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Schweiz Westschweiz erhält erstes Gefängnis für Minderjährige

Die Waadtländer Regierung hat in Palézieux (VD) die erste Strafanstalt für Minderjährige in der Romandie eröffnet. Sie soll ab dem Frühling junge Kriminelle aus der Westschweiz und aus dem Tessin aufnehmen.

Es ist eine Premiere: 36 delinquente Jugendliche sollen in der ersten Strafanstalt für Minderjährige in der Romandie Platz finden. In Palézieux (VD) untergebracht werden Knaben und Mädchen ab zehn Jahren.

Der Komplex besteht aus vier Gebäuden, die sich um einen Hauptplatz gruppieren. Neben den Zellen gibt es ein Ausbildungsgebäude sowie Sportplätze. Der Bau dauerte zwei Jahre und kostete etwa 30,5 Millionen Franken.

Ausbildung und Resozialisierung

Die Einrichtung «Aux Léchaires» beinhaltet sechzig Vollzeitstellen. Zwei Drittel davon sind der sozialen und erzieherischen Betreuung gewidmet. Ein Drittel wurde durch Strafvollzugspersonal besetzt.

Jeder Jugendliche solle auf seine Persönlichkeit angepasst betreut werden, sagte Béatrice Métraux, Waadtländer Innendirektorin (Grüne).

Anstoss gab Jugendstrafgesetz

Der Kanton Waadt erhielt den Auftrag zum Bau des Jugendgefängnisses von der Konferenz der Justiz- und Polizeidirektoren der lateinischen Kantone. Anlass dazu war vor allem die Inkraftsetzung des neuen Jugendstrafgesetzes im Jahr 2007.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Keine schlechte Idee. Schliesslich treiben immer mehr jugendliche Kriminelle ihr Handwerk hierzulande.
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  • Kommentar von Franz Meyer, Lausanne
    So ein 10-Jähriger kostet den Steuerzahler pro Jahr also etwa 300 000 Franken. Ich werde also mein Lebenlang Steuern bezahlen, um für die Kosten, für ein Jahr von einem 10-jährigen Verbrecher aufzukommen. Wahnsinn! Ist das Geil!
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    1. Antwort von Raphi Vozeck, Möhlin
      Man könnte ihn auch von volljährigen Sträflingen bewachen und betreuen lassen, dass käme dann billiger. ---Ironie Ende---
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Auf den ersten Blick eigentlich unglaublich, dass 10-jährige Kinder bereits straffällig sein können und nach deren Verurteilung ins "Zuchthaus" müssen! Auf den zweiten Gedanken darüber, müssten eigentlich deren Eltern hinter Gitter! Eltern haben solche straffällige Kinder überhaupt nicht "im Griff" oder sind einfach nicht fähig, sie richtig aufs Leben vorzubereiten! Ein weiteres Zeichen unserer "Multikulti-Gesellschaft" in der jeder machen will, was ihm passt oder nicht passt!
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    1. Antwort von Nemo Tenetur, Bern
      Zur Klärung: In der CH dürfen nur Jugendliche zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden, die das 15. Altersjahr erreicht haben (Art. 25 JStG). Davor können Jugendliche nur "eingesperrt" werden, wenn es sich um eine geschlossene Unterbringung (Art. 15 Abs. 2 JStG) handelt, wenn also etwas so schief läuft mit dem Jugendlichen, dass therapiert werden muss. Es geht um die Notbremse. Bei den Eltern anzusetzen ist richtig und wird wenn nötig gemacht. Aber der Jugendliche ist dann trotzdem noch krank.
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    2. Antwort von Thomas Wanner, Aarau
      Sehr gute Idee, Herr Bolliger. Und wenn Eltern z.B. schwer krank oder behindert sind und aus diesem Grund die Erziehung nicht mehr schaffen, dann sollen die schwer kranken oder behinderten Eltern ins Gefängnis. Bitte bringen Sie diesen Vorschlag doch gleich ins Parlament.
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    3. Antwort von E.Waeden, H
      Wirkliches Problem ist:"Bei all den Möglichkeiten, die Kindern/Jugendlichen angeboten werden zählt nur eine Sache: Leistung! Kinder müssen genau festgelegte Anforderungen erfüllen. Der Weg in die Leistungsgesellschaft ist standardisiert worden. Die Wirtschaft frisst unsere Kinder. Ihnen wird genau das Wissen vermittelt, welches unser Räderwerk am Laufen hält.. Sie lernen früh die Angst vor dem Versagen. Angst macht gefügig & zu Rädchen im Räderwerk oder lässt sie kriminell werden."
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    4. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Man kann selbstverständlich alles aus einer militanten Linksideologie sehen und verurteilen, geehrtes Anonym aus "H". Leute, die nicht einmal den (vorgeschriebenen) Wohnort angeben, sind immer schnell bereit, jene zu kritisieren und an den Pranger zu stellen, von denen sie sehr oft abhängig sind (von denen, die den Sozialpfropfen am meisten finanzieren müssen)! In einem Land ohne Bodenschätze zu leben, verlangt nun einmal Leistungswille und Selbstverantwortung, liebe(r) "E. Waeden" aus "H"!
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    5. Antwort von E.Waeden, H
      @R.Bolliger: Leistungswille..., da stimme ich Ihnen zu! Aber nicht diesem Leistungswahn für immer mehr Wirtschaftswachstum. Man muss nicht Links orientiert sein, um zu erkennen, dass das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Es gibt ihn nicht, diesen unbegrenzten Wirtschaftswachstum, dem eben leider alles untergeordnet wird. Zu Lasten unserer Kinder. Und hier nur die Eltern schuldig zu sprechen ist eben nicht korrekt.
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    6. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Da sind wir uns vollkommen einig, geehrte(r) "E.Waeden": Das ewige Wirtschaftswachstum (das laut Wirtschaftsverbänden und praktisch allen Parteien nur mit der unkontrollierbaren Personenfreizügigkeit zu erreichen sei!), führt unweigerlich ans "Ende der Fahnenstange"! Es freut mich, dass somit am 9. Februar einer mehr ein deutliches JA zur "Masseneinwanderungs-Initiative" in die Urne legen wird!
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