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Schweiz Wie ist die Schweiz auf Flüchtlinge vorbereitet?

Seit gestern ist der Bahnhof Budapest für die Weiterreise Richtung Westeuropa offen. Was kommt auf die Schweiz zu, und wie ist das Land vorbereitet? Antworten vom Staatssekretariat für Migration (Sem) und der Flüchtlingshilfe.

Ein Mann hilft einer Frau im Rollstuhl in den Zug
Legende: Über Ungarn reisen Flüchtlinge nun per Zug nach Westeuropa. Die Folgen für die Schweiz sind unklar. Keystone

Sind die Behörden vorbereitet für spürbar mehr Flüchtlinge?

  • Die Schweiz hat sich gemäss dem Sem bereits seit dem Frühjahr vorbereitet, um vorübergehende Spitzen bei den Asylzahlen mit den regulären Strukturen bewältigen zu können. Beispielsweise hat der Bund die Zahl der Unterbringungsplätze im Laufe des Jahres von 2400 auf über 3000 erhöht. Die Vorbereitungen für Registrierung und Erstbefragung wurden getroffen. Die Zusammenarbeit mit Kantonen und Gemeinden ist eng.

Was geschieht mit den Flüchtlingen?

  • Die Migrantinnen und Migranten wenden sich entweder direkt an ein Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ). Oder sie werden dorthin von Grenzwacht oder Polizei verwiesen, wie das Sem sagt. In den EVZ werden sie registriert und untergebracht. Es finden auch bereits die ersten Verfahrensschritte statt. Unter anderem wird abgeklärt: Welches Dublin-Land ist zuständig, ist das Gesuch begründet, bleibt die Person voraussichtlich länger in der Schweiz?

Bleiben die Menschen, die in der Ostschweiz ankommen, dort?

  • Grundsätzlich ist es so: Wenn die Kapazität eines EVZ ausgeschöpft ist – wie in Altstetten oder in Kreuzlingen – werden die Asylsuchenden auch auf andere EVZ verteilt. Dieses Prozedere hat das Staatssekretariat schon im Juni mit den Personen, die in Chiasso angekommen sind, durchgespielt.

Wird die Ostschweiz zur neuen Hauptanlaufstelle für Flüchtlinge?

  • Aktuell rechnet das Sem nicht damit, dass Italien oder das zentrale Mittelmeer diese Position einbüsst. Es bleibt abzuwarten, gemeinsam mit den kantonalen und europäischen Behörden, wie sich die Lage entwickelt. Vorläufig ist es so, dass Deutschland betreffend der Balkanroute das grösste und wichtigste Zielland ist.

Werden noch viele Menschen über diese Route kommen?

  • Die Flüchtlingshilfe geht davon aus, dass die ab jetzt viel mehr Menschen über Österreich ins Land reisen werden. Das Mittelmeer ist zu gefährlich im Winter. Schon im Sommer ist die Überfahrt riskant.

Sind wir vorbereitet auf die Menschen, die unsere Hilfe brauchen?

  • Laut der Flüchtlingshilfe ist die Schweiz gut vorbereitet, logistisch und finanziell. Es gibt viel Solidarität in der Schweizer Bevölkerung. Zurzeit meldeten sich Hunderte bei der Flüchtlingshilfe, die Angebote für die Unterbringung von Flüchtlingen machen.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Im Zeitalter von Facebook hat der Shuttle Service Frontex sich rumgesprochen. Nächstes Jahr werden es daher noch viel mehr Menschen wagen, in ein Boot zu steigen. Was ist Reichtum? In Europa gibt es weitgehend Trinkwasserversorgung, ein funktionierendes Gesundheit- und Schulsystem, Feuerwehr, innere Sicherheit, Soialführsorge, usw.. In vielen afrikanischen, asiatischen, orientalischen Làndern ist das nicht vorhanden. Daher wird es künftig noch mehr Zuwanderungsdruck auf das "reiche" Europa geben
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  • Kommentar von Peter Haensenberger (Original Haensenberger)
    Sehr viele Flüchtlinge werden noch über das Meer kommen in Schlepper Wracks, die einen überleben es, die anderen nicht. Europa kann nicht alle Flüchtlinge aufnehmen. Flüchtlings-Welle ist erst am Anfang, nächsten Wochen, Monate, Jahre, werden verschiedene europäischen Ländern die Augen verschlissen vor der Wahrheit, wo auf Europa zu kommt.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Die Schweiz könnte viel mehr dazu beitragen, auf die kommenden Flüchtlingsströme gewappnet zu sein. Nämlich: dass man nicht alle Einreisewilligen ohne Kontrollen in die Schweiz lässt. Wirtschaftsflüchtlinge aus friedlichen Ländern gehören nicht hierher, sondern nur Menschen, die an Leib und Leben gefährdet sind. Würde im EJPD diese Strategie angewendet, müssten mindestens die Hälfte wieder nach Hause und die Schweiz wäre nichtüberfordert.
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