Weniger Wein wegen schlechten Wetters

Viel Regen und kühle Temperaturen im Frühling, Hagel im Sommer: Die Weinernte 2013 wird manchenorts klein ausfallen. Ernteausfälle von bis zu 50 Prozent sind zu erwarten.

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Reben bringen wohl nur die halbe Ernte

2:47 min, aus 10vor10 vom 9.10.2013

Für Schweizer Weinbauern werden die schlimmsten Befürchtungen wahr: 2013 wird es weniger Wein geben. Schuld daran sind der verregnete Frühling und der Hagel im Sommer. Schlechte Voraussetzung für einen vollen Weinkeller.

Ein Blick auf die Reben in der Bündner Herrschaft zeigt, was das Wetter angerichtet hat: Ausgereifte hängen neben verkümmerten oder erst gar nicht gereiften, noch grünen Beeren. Weinbauer Thomas Marugg sagt: «Wir werden dieses Jahr die halbe Ernte einfahren.» Finanziell bedeute das, dass sich auch die Einnahmen halbieren werden.

Marugg aber relativiert die schlechte Ernte. Man dürfe nicht auf ein einzelnes Jahr fokussieren. Als Winzer blicke man immer jeweils auf zehn Jahre. «Dann sieht das wieder anders aus.»

Chancen auf guten Wein intakt

Der schlechte Ertrag muss jedoch nichts über die Qualität des edlen Saftes aussagen. Werner Siegfried vom eidgenössischen Forschungsinstitut Agroscope meint: «Wenn jetzt der September und vor allem auch noch die erste Oktoberhälfte punkto Wetter dann haben wir doch noch eine Chance auf einen guten Reifegrad.»

Bis in den November hinein kann geerntet werden. Zahlen zum gesamtschweizerischen Weinertrag für 2013 werden deshalb auch erst im Dezember veröffentlicht. 2012 wurden 1,004 Millionen Hektoliter gewonnen. Das lag über 10 Prozent unter dem Ergebnis 2011, was ebenfalls auf die Wetterbedingungen zurückzuführen war. Damals war es im Sommer zu warm und zu trocken, der Herbst dagegen zu nass.

Weinernte 2002-2012