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Wegen dubiosen Waffendeals Ruag prüft Zivilklage gegen Mitarbeiter

  • Der bundeseigene Rüstungskonzern Ruag war im Januar von der eigenen Whistleblower-Stelle über dubiose Waffendeals eines Kadermitarbeiters mit Russland informiert worden.
  • Die Firma behalte sich vor, ein Zivilverfahren gegen den betreffenden Mitarbeiter anzustrengen, sagte Ruag-Chef Urs Breitmeier.
Logo Ruag.
Legende: Als weitere Lehre will die Ruag Schlüsselmitarbeiter künftig zusätzlich einer externen Sicherheitsprüfung unterzeihen. Keystone

«Er hat uns geschädigt. Das können wir nicht tolerieren», sagte Breitmeier im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag» und «Ostschweiz am Sonntag». Zwar werde es beim Schaden um keinen Millionenbetrag gehen. «Aber hier geht es ums Prinzip.»

Die Klage sei auch wichtig, um die Compliance weiter im Konzern zu verankern. Als weitere Lehre aus dem Fall unterzieht die Ruag Schlüsselmitarbeiter künftig zusätzlich einer externen Sicherheitsprüfung.

Seit Jahren geheime Geschäfte abgewickelt

Ruag war im Januar von der eigenen Whistleblower-Stelle über dubiose Waffendeals eines Kadermitarbeiters mit Russland informiert worden. Daraufhin stellte der Konzern den Mitarbeiter frei und reichte Strafanzeige bei der Bundesanwaltschaft (BA) ein.

Den Fall publik hatte die «Handelszeitung» gemacht. Sie berichtet über eine Hausdurchsuchung bei Ruag durch die BA. Laut «Handelszeitung» sollen ein Kadermann der Ruag-Munitionsdivision Ammotec sowie der Russland-Leiter der Bank Julius Bär hinter dem Rücken ihrer Arbeitgeber seit Jahren millionenschwere Rüstungsgeschäfte abgewickelt haben.

Breitmeier weist Kritik zurück

Der Mann habe «ohne unser Wissen mit unserem Vertriebspartner ein Abkommen getroffen, dass er parallel zu den unseren auch noch andere Produkte verkaufen kann und auf sämtlichen verkauften Produkten zusätzliche Provisionen erhalte», sagte Breitmeier. Das verstosse gegen alle geltenden Regeln bei Ruag.

Urs Breitmeier am Rednerpult.
Legende: Urs Breitmeier, CEO Ruag, geht es bei der möglichen Klage ums Prinzip. Keystone

Breitmeier zeigte sich allerdings überzeugt, dass die Ruag hier richtig gehandelt habe und die Compliance-Regeln funktioniert hätten. Er wehrte sich gegen die Kritik der Luzerner Rechtsprofessorin Monika Roth, die Ruag habe zu wenig in Sachen Compliance unternommen.

Breitmeier hatte selbst mit dem freigestellten Mitarbeiter direkt zu tun. Zur Frage, ob es Anzeichen gegeben habe, die ihn hätten misstrauisch werden lassen, sagte der Ruag-Chef: «Verkäufer können sich von Natur aus gut verkaufen, sonst würden sie diesen Job gar nicht ausüben.» Rückblickend gebe es sicherlich Dinge, bei denen die Ruag genauer hätte hinblicken sollen.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Kriegsmaterial-Produktion- und Export - egal in welches Land, Kriegsmaterial findet immer den Weg dorthin, wo es eingesetzt werden kann -, ist menschenfeindlich, egoistisch und skrupellos!!
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  • Kommentar von Jürg Leuenberger (jleuen)
    ...und der Bund als Teilhaber der RUAG schweigt vornehm, wenn nur jemand bestraft werden kann. Eine vollständige Privatisierung oder noch besser Schliessung der Waffenschmiede ist die einzig sinnvolle Lösung. Wer jetzt wieder das Killerargument der Arbeitslosen anführt, soll doch mal daran denken, wie die Problematik (z.B. mit Arbeitsplätzen in neun Berufen der Digitaltechnik, oder Jobs im Gesundheitswesen,...) gelöst werden könnte. Wäre besser als einfach nur auf stur - geht nicht schalten.
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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Ich habe mal gehoert, der Fisch stinke vom Kopf... Gerade im Waffengeschaeft, wo jede Schraube ein Bewilligungsverfahren durchlaufen muss ist der Waffenhandel unterer Chargen dubios... Der Fisch stinkt vom Kopf!
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