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Wegen Sicherheitsbedenken Beschränkungen für schwule Blutspender bleiben

Homosexuelle dürfen nur Blut spenden, wenn sie ein Jahr keinen Sex hatten. Der Ständerat will, dass das so bleibt.

Mann bei der Blutspende
Legende: Homosexuelle Männer dürfen weiterhin nur Blut spenden, wenn sie ein Jahr keinen Sex mehr hatten. Keystone

Darum geht es: Um eine Massnahme aus der Zeit, als die Krankheit AIDS bekannt wurde: Männer, die Geschlechtsverkehr mit anderen Männern haben, dürfen kein Blut spenden. Zum Schutz jener Menschen, die eine Bluttransfusion erhalten. Diese Massnahme sei mittlerweile weder gerechtfertigt noch sinnvoll, sondern nur noch diskriminierend, befand die BDP. Ihr Vorstoss, dieses Blutspende-Verbot abzuschaffen, fand im Nationalrat eine Mehrheit.

Legende: Video Graber: «Es geht nicht um Diskriminierung» abspielen. Laufzeit 00:53 Minuten.
Aus News-Clip vom 29.11.2017.

Die Debatte im Ständerat: Konrad Graber (CVP/LU), der Sprecher der zuständigen Ständeratskommission verwies darauf, dass es in der Praxis ja bereits eine Lockerung gab. So dürfen seit diesem Sommer Homosexuelle Blut spenden – wenn sie ein Jahr lang keinen Sex mit Männern hatten. Um eine möglichst grosse Sicherheit beim Blutspenden zu gewährleisten, gebe es halt noch gewisse Restriktionen. Diese beträfen aber nicht nur homosexuelle Kontakte, sondern auch Tätowierungen, Zeckenstiche, Drogenkonsum und anderes.

Legende: Video Janiak: «Ich finde das ziemlich absurd» abspielen. Laufzeit 00:28 Minuten.
Aus News-Clip vom 29.11.2017.

Mit Claude Janiak (SP/BL) schaltete sich ein Rat in die Debatte ein, der direkt von der Regelung betroffen ist. Janiak lebt in einer eingetragenen Partnerschaft, «allerdings nicht im klösterlichen Rahmen, weshalb ich als Blutspender ausscheide». Er habe einen negativen HIV-Test und dürfe kein Blut spenden, obwohl gerade seine Blutgruppe zu der am meisten gesuchten gehöre: «Das finde ich ziemlich absurd.» Sicherheit werde nicht aufgrund eines Fragebogens gewährleistet, sondern dadurch, dass schon heute jede Spende getestet werde.

Das wurde entschieden: Mit 22 zu 17 Stimmen hat es der Ständerat heute abgelehnt, das Blutspende-Verbot für homosexuelle Männer vollständig aufzuheben. Der Bundesrat lehnte die Motion ebenfalls ab, zeigte sich aber offen für eine weitere Verfeinerung der Kriterien.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Mike Steiner (M. Steiner)
    Als Teil der betroffenen Community bis ich zwar entzückt über die Solidaritätsbekundungen, muss aber leider sagen: der Entscheid ist korrekt. Ungeschützte Praktiken nehmen massiv zu, Das ist prophylaktischen HIV-Medikamenten wie Truvada geschuldet, welche nota bene sogar von den Aidshilfen propagiert werden ("Prep" genannt). Die Folge: Syphilis, Hepatitis und Co. steigen deutlich. Und beim Blutspenden geht es eben leider auch um diese. Die Fokussierung auf HIV birgt ein immenses Herdenrisiko.
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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Haben die einen Sexzaehler mit Kalenderfunktion eingebaut.....? irrrrr
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  • Kommentar von Michael Räumelt (Monte Verita)
    1. wie will man feststellen ob jemand homosexuell ist. 2. wie will man feststellen wie viel Sex jemand im Jahr hat und zum dritten, bisexuelle, sowie Gender fallen also raus, aus dieser Diskriminierung.... wie bescheuert sind die eigentlich?
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    1. Antwort von Erwin Marthaler (erma)
      Feststellen kann man dies natürlich nicht. Bei der Blutspende muss aber ein Katalog von Fragen bearbeitet werden, wo unter anderem gefragt wird ob man als Mann in den letzten 12 Monaten Geschlechtsverkehr mit einem anderen Mann gehabt hat. Trifft dies zu, so ist man sofort ausgeschlossen. Es bleibt einem höchstens die Möglichkeit, die Frage unwahr zu beantworten und dennoch Blut zu spenden. Allerdings muss unterschrieben werden, dass alles wahrheitsgemäss beantwortet wurde.
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