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Schweiz Wie gefährlich ist der Schweizer «Werwolf»-Neonazi?

Polizeibeamten suchten in Deutschland, den Niederlanden und in der Schweiz nach Spuren einer rechtsextremen Gruppierung. Von der Aktion betroffen ist auch ein einschlägig bekannter Schweizer Neonazi. Ein Experte kennt den Mann und schätzt sein Gewaltpotenzial ein.

Legende: Video Schweizer Neonazi kein Unbekannter abspielen. Laufzeit 4:50 Minuten.
Aus 10vor10 vom 17.07.2013.

Wegen des Verdachts der Gründung eines rechtsextremen «Werwolf-Kommandos» sind in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz Häuser durchsucht worden. Die Behörden nahmen Wohnungen und Geschäftsräume von vier Beschuldigten unter die Lupe. Festgenommen wurde niemand.

Nicht fähig für Schlüsselrolle

Nach Medien-Angaben hatten die Behörden Monate gegen die Personen ermittelt. Führungsfiguren der Gruppe sollen zwei Schweizer Rechtsextremisten sein. Sie sitzen im Gefängnis. Ihre Zellen wurden durchsucht. Bei einem der beiden Männer handelt es sich laut «Spiegel» um den Schweizer Neonazi S. N. Er soll im Mai 2012 in Zürich einen jungen Mann erschossen haben.

Der Rechtsextremismus-Experte Hans Stutz kennt den Mann – und weiss um seine hohe Gewaltbereitschaft. Dass N. fähig wäre, eine Terrorzelle anzuführen, bezweifelt Stutz gegenüber «10vor10». «Er ist nicht als besonders innovative Person aufgetreten.»

«Politisches System beseitigen»

Bei den Hausdurchsuchungen – auch in Zürich – sollen Beweismittel sichergestellt worden sein. Deren Auswertung gestaltet sich allerdings schwierig, da alle Datenträger verschlüsselt sind. Das Codierungs-Programm soll von der Gruppe selbst entwickelt worden sein.

Ziel der rechtsextremistischen Vereinigung soll es gewesen sein, das «politische System der Bundesrepublik Deutschland zu beseitigen», so die deutsche Bundesanwaltschaft. Es bestehe der Verdacht, dass die Beschuldigten zu diesem Zweck terroristische Gewalttaten verüben wollten.

In Deutschland waren unter der Leitung der Bundesanwaltschaft 50 Elite-Polizisten an dem Einsatz beteiligt. Die Durchsuchungen in der Schweiz wurden auf dem Weg der Rechtshilfe von den hiesigen Behörden vorgenommen. Sowohl das Bundesamt für Justiz in Bern, die Bundesanwaltschaft und das Bundeskriminalamt in Deutschland wollen aufgrund laufender Verfahren keine weiteren Angaben machen.

Himmlers Idee

Logo.
Legende: Das Logo der Organisation. wikipedia

Der Begriff des «Werwolf-Kommandos» stammt von SS-Reichsführer Heinrich Himmler. Dieser wollte mit einer Guerilla-Taktik 1944 doch noch den «Endsieg» für Deutschland erzwingen. Die heutigen «Werwölfe» beziehen sich ideologisch auf diese Gruppe.

15 Kommentare

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  • Kommentar von Thuri Mahner, Köniz
    In einer behördlichen Verlautbarung wird i.S. Gefängnisinsassen-Kontakt zur Aussenwelt behauptet: "keine Möglichkeiten für Nazi-Kontakte nach aussen".- Und die Besucherkontakte??? Gedanken sind ja frei, oder? (15 J. berufl. Erfahrung in einer Vollzugs-Anstalt für Rückfällige)- Bitte keine Blauäugigkeiten !!!
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  • Kommentar von JP.Simon, Nietzscheaner, Bern
    Es ist bizarr, wer ist der Narr, wie Rechtsextreme in einer unvorstellbaren rigiden Rigorosität,von früh bis späht, mit Blut u.Boden unverhohlen u, unzähligen Bannersegen u.-flüchen, das flattern gleicht Krankheitsschüben, hüben wie drüben, man geizt nicht mit den Lügen, es wird einem Übel, ihre schizophrenen Anschauungen überall hinpreisen, es ist zum vereisen. Kaltschnäutzig die Zunge hözig, gelingt es ihnen Blut und Ehre in alle Winde zu spreizen, die Dummheit ist ihr stolzer Meister
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  • Kommentar von Samuel Bendicht, Bern
    Und wie immer werden die rechten Verbrecher, Verschwörer und gar Mörder von jenen entschuldigt, die Ausländer für den Diebstahl eines Butterbrotes ausschaffen möchten und am Ende ist wie immer die Reitschule schuld. Stoppt endlich diese widerwärtigen Unterstützer der rechten Neonazis, denn auch an ihren Händen klebt das Blut der unschuldigen Opfer, weil sie am liebsten wegschauen, oder die Terroristen und Mörder aus den eigenen Reihen sogar noch in Schutz nehmen. Eine widerwärtige Gesinnung!
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