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Schweiz Werbeanrufe trotz Verbot

Wer sich vor unerlaubten Werbeanrufen schützen will, versieht seinen Telefonbucheintrag mit einem Sternchen. Die Praxis zeigt: Für viele Firmen ist das kein Hindernis.

Unerlaubte Werbeanrufe sind für viele ein Ärgernis. Konsumentinnen und Konsumenten können deshalb ihren Telefonbucheintrag mit einem Sternchen versehen und sich so vor Werbung schützen. Seit einem Jahr können diese Firmen ausserdem strafrechtlich verfolgt werden. In der Praxis ignorieren offenbar einige Firmen das Sternchen im Telefonbuch. Rund 5000 Beschwerden sind seit der Gesetzesänderung bei der Stiftung für Konsumentenschutz SKS eingegangen. Auf 30 Beschwerden habe man bereits mit einer Strafanklage gegen Werbefirmen reagiert, sagt SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder.

Mit dem neuen Gesetz sei das Problem zwar nicht gelöst, aber es sei «ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung». Nun gehe es darum zu klären, wie die Strafanzeigen behandelt würden und ob es abschreckende Urteile gebe.

Genau dort sieht Michel Rudin, Geschäftsführer beim Konsumentenforum, das Problem. Die fehlbaren Firmen zu bestrafen sei schwierig, insbesondere bei Firmen mit Sitz im Ausland. Rudin zweifelt deshalb am Wert des neuen Gesetzes.

Die Telefonmarketing-Branche begrüsst das Vorgehen gegen schwarze Schafe. Auch der Präsident des Dialogmarketing-Verbands, Milo Stössel, ist überzeugt, dass es vor allem ausländische Firmen sind, die sich nicht ans Gesetz halten. Die Verbandsmitglieder in der Schweiz hätten sich in einem Ehrenkodex verpflichtet, niemanden mit einem Stern im Telefonbuch anzurufen.

Für Konsumentinnen und Konsumenten, gibt es dazu auch eine technische Lösung. Ein neues Kästchen, welches unerwünschte Nummern gespeichert hat, fängt die entsprechenden Werbeanrufe ab. Das Telefon bleibt stumm.

15 Kommentare

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  • Kommentar von M. Keller, Thuragu
    Die meisten Werbeanrufer (die bei Stern od. Robinsonliste anrufen) sitzen in Deutschland. Auf eine Beschwerde von mir bekam ich die Auskunft, das Bakom könne nichts machen, da es nur innerhalb der CH agieren könne. Die deutsch. Ombudsstelle kann/will/darf nichts machen, da der Angerufene in der CH wohnhaft ist, nicht in Deutschland... Ich sehe hier ein Verhalten, das der CH in einem anderen Thema vorgeworfen wird. Eines fällt auf: unsere Politiker/Behörden sagen nichts dazu...
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  • Kommentar von Kurt E. Müller, Zürich
    @Schwarb @Ineichen: Hörer aufhängen oder hinlegen nützt nichts. Für den Wählcomputer gilt der Anruf damit als nicht erfolgt und schon am nächsten Tag klingelt es wieder. Tagelang, wochenlang - bis die Kampagne oder Ihre Geduld am Ende ist. Radikalrezepte: Telefon dauerhaft auf stumm schalten und keine Anrufe mehr annehmen. Gelegentlich Anrufspeicher anschauen und bekannte Nummern zurück rufen. Oder dann gleich Festnetz Anschluss künden und ganz auf Handy umstellen.
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  • Kommentar von K. Räschter, Schweiz
    Wieviele von denen, die zwar im Telefonbuch ein Sternchen haben, machen evtl. bei Wettbewerben mit und geben dort u.a. auch eine Telefonnummer an. Diese Adress-und Telefon-Angaben werden dann an Call Center für Werbezwecke verkauft und dort verwendet. Ist scheinbar ein lukrativer Handel mit Adressen aus Wettbewerben.
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