Weniger Straftäter in Gefängnisse eingewiesen

In der Schweiz sind letztes Jahr etwas weniger Straftäter hinter Gittern gelandet als im Vorjahr. 9200 Personen wurden in eine Straf- oder Massnahmenanstalt eingewiesen. Im Jahr zuvor waren es rund 260 mehr gewesen.

Wärter in Gefängnis

Bildlegende: Im vergangenen Jahr wurden weniger Straftäter in Gefängnisse eingewiesen. Keystone

In der Schweiz sind 2015 weniger Straftäter eingesperrt worden, als noch im Jahr davor. Auch die Zahl der Personen, die gemeinnützige Arbeit verrichten mussten, ging zurück – auf rund 3380.

Insgesamt wurden 2015 rund 12'800 Strafen und Massnahmen vollzogen. Das seien vier Prozent weniger als im Vorjahr, teilte das Bundesamt für Statistik (BFS) mit.

Mit einer elektronischen Fussfessel verbüssten hingegen leicht mehr Straftäter ihre Strafe als im Vorjahr. Die Zahl stieg von 233 auf 241. Das entspricht rund 2 Prozent aller vollzogenen Strafen und Massnahmen.

145 Personen verwahrt

Von den Personen im Strafvollzug hatte 2015 ein Drittel einen Schweizer Pass, ein weiteres Drittel stammte aus Europa. 26 Prozent der Insassen kamen ursprünglich aus Afrika, 9 Prozent aus Amerika und Asien. Anders sieht es bei jenen aus, die ihre Strafe mit gemeinnütziger Arbeit oder mit elektronischen Fussfesseln verbüssten: Von diesen Personen hatten rund 60 Prozent die Schweizer Staatsangehörigkeit.

In der Verwahrung befanden sich 2015 durchschnittlich 145 Personen – gleich viele wie im Vorjahr. Es handelte sich ausschliesslich um Männer (98 Prozent). Drei Viertel sind Schweizer.

Diebe mit hohem Rückfallrisiko

Das BFS hat auch untersucht, wie viele Straftäter nach dem Verbüssen ihrer Strafe erneut mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Von den knapp 1500 Schweizern und Schweizerinnen, die 2010 aus dem Straf- und Massnahmenvollzug entlassen wurden, seien innerhalb von drei Jahren 45 Prozent wiederum strafrechtlich verurteilt worden, schreibt das BFS. 15 Prozent mussten erneut ins Gefängnis.

Das höchste «Rückfallrisiko» haben Diebe: Bei ihnen liegt die Wiederverurteilungsrate bei 61 Prozent. Hingegen werden nur 29 Prozent der Personen, die wegen Verkehrsdelikten verurteilt wurden, rückfällig. Auch zwischen den Geschlechtern zeigt sich ein Unterschied: Männer werden häufiger rückfällig (46 Prozent) als Frauen (36 Prozent).