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Schweiz Wer mit Mini-Drohnen fotografiert, braucht bald eine Bewilligung

Die Mini-Drohne kreist über hunderten Fussballfans an einem Public Viewing in Zürich. Die Polizei holt das Fluggerät mit eingebauter Kamera auf den Boden. Zu gefährlich, argumentiert sie. Das sieht auch der Bund so, deshalb will er eine Bewilligungspflicht einführen.

Ein Mann steuert eine Drohne, die eine Spiegelreflexkamera tragen kann, über freiem Feld.
Legende: Auf freiem Feld unbedenklich, über Menschenmengen ein Sicherheitsrisiko: Mini-Drohnen. Keystone

Die Zürcher Polizei hat in letzter Zeit gleich zwei Mini-Drohen vom Himmel geholt und damit für Gesprächsstoff gesorgt: Letzte Woche leitete sie eine Verfahren ein, weil ein solches Fluggerät mit eingebauter Kamera über ein grosses Public Viewing in der Innenstadt flog, als die Schweiz Honduras schlug. Am 1. Juni holte die Polizei eine private Drohne vom Himmel, die über dem Letzigrund-Stadion kreiste, als dort die Rolling-Stones rockten.

In beiden Fällen argumentierten die Zürcher Behörden nicht etwa mit dem Datenschutz, sondern mit der Sicherheit. Sie beriefen sich dabei auf eine 30 Jahre alte Bestimmung für Modellflugzeuge, wonach man solche Geräte in Zürich nur über unbewohntem Gebiet fliegen lassen darf.

Mini-Drohnen bald bewilligungspflichtig

Dass Drohnen gefährlich werden können, weiss man auch beim Bundesamt für Zivilluftfahrt, wie Sprecherin Martine Reymond bestätigt. «Wenn so eine Drohne auf den Boden fallen würde, könnte das Schaden bringen.» Das Bundesamt hatte schon vor einigen Jahren Vorschriften für private Drohnen erlassen. Aber darin ist die Gefahr, dass die Fluggeräte auf Menschenmengen fallen könnten, nicht berücksichtigt.

Die Lücke soll jetzt geschlossen werden: Wer seine Drohne über Volksfeste, Open-Airs oder andere Menschenansammlungen steuern will, braucht bald eine Bewilligung: «Der Sinn einer solchen Bewilligung ist, zu garantieren, dass nur Drohnen über Menschensammlungen fliegen, die die entsprechenden Sicherheitsstandards aufweisen.» Das Departement von Bundesrätin Leuthard will die schärferen Bestimmungen rasch in Kraft setzen: Pünktlich auf die 1.-August-Feiern.
(aebn;heis)

28 Kommentare

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  • Kommentar von Dani Janni, Zürich
    Der Flieger am Public Viewing war ein Medienunternehmen! Aber die halten ja zusammen wie Pech und Schwefel, und wir Privatflieger sind nachher die gearschten. Schlussendlich gehs ja nur darum, dass die großen Medienunternehmen ihre Schäfchen im Trockenen haben. Die kriegen ja die Bewilligungen sicher noch erleichtert oder stellen freischaffende Fotografen an um die Verantwortung im Fall von sich weisen zu können. Auch Sendungen wie 10 vor 10 tragen viel dazu bei das wir falsch informiert sind.
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  • Kommentar von Patric Schweizer, St.Gallen
    Endlich wird dem Treiben ein Ende gesetzt! Ich fliege mit Geräten die über einen redundanten Ersatzflugkontroller verfügen. Diese fliegen dann auch noch wenn 2 Propeller ausfallen. Ausserdem habe ich IMMER eine Sicherheitszone oder eine abgesperrt wenn nicht vorhanden um Personenschäden möglichst zu vermeiden. Ich finde das sollte auch so gesetzlich geregelt sein. Da geht es nicht nur um ein paar schwarze Schafe. Die Sicherheit der GPS gestützen autonomen Flugsteuerungen wird sehr unterschätzt..
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  • Kommentar von Patric Schweizer, St.Gallen
    Endlich wird dem Treiben ein Ende gesetzt! Ich fliege mit Geräten die über einen redundanten Ersatzflugkontroller verfügen. Diese fliegen dann auch noch wenn 2 Propeller ausfallen. Ausserdem habe ich IMMER eine Sicherheitszone oder eine abgesperrt wenn nicht vorhanden um Personenschäden möglichst zu vermeiden. Ich finde das sollte auch so gesetzlich geregelt sein. Da geht es nicht nur um ein paar schwarze Schafe. Die Sicherheit der GPS gestützen autonomen Flugsteuerungen wird sehr unterschätzt
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