Werbegelder sollen in der Schweiz bleiben

SRG, Swisscom und Ringier bündeln die Vermarktung ihrer Medienangebote und Werbeplattformen in einer gemeinsamen Vermarktungsfirma. Die Organisation soll im zunehmend globalisierten Werbemarkt dazu beitragen, den hiesigen Markt zu stärken und die Wertschöpfung in der Schweiz zu halten.

Die Medienhäuser SRG und Ringier sowie die Swisscom reagieren auf den zunehmend globalen Werbemarkt. Eine gemeinsame Aktiengesellschaft soll die Vermarktung ihrer Medienangebote bündeln und damit den Schweizer Werbemarkt nachhaltig stärken. Dies kündigen die Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung an.

«Allein Google und Facebook erreichten im vergangenen Jahr einen Marktanteil von gegen 50 Prozent im digitalen Werbemarkt der Schweiz», sagt Ringier-CEO Marc Walder. Solchen global agierenden Unternehmen solle mit der Partnerschaft eine starke Schweizer Alternative entgegengestellt werden.

«Publisuisse» wird in die gemeinsame AG integriert

Swisscom und Ringier bringen ihre Werbeaktivitäten, ihr Werbeinventar sowie ihre Vermarktungsorganisationen weitestgehend in das Joint Venture ein. Die SRG integriert ihre Vermarkterin publisuisse vollständig in die neue Firma.

Marc Walder.

Bildlegende: «Wollen globalen Unternehmen eine starke Schweizer Alternative entgegenstellen»: Marc Walder, designierter VR-Präsident. Keystone

Ein Stellenabbau ist nicht vorgesehen. Noch offen ist der Name des gemeinsamen Unternehmens.

Stimmen die Wettbewerbskommission und das Uvek der Gründung zu, soll die noch zu gründende Aktiengesellschaft ihre Aktivitäten im ersten Quartal 2016 aufnehmen. An der neuen Vermarktungsorganisation mit rund 290 Mitarbeitern sollen SRG, Swisscom und Ringier zu gleichen Teilen beteiligt sein.

Designierter CEO ist Publisuisse-Chef Martin Schneider. Den Verwaltungsrat soll Marc Walder präsidieren. SRG und Swisscom sollen im VR über ihre jeweiligen Chefs Roger de Weck und Urs Schaeppi vertreten werden.

Mediengewerkschaft SSM begrüsst Kooperation

Das Schweizer Syndikat Medienschaffender SSM reagiert erfreut auf den Zusammenschluss. Dieser sei ein Schritt von marktwirtschaftlicher und medienpolitischer Bedeutung, schreibt die Gewerkschaft in einer Mitteilung. Es entstehe die Chance, den Abfluss des Schweizer Werbefrankens ins Ausland zu stoppen, was der Wirtschaft und dem Schweizer Journalismus zugutekomme.