Zum Inhalt springen

Schweiz Weniger deutsche Ärzte

Die Schweiz spürt den Zulassungsstopp und die verbesserten Arbeitsbedingungen für Ärzte in Deutschland. 2013 wollten noch knapp 850 Deutsche eine Praxisbewilligung, waren es 2014 nur noch gut 250. Warum das so ist, dieser Frage ging «10vor10» nach.

Legende: Video Schweiz nicht mehr Traumziel deutscher Ärzte abspielen. Laufzeit 02:30 Minuten.
Aus 10vor10 vom 09.01.2015.

Die Schweiz bleibt das beliebteste Auswanderungsland für deutsche Ärzte. Trotzdem haben 2014 deutlich weniger Deutsche eine Praxisbewilligung in der Schweiz beantragt als im Vorjahr.

Im letzten Jahr erhielten 252 deutsche Ärzte eine sogenannte Zahlstellenregister-Nummer (ZSR), 2013 waren es noch 848. Diese ZSR-Nummer benötigt ein Arzt damit er mit den Krankenkassen abrechnen kann. Das zeigen neuste Zahlen des für die Erteilung der ZSR-Nummern zuständigen Zahlstellenregistern Sasis, die «10vor10» vorliegen.

Deutsches Werben, Schweizer Zulassungsstopp

Wie die Schweiz hat auch Deutschland einen Ärztemangel. In den letzten paar Jahren hat aber Deutschland die Arbeitsbedingungen für seine Ärzte verbessert. «Seit drei Jahren werben wir um unsere Ärzte. Das sind zum einen finanzielle Vergünstigungen und Umsatzgarantien, aber auch Investitionshilfen für junge Ärzte», sagt Roland Stahl von der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in Deutschland.

Der Hauptgrund für das Ausbleiben der Deutschen ist aber der Zulassungsstopp. Anfang 2012 fiel der Ärztestopp, der die Zulassung von Fachärzten steuerte. Die Zahl der Praxisbewilligungen explodierte. Mittlerweile haben die meisten Kantone reagiert. Bis heute haben 18 Stände den Zulassungsstopp wieder eingeführt.

So wollten 2014 nur insgesamt 1031 Ärzte eine Praxis in der Schweiz eröffnen. 2013 waren es noch 2740 Ärzte.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Zuerst haben sich zu viele Spezialärzte niedergelassen, dann beschloss die Politik einen Zuslassungsstop. Jetzt beklagt die Politik, es gäbe zu wenig Spezialärzte aus Deztschland... ja, was denn nun?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Felix Müller, Bern
    In einer imaginären Welt mit alternativer Geschichte, d.h. ohne DDR, hätte die EU auf das Ja zur Masseneinwanderungsinitiative mit Auswanderungskontingenten reagieren können. Wenn plötzlich nur noch halb so viele Akademiker aus der EU in die Schweiz hätten einwandern dürfen, hätten wir ein Schlamassel gehabt, gegen das die jetzige Situation Kindergeburtstag ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Höchste Zeit. Vor allem höchste Zeit, dass diese Gründe offen gelegt und diskutiert werden. Das hat ja auch etwas mit Pressefreiheit zu tun, denn die Journalisten wussten bestimmt schon lange worum es geht, aber eben veröffentlichen durfte man so etwas möglichst nicht. Genau das, nenne ich Offenheit eines Volkes. Es wird immer mehr klar, dass bisherige Systeme falsch sind und wir die Probleme z.T. aus Geiz selber schaffen. Etwas mehr Weitsicht wird sich für die Schweiz auszahlen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen