wird denn dann hat immer noch das Volk das letzte Wort und kann dem Politikern sagen wo Bartli den Most holt.
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  • Kommentar von E. R. Röthlisberger (sodeli)
    Reform heisst bessere, stabilere Rentenleistung für die Zukunft. Finanziert haben, seit die AHV besteht, die arbeitenden Generationen. Der Vorschlag ist ein aufgebauter Irrgarten, der zukünftigen Rentnern mittels 70 Franken-Debatten und Angstszenarien den gesunden Menschenverstand trüben soll. Parlamentarier vertreten Eigeninteressen und ihre Lobby: private Pensionskassen stärken und Bestverdiener/ Unternehmen von Sozialbeiträgen entlasten. So nicht, oder?
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      In den letzten Jahren alle Renten-Reformen vom Volk abgelehnt worden sind, will man diese jetzt unbedingt durchbringen. Daher dieses Bonbon der 70 Franken mehr AHV für Neurentner. Diese hofft man damit zu gewinnen.
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  • Kommentar von markus aenishaenslin (aenis)
    Bei jeder Reform, klar ist das wir als zukünftige Rentner so oder so zu den Verlierer. Reformen gehen immer auf die Kosten, derer die keine Lobby in Bern haben. Mehr Zahlen weniger haben ! Wenn schon mehr bezahlen, dann lieber in die AHV, als in die zweite Säule. Eine Kuh die zu viel Frist und kein Milch gibt wird früher oder später geschlachtet. National Bank negativ Zins und der Sparzins bei nahe an der Nullgrenze, was will man da noch für die Zukunft erwirtschaften ?
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