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Schweiz Weitere Massnahmen gegen Russland beschlossen

Damit Russland internationale Sanktionen nicht über die Schweiz umgehen kann, hat der Bundesrat wie angekündigt weitere Massnahmen beschlossen. Für die Schweizer Aussenpolitik ist es ein Drahtseilakt.

Russland-Flagge in der Ostukraine
Legende: Die vom Bundesrat revidierte Verordnung tritt am (heutigen) Mittwoch um 18 Uhr in Kraft. Keystone

Eigentlich ist es die offizielle Linie der Schweiz, eher zurückhaltend zu sein mit Sanktionen gegen Russland. Vor allem auch, da die Schweiz momentan die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) leitet.

Aussenminister Didier Burkhalter versucht, zwischen der Ukraine und Russland zu vermitteln. Doch gleichzeitig will der Bundesrat auch verhindern, dass Russland die Schweiz dazu benutzt, die Sanktionen der EU zu umgehen. Und dass die Schweiz in den Augen anderer europäischer Staaten als «Sanktionsbrecher» dasteht.

Die Worte von Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann bringen diesen Spagat zum Ausdruck: «Wir sind in einem gewissen Sinne solidarisch mit unserer Umgebung. Aber unser Weg ist etwas abweichend von dem der Europäischen Union.»

Keine Übernahme der EU-Sanktionen

Konkret hat der Bundesrat unter anderem nun beschlossen, die Finanzgeschäfte von fünf russischen Banken einer Bewilligungspflicht zu unterstellen. Ausserdem soll die Ausfuhr von Rüstungsgütern nach Russland noch restriktiver gehandhabt werden.

Allgemein legt Schneider-Ammann Wert auf die Feststellung, dass die Schweiz die Sanktionen der EU nicht 1:1 übernommen habe. Zum Beispiel bei den sogenannten Dual-Use-Gütern verfolge die Schweiz eine weniger strenge Linie. Solche Güter könnten weiterhin nach Russland geliefert werden. Etwa wenn die Schweizer Behörden zum Schluss kommen, dass das entsprechende Produkt dort zivil, und nicht militärisch verwendet wird.

Allerdings lässt der Bundesrat es offen, ob er in naher Zukunft, je nach Entwicklung der Situation in der Ukraine, weitere Massnahmen gegen Russland ergreifen wird.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Stahn, Fraubrunnen
    Da die Erweiterung der Massnahmen gegen Russland kritiklos vom Wirtschaftsdachverband Economiesuisse mitgetragen wird, nimmt er ohne weiteres eine Schwächung des Wirtschaftswachstum in Kauf, was zu Entlassungen, Konkursen führen wird. Was wir uns merken können ist, der Wirtschaftsverband setzt sein Panikmacheargument, von angeblichem 'Verlust der Arbeitsplätze', 'wir brauchen Wachstum' usf., nur dann einsetzt, wenn es seinen Interessen entspricht und nicht dem der Bevölkerung.
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  • Kommentar von James Asset, Monte Carlo
    @ Eddy Dreier: schön gesagt. Das russische Importverbot für Agrarprodukte sollte, dem Beitrag folgend, eigentlich von Europa und Puddelchen Schweiz ausgehen, denn mit Lebensmitteln könnte ja russische Arbeiter genährt werden, die Kriegsgerät herstellen. Die Schweiz macht sich nur noch lächerlich und überlässt so mögliche Profite den BRICS-Staaten. Ausverkauf mit anschliessender Liquidation - ist das sogar gewollt? Geniale Politiker wurden da vom Volk gewählt um den Volkswillen zu vertreten.
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Deutschland bricht diese Tage ein absolutes Tabu: Keine Waffen & Kriegsgeräte in ein Kriegsgebiet zu liefern. Die Schweiz will jetzt u. a keine Werkzeugmaschinen, welche auch für militärische Zwecke verwendet werden KÖNNTEN mehr an Russland, welches sich nachweislich nicht in einem Krieg befindet liefern. Nur schon die Annahme sie könnten ja vielleicht falsch verwendet werden ist sehr abstrus, weil Russland sicher nicht darauf angewiesen ist. Ist es gar ein Kuhhandel mit der EU betreffend PFZ?
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