Zum Inhalt springen
Inhalt

Schweiz Wassermassen lähmen den Verkehr

Die angekündigte Niederschlagsfront durchnässt viele Schweizer Regionen. Einige Landesteile melden massive Verkehrsbehinderungen. Auch Schneeketten werden mancherorts wieder zur Pflicht Im Kanton Aargau wurden Wassersperren aufgebaut.

Auf der A2 wurde der Seelisberg-Tunnel nahe Luzern Richtung Gotthard wegen eines Erdrutsches gesperrt. Gleiches gilt für die Kantonsstrasse zwischen Chur und Felsberg. Eine Umleitung sei signalisiert, so die SRF Verkehrsinformation.

Autobahn bei Zürich betroffen

Auf der A1 (Zürich Richtung Bern) steht zwischen Rothrist und der Verzweigung Härkingen Wasser auf der Fahrbahn, die auf einen Fahrstreifen verengt sei.  Die Kantonsstrasse Hochdorf - Ermensee ist zwischen Nunwil und Retschwil in beiden Richtungen gesperrt, weil die Fahrbahn überflutet ist.

Die Kantonsstrasse zwischen Kriessern und Rebstein ist wegen Wasser auf der Fahrbahn gesperrt, der Verkehr sei bis auf weiteres eingestellt, hiess es.

Wegen Wasser auf der Fahrbahn ist auch die Hauptstrasse von Sargans Richtung Diepoldsau gesperrt. Zwischen Gams und Wildhaus (H16) wurde der Verkehr nach einem Erdrutsch eingestellt.

Winterliche Strassenverhältnisse

Schneekettenpflicht besteht unter anderem für die A28 Hauptstrasse zwischen Davos und Susch. Auch auf der Kantonsstrasse La Punt Richtung Bergün seien zwischen La Punt und Preda Schneeketten erforderlich.

Auch auf der Strasse zwischen Davos und Klosters-Süd liegt Schnee auf der Fahrbahn.

ZH: SBB-Strecke unterbrochen

In der Nacht kam wegen des anhaltenden Regens in der Region Zürich zudem ein Hang ins Rutschen. Deswegen sei zwischen Rapperswil und Rüti ZH die Bahnstrecke unterbrochen, sagte ein SBB-Sprecher. Etwa ein halber Kubikmeter Schlamm habe die Geleise verschüttet.

Betroffen von dem Unterbruch seien die S-Bahnen 5 und 15, sagte der Sprecher weiter. Auf der Strecke Rapperswil – Rüti ZH verkehrten Ersatzbusse.

Gefahr durch Schneeschmelze

Bis zum Sonntag werden teilweise bis zu 130 Millimeter Regen fallen, sagte SRF-Meteorologe Christoph Siegrist in der «Tagesschau». Das sei fast so viel, wie sonst im gesamten Monat Mai an Niederschlag falle. Oberhalb von 1500 Metern werde der Regen als Schnee niedergehen. Die intensivsten Niederschläge würden für die kommende Nacht erwartet.

Der sintflutartige Regen kombiniert mit Schneeschmelze  führt zu einer gefährlichen Hochwasserlage. Siegrist warnt vor Erdrutschen und über die Ufer steigende Flüssen. «Betroffen sind davon zunächst die Kleine Emme, die Thur und die Birs. Morgen kommen dann noch die grossen Flüsse wie Aare, Reuss und der Rhein dazu.»

Höhepunkt am heutigen Samstag

Die Spitze des Hochwassers wird zwischen Samstagmittag und dem späten Samstagabend erwartet.

Gemäss einer Warnung des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) können auch der Zürich- und der Vierwaldstättersee über die Ufer treten.Die Höchststände der beiden Seen werden laut Bafu erst am Sonntag erwartet. Bei den meisten Seen liegen die Wasserstände indes noch im Rahmen der für die Jahreszeit üblichen Norm.

Aargau besonders gefährdet

Der Kanton Aargau hat für die Nacht zum Samstag einen Teil des Kantonalen Führungsstabs (KFS) aufgeboten. In Aarau und Brugg wurden mobile Hochwassersperren aufgebaut. Die künstlichen Dämme sollen die Wassermassen aufhalten.

Das Gebiet gilt auch beim Bafu als besonders gefährdet. Die Behörde hat für die Aare-Messstellen in Brugg und Murgenthal eine erhebliche Hochwassergefahr (Stufe 3) herausgegeben.

Hochwasserschutz läuft schon an

Zürich hat bereits gestern begonnen, auf das schlechte Wetter zu reagieren. Die Verantwortlichen baten den Kanton Schwyz, den Wasserspiegel im Sihlsee zu senken.

«Wir sind seit gestern voll am turbinieren», sagt Alois Rey vom Amt für Wasserbau Schwyz. Zusätzlich lasse man noch Wasser über die Staumauer ab. «Aktuell laufen 80'000 Liter pro Sekunde aus dem See ab», so Rey. Das seien rund 240 gefüllte Badwannen.

Auf der Aare zwischen Solothurn und Biel verkehren ab Samstag und bis Montag wegen des erwarteten Hochwassers keine Schiffe, wie die Bielersee Schifffahrt mitteilte. Dagegen verkehren die Schiffe auf den Juraseen nach Fahrplan.

Rhein und Aare betroffen

Die gesamte Schifffahrt zwischen Rheinfelden und der Schleuse Kembs ist aufgrund des Dauerregens bis auf weiteres gesperrt. Der Wasserpegel bei Basel-Rheinhalle stieg nach Angaben der Website der Schweizerischen Rheinhäfen bis am frühen Samstagmorgen auf mehr als 8,3 Meter an. Für das Wochenende sind Pegelstände von mehr als 9 Meter prognostiziert. Der durchschnittliche Pegelstand liegt zwischen 6 und 6,5 Meter. Ab 8,2 Meter wird die gesamte Schifffahrt zwischen Rheinfelden und der Schleuse Kembs gesperrt.

Auch auf der Aare zwischen Solothurn und Biel verkehren von Samstag bis Montag wegen des erwarteten Hochwassers keine Schiffe. Das hatte die Bielersee Schifffahrt bereits am Freitag mitgeteilt.

ALTE MEL

den

Wetterprognose SRF Meteo für die kommenden 24 Stunden:

Trinkwasser verunreinigt

In Wichtrach (BE) haben die Behörden einen Alarm an die Bevölkerung herausgegeben: Das Trinkwasser im gesamten Leitungsnetz der Gemeinde ist verschmutzt. Die Bevölkerung wird gebeten, das Trinkwasser abzukochen, bis die Behörden Entwarnung geben.

Herrscht bei Ihnen schon Land unter oder versinken Sie gar im Schnee? Schicken Sie uns Ihre Bilder an SRF Augenzeuge.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Walter Kathriner, Sarnen
    in solchen Fällen, wo man es Tage im Voraus kommen sieht müssen doch die Schleusen von unten nach oben sofort geöffnet werden. Das heisst alle, vom Meer bis zu den Quellen. Wir hier in den Bergen können das Wasser nicht an den Hängen oben zurück halten, zum Ausgleich haben wir die Seen, dort müssen auch möglichst früh die Schleusen geöffnet werden. In Koordination mit ganz Europa sollte das heute möglich sein. Das Wasser muss möglichst schnell wieder dort hin wo es herkommt, ins Meer!!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Walter Kathriner, Sarnen
    in solchen Fällen, wo man es Tage im Voraus kommen sieht müssen doch die Schleusen von unten nach oben sofort geöffnet werden. Das heisst alle, vom Meer bis zu den Quellen. Wir hier in den Bergen können das Wasser nicht an den Hängen oben zurück halten, zum Ausgleich haben wir die Seen, dort müssen auch möglichst früh die Schleusen geöffnet werden. In Koordination mit ganz Europa sollte das heute möglich sein. Das Wasser muss möglichst schnell wieder dort hin wo es herkommt, ins Meer!!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen