Mehrheit stimmt brieflich ab Weniger Stimmlokale in der Stadt Zürich

Nur noch wenige Stimmberechtigte gehen persönlich an die Urne. Trotzdem ist die Schliessung von Stimmlokalen umstritten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Stadt Zürich reduziert die Zahl der Stimmlokale von 50 auf 14.
  • Kritiker sagen, damit gehe ein Stück Demokratie verloren.
  • Die Stadt verteidigt sich, es gebe noch immer mehr Stimmlokale als andernorts.

Am letzten Abstimmungswochenende im November konnten die Zürcherinnen noch in 50 Stimmlokalen persönlich ihre Stimme abgeben. Am nächsten Sonntag werden es noch 14 sein.

Die meisten Stimmlokale würden einfach nicht mehr gut genug besucht, sagt die Zürcher Stadtschreiberin Claudia Cuche-Curti. An einigen Orten seien innerhalb von zwei Stunden noch etwa hundert Leute an die Urne gegangen. Die Nachfrage für das Angebot sei nicht mehr vorhanden.

Kritiker: Urnengang mehr als Stimmabgabe

In den Quartieren und im Stadtparlament löst der Entscheid zur Schliessung von 36 Stimmlokalen Kritik aus. Beim Gang an die Urne gehe es um mehr als die Stimmabgabe, sagt SVP-Parlamentarier Daniel Regli: «Man politisiert miteinander und oft sammeln wir vor den Stimmlokalen auch Unterschriften». Es gehe um einen demokratischen Akt, und dieser solle weiterhin stattfinden.

Mit der Schliessung der Stimmlokale spare die Stadt nur gerade 50'000 Franken pro Jahr, so Regli. Das sei für eine Stadt mit einem jährlichen Aufwand von 8,7 Milliarden Franken ein Klacks.

Claudia Cuche-Curti betont, in Zürich gebe es mit 14 Stimmlokalen immer noch mehr als in anderen Städten: «Luzern und St. Gallen haben nur noch ein Stimmlokal, Bern deren sechs». Der Abbau von Stimmlokalen habe an diesen Orten zu einer Verlagerung zur brieflichen Stimmabgabe geführt, aber nicht zu einer geringeren Stimmbeteiligung.

Welche Stadt hat wie viele Stimmlokale?


Winterthur26

Genf17

Zürich
14


Lugano13

Bern6

Lausanne6

Biel5

Basel1

Luzern1

St. Gallen
1