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Gescheiterte Kandidatur Wasserfallen: «Ich bin sehr enttäuscht»

FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen wird nicht Regierungsrat von Bern. Es ist nicht seine erste grosse persönliche Niederlage.

Christian Wasserfallen
Legende: Christian Wasserfallen im Nationalrat. Keystone

SRF News: Sie wurden am Mittwochabend nicht für eine Kandidatur für in den Berner Regierungsrat nominiert. Ist das der Anfang vom Ende Ihrer politischen Karriere?

Christian Wasserfallen: Nein, ganz sicher nicht. Meine Motivation ist ungebrochen. Offenbar war der Wille nicht da, einem jüngeren Kandidaten das Vertrauen zu schenken. Aber man kann in der Politik immer viel erreichen. Es gibt auch die Privatwirtschaft, in der ich verschiedene Engagements habe. Heute weiss man sowieso nicht, was noch alles kommt. Ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass ich schon mit 26 Jahren in den Nationalrat gewählt werde.

Sie sind zwar erst 36, doch bereits in der dritten Legislatur im Nationalrat. Sie haben mal gesagt, nach zwölf Jahren möchten Sie etwas Neues machen. Was wollen Sie tun?

Das werde ich Ihnen heute sicher nicht sagen. Wichtig scheint mir, den nächsten Schritt zu machen und dass Philippe Müller unseren Sitz im Regierungsrat halten kann. Das wird kein Spaziergang. Meine Unterstützung hat er.

Wie stark schmerzt die Niederlage?

Ich bin sehr enttäuscht, denn ich hätte das sehr gerne gemacht. Ich kenne auch sehr viele Regierungsräte anderer Kantone und ich habe viele Gespräche geführt. Es wäre eine sehr interessante Aufgabe gewesen, mit einem starken Kanton im Rücken.

Das Gespräch führte Christian Liechti.

Wasserfallens unglückliche Kandidaturen

Die Nicht-Kandidatur für den Berner Regierungsrat ist nicht die erste Niederlage in der politischen und beruflichen Karriere des Christian Wasserfallen – im Gegenteil: Vielmehr bemühte sich der FDP-Politiker vergangenes Jahr vergeblich um das Präsidentenamt beim Automobilclub ACS. Zwar wählten die Sektionen des Automobilclubs Wasserfallen zum neuen Präsidenten. Der bisherige ACS-Chef wollte die Wahl jedoch nicht anerkennen. Die Folge: Ein Gericht kam zum Schluss, dass der 35-jährige nie rechtmässiger ACS-Präsident gewesen sei.
Zudem verzichtete Wasserfallen vergangenes Jahr auf eine Kandidatur als FDP-Präsident. Der Grund: Aufgrund seiner gescheiterten Kandidatur für das Amt des Fraktionschefs mache eine weitere Kandidatur keinen Sinn. Andererseits nannte Wasserfallen damals eine Regierungskandidatur im Kanton Bern als eine «mögliche Option».
Im November 2015 war ihm bei der Wahl des Präsidiums der
FDP-Bundeshausfraktion sein Tessiner Kollege Ignazio Cassis vorgezogen
worden.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    So ideologisch geht das also: Wer sich für künftige, eventuelle neuere und noch sicherere AKW einsetzt, die Wasserkraft ausbauen will und gegen Hunderte von heulenden Windräder einsteht, solle die Politbühne gefälligst sofort verlassen! In 20-30 Jahren wird sich sehr viel technisch entwickeln, Herr Wach! Herr Wasserfallen ist auch dipl. Ingenieur und hat sicher auch gute Gedankengänge, nicht nur links/grüne Staatsgläubige und Ideologen!
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    1. Antwort von Paul Schmid (Psc)
      Ingenieurwissen auch in der Praxis angewendet tut Herr Wasserfallen gut. Bin überzeugt dass er mit 10 bis 20 Jahren Berufserfahrung im Rucksack noch ein guter Politiker werden kann.
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Herr Wasserfallen! Ihre Zeit ist abgelaufen. Als "strahlender", "im Kern gespaltener" FDPler glauben Sie immer noch, dass die Zukunft der Schweiz im "fossilen Zeitalter" (fast ACS-Präsident) von Millionen Jahren vergraben sei. Unser Land braucht dipl. Ingenieure, die die Zukunft gestalten und nicht an Endlagern grübeln.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Besser einer geregelten nachhaltigen Arbeit nachgehen -sollte man zu wenig Talent für die Politik besitzen.
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