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Neues Kompetenzzentrum Weiterer Fall Adeline soll verhindert werden

Legende: Audio Strafvollzug soll dank Kompetenzzentrum einheitlicher werden abspielen. Laufzeit 1:45 Minuten.
1:45 min, aus HeuteMorgen vom 04.08.2017.
  • Seit dieser Woche wird in Freiburg das Schweizerische Kompetenzzentrum für Justizvollzug aufgebaut.
  • Es soll den Strafvollzug in der Schweiz einheitlicher und professioneller machen.
  • Auslöser für die Gründung des Zentrums waren die beiden Mordfälle an jungen Frauen in der Westschweiz – Marie und Adeline.

Vor allem nach dem Mord an der Genfer Sozialtherapeutin Adeline war die Kritik gross: Die involvierten Vollzugsbehörden und die Psychiatrie hätten bei der Beurteilung der Gefährlichkeit des Täters ihre Informationen besser miteinander teilen müssen. Die Gründung dieses Zentrums jetzt ist eine Reaktion der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) auf diese Kritik.

Die Hauptaufgabe des Kompetenzzentrums wird es sein, im Bereich des Justizvollzugs über die Kantonsgrenzen hinweg gemeinsame Lösungen zu finden – und enger zusammen zu arbeiten, sagt der neue Direktor des Zentrums, Patrick Cotti: «Zum Beispiel in Bereichen der Sicherheit, im Bereich der Risikoabschätzung, der Deliktorientierung in der Umsetzung des Strafvollzuges.» Cotti war Gefängnisdirektor der Strafanstalt Zug und auch Zuger Regierungsrat. Er hat also breite Erfahrung in der Strafvollzugspraxis und in der Politik.

Ich glaube die Stärke dieses neuen Kompetenzzentrums liegt darin, hier wirklich gemeinsam Minimalstandards oder Richtlinien zu erarbeiten.
Autor: Patrick CottiDirektor des Kompetenzzentrums für Justizvollzug

Zwar macht der Bund die Gesetze, doch der Strafvollzug ist kantonal geregelt. Und hierbei gibt es zwischen den Kantonen und vor allem auch den Sprachregionen momentan noch grosse Unterschiede.

Zu grosse, sagt Cotti, der in Zukunft auch die Ausbildung des Vollzugspersonals über die Sprachgrenzen hinweg einheitlicher machen will. «Ich glaube die Stärke dieses neuen Kompetenzzentrums liegt darin, hier wirklich gemeinsam Minimalstandards oder Richtlinien zu erarbeiten, wonach sich die Vollzugsbehörden und die in der Umsetzung beteiligten Personen richten sollen», sagte er.

Die Kosten für das neue Zentrum betragen rund 13 Millionen Franken pro Jahr. Den grössten Teil bezahlen die Kantone.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Reinmann (pareinmann)
    Minimalstandards oder Richtlinien erarbeiten....? Ich versteh die Welt nicht mehr....! Warum inhaftierte Mörder und Vergewaltiger Freigang bekommen oder zusammen mit einer unbewaffneten Therapeutin irgendwo hinfahren dürfen, ist mir ein Rätsel....! 13mio pro Jahr sind ein Faustschlag ins Gesicht eines jeden unbescholtenen Bürgers und Steuerzahlers.
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  • Kommentar von Urs Dupont (udupont)
    Professionalisierung? .... das hören wir doch seit Jahren. Das einzige was ändert ist, dass immer noch gigantischere Summen an Steuergeldern für den Strafvollzug ausgegeben werden und deshalb beim "Normalbürger" um so mehr gespart werden muss. Der Trend, immer mehr für Asoziale auszugeben, zeigt sich auch hier unvermindert :-(.
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    1. Antwort von Michi Leemann (mille)
      Herr D. wenn Sie etwas erreichen wollen (bspw. weniger Opfer durch Rückfälle), dann müssen Sie in unserer Welt Geld investieren. Jeder CHF zur Täterbehandlung ist ein CHF für den Opferschutz. Damit nicht alle "Asozialen" (Ihr Zitat) asozial bleiben, benötigt es überprüfbare Methoden zur Verringerung der Rückfallgefahr. Sie können diese "Asozialen" nicht einfach wegwünschen oder für Millionen CHF ein Leben lang wegsperren. Das ist die Realität. Lösungen bringen und nicht bloss beanstande bitte...
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Sondersettings für alle? :-)
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    1. Antwort von Michi Leemann (mille)
      Herr Pip, ist es Ihnen überhaupt möglich einen sachlichen Kommentar zu posten? Ansonsten entsteht der Eindruck, Sie machen sich nur über Opfer, Angehörige und Täter lustig, obwohl die Sache eigentlich ernst sein sollte. Zur Sache: Vernetzung von Fachwissen, Standards, saubere & transparente Prozesse, zeitnaher Austausch unter den Beteiligten macht alles Sinn. Es ist zu hoffen, dass die erwünschte Professionalität auch objektiv überprüfbar wird und sich dies in weniger Rückfällen niederschlägt.
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