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Schweiz Weniger Armee an Schweizer Sportfesten

Organisatoren von Grossanlässen konnten bisher auf die Unterstützung der Armee zählen – doch nicht mehr lange. Die Armee soll sich wieder mehr auf ihre Kernaufgaben konzentrieren.

Ein Angehöriger der Schweizer Armee setzt Stühle auf eine Tribüne.
Legende: Die Mithilfe der Armee an Sportanlässen, wie hier beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest, soll reduziert werden. Keystone

Bei Grossanlässen wie dem Turnfest oder dem Schwing- und Älplerfest war die Armee bisher eine tatkräftige und kostengünstige Unterstützung. In Zukunft wird dies nicht mehr der Fall sein. Der Bundesrat hat die entsprechende Verordnung über die Unterstützung ziviler und ausserdienstlicher Tätigkeiten mit militärischen Mitteln (VUM) geändert. Die Änderungen sind unter anderem auch eine Reaktion auf den 2010 aufgeflogenen Missbrauch von Erwerbsersatzordnungs-Geldern.

Die Armee soll sich wieder mehr auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Dafür werden weniger Mittel für zivile und ausserdienstliche Tätigkeiten zur Verfügung gestellt, teilte das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mit.

Nur Anlässe mit Ausbildungseffekt

Organisatoren, welche die Hilfe der Armee in Anspruch nehmen, sollen die entstehenden Mehrkosten selber tragen. Einen Teilbetrag allfälliger Gewinne müssen sie an den Ausgleichsfonds der Erwerbsersatzordnung (EO) überweisen.

Zivile oder ausserdienstliche Tätigkeiten sollen von der Armee nur noch dann unterstützt werden, wenn ein Ausbildungs- oder Trainingseffekt entsteht. Zusätzlich muss der Einsatz von nationaler oder internationaler Bedeutung sein.

Nicht betroffen sind dabei Armeeinsätze für das WEF oder im Katastrophenfall.

Erhöhung des Dienstalters

Nebst den Neuerungen bei zivilen und ausserdienstlichen Einsätzen, hat der Bundesrat auch die Verordnung über die Militärdienstpflicht revidiert. Neu wird das Dienstalter erhöht, wodurch die Armee länger von erfahrenen Armeeangehörigen profitieren soll.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Elmar Hutter, Bad Ragaz
    Der Entscheid des VBS und des BR ist richtig. Die Armee muss sich vermehrt auf die Sportförderung im eigenen Betrieb einstellen. Für angemessene körperliche Leistungsanforderungen sollte die Truppe entsprechend organisiert und durch geschultes Personal (z.B. Sportlehrer) gezielt gefördert und gefordert werden. Auch die Auftragserfüllungen im militärischen Bereich benötigen klare Festlegungen. Damit werden Leerläufe möglichst verhindert. Die WK's sollen auch einen persönlichen Gewinn abwerfen.
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Erhöhung des Dienstalters ? - Keine schlechte Idee, wäre schön, wenn die globale Wirtschaft das auch so sehen würde und der Armee gleichtut. - Aber eben, da wird man fast wie Gammelfleisch behandelt und "entsorgt", zG. der PFZ .....!!! (smile)
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Die Armee ist grundsätzlich keine Sportunterstützungs-Einheit. Sie hätte eigentlich einen Auftrag, der durch die Verfassung definiert worden ist. - Also stoppt diese "heimliche" Subventionierung" auf kosten der Landesverteidigung, unverzüglich. Sport hat Sponsoren, hat Kommerzielle Interessen und ist eigentlich nur ein Wirtschaftsfaktor, mehr nicht. Warum soll die Armee so was auch noch mitfinanzieren ???? -
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    1. Antwort von Hagou Hans, Bienne
      ... es wäre interessant, transparent zu machen, wohin, zu wem, die jährlichen Miliaaarden der Armee fliessen, so ohne Gegner, so ohne Feind, nur wegen der festgelegten Verfassung! Der Feind wäre schon da, in der heutigen Zeit, wer erobert heute noch Land, ...Geld wird "erobert" - Der Mensch ist dazu noch das fieseste Lebewesen, also Achtung und die Natur gibt auch immer mehr zu "schaffen", leider auch nicht das Thema der Armee...!
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