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Schweiz Welche Rolle soll die Schweiz im Syrienkonflikt spielen?

Die Zahl syrischer Flüchtlinge erreicht bald zwei Millionen. 70 davon hat die Schweiz bisher aufgenommen. Nun wird der Ruf immer lauter, mehr Flüchtlinge aus Syrien zuzulassen. Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat durchblicken lassen, dass sie diesbezüglich etwas plant.

Syrische Flüchtlinge ruhen sich nach der Grenzüberquerung zu Jordanien aus.
Legende: Der Bürgerkrieg in Syrien hat laut UNO über drei Millionen Kinder von ihrem zu Hause vertrieben. Reuters

«Wenn es um die Rettung von Leben geht, muss man manchmal auch ungewöhnliche Schritte tun.» Das erklärt der Präsident der Aussenpolitischen Kommission, SVP-Ständerat Hannes Germann. Welche Rolle die Schweiz im Syrienkonflikt spielen könnte, wolle er am Donnerstag in seiner Kommission erörtern, «damit wir Informationen aus erster Hand bekommen.»

Für German ist aber jetzt schon klar: Angesichts des Leids in Syrien unterstützt er die Forderung, mehr Flüchtlinge aus der Bürgerkriegsregion aufzunehmen. «Die Schweiz ist sicher in der Lage, ein grosses Kontingent aufzunehmen – selbstverständlich im Rahmen einer internationalen Aktion.»

Auch SP-Nationalrat Carlo Sommaruga möchte das Flüchtlingskontingent für Syrien massiv erhöhen. «Es könnten mehrere hundert Flüchtlinge mehr kommen», sagt der Vizepräsident der Aussenpolitischen Kommission. Zudem fordert er, dass Syrer, die bereits in der Schweiz leben, ihre kriegsversehrten Familien erleichtert zu sich holen können. Eine Spezialbewilligung solle ihnen ermöglichen, während des Bürgerkriegs in der Schweiz zu bleiben.

Bisher hat die Schweiz auf Anfrage des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) 70 Syrern Zuflucht gewährt.

Bundesrätin mit Plänen

Justizministerin Simonetta Sommaruga kann bis zu 100 Personen in eigener Kompetenz aufnehmen. Bei grösseren Kontingenten bräuchte es einen Beschluss des Gesamtbundesrates.

Offenbar plant Sommaruga, mehr Syrer aufznehmen: «Wir sind im Gespräch mit dem UNHCR. Und ich werde den Bundesrat bald über meine Pläne informieren.» Im Moment könne sie allerdings nicht mehr dazu sagen, so die Justizministerin.

Syrer in der Schweiz

Ende Juli befanden sich 2825 Syrer im Schweizer Asylprozess. 758 Syrer wurden in der Schweiz seit Ausbruch der Unruhen im März 2011 vorläufig aufgenommen. Sie sind noch nicht als Flüchtlinge anerkannt. Nur rund 70 sind direkt ohne Verfahren aufgenommen worden. Es handelt sich um so genannte Kontingent-Flüchtlinge.

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44 Kommentare

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  • Kommentar von hans rudolf, zürich
    Helfen vor ort. Team zusammenstellen und die leute vor ort betreuen. Es ist nur eine heuchlerei paar hundert aufzunehmen, wenn es fast 2 millionen sind! Besser eine gut organisierte hilfe vor ort!
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  • Kommentar von Tom Berger, Bern
    Mit dieser Aktion werden keine Leben gerettet, sondern die Flüchtlinge werden nur von den Lagern an der Grenze nach Europa verfrachtet. Würden alle 50 europäischen Länder je 5'000 Flüchtlinge aufnehmen, reduziert sich deren Zahl in der Region um 250'000. Das Kapazitätsproblem in den Lagern für die restlichen 1.75 Millionen bliebe aber weiterhin ungelöst. Deshalb ist es besser direkt vor Ort zu helfen, wo man pro Franken und Euro mehr Hilfe leisten kann als im hochpreisigen Europa.
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  • Kommentar von kari huber, surin
    Bisher lief alles so, wie es sein sollte: Den Flüchtlingen wird in Nachbarländern vorübergehende Unterkunft gewährt. Wenn sich die Schweiz an den Kosten dieser Beherbergung beteiligt, bin ich mehr als einverstanden. Schliesslich soll der Weg zurück in die Heimat nicht allzu weit sein. Opfer der Diktatur in die Schweiz zu holen ist - ausser in medizinischen Notfällen, wenn keine andere adäquate Behandlung möglich ist - sehr kurzsichtig und dumm. So wie der ganze Quoten-Quatsch der Sozis!
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