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Schweiz Wie lange kann die Luftwaffe ihren Auftrag noch erfüllen?

Mit dem jüngsten Absturz der F/A-18 hat die Schweizer Luftwaffe derzeit noch 30 solcher Kampfjets zur Verfügung. Sind das genug, um auch in besonderen Situationen reagieren zu können? Und wenn ja, wie lange geht das noch? Fragen an Aldo Schellenberg, den Kommandanten der Schweizer Luftwaffe.

Legende: Video «In manchen Situationen eingeschränkte Durchhaltefähigkeit» abspielen. Laufzeit 2:34 Minuten.
Vom 30.08.2016.

SRF News: Sie haben gestern selbst gesagt, die Durchhaltefähigkeit der Luftwaffe sei eingeschränkt. Wie lange kann sie Ihren Auftrag noch erfüllen?

Aldo Schellenberg: Der Luftpolizeidienst 24 – das heisst, die ständige Interventionsbereitschaft bei Vorfällen in der Luft rund um die Uhr – die kann auch mit 30 F/A-18 noch sichergestellt werden. Wenn es aber darum geht, in besonderen Situationen über einen längeren Zeitraum mehrere Flugzeuge gleichzeitig in der Luft zu haben, dann hat diese Fähigkeit tatsächlich abgenommen.

Es gibt Stimmen, die sagen, die Durchhaltefähigkeit werde in fünf bis zehn Jahren erlöschen. Was sagen Sie dazu?

Die F/A-18-Kampfjets haben jetzt nach 19 Jahren im Durchschnitt etwa 3000 Flugstunden hinter sich. Die oberste Limite sind 5000 Flugstunden. Die verbleibenden 2000 Flugstunden ergeben bei 200 Flugstunden im Jahr noch knapp zehn Jahre.

Weniger Flugzeuge brauchen mehr Wartung. Und je mehr die Flugzeuge gewartet werden müssen, desto weniger sind sie in der Luft. Das kann Ihnen nicht recht sein?

Wir haben durchschnittlich etwa zehn Flugzeuge bei der Ruag in der Überholung – sei es zu den 300- oder 500-Flugstunden-Kontrollen. Während dieser Überholung fehlen die jeweiligen Flieger etwa drei Monate in der Luftwaffe. Und je mehr die Flieger benutzt werden, desto länger wird die Wartezeit vor den Garagentoren der Ruag.

Neue Flieger werden sie nicht beantragen?

Bundesrat Parmelin hat vor einigen Monaten eine Expertengruppe eingesetzt, die genau diese Frage beantworten soll. Sie soll klären: Was ist der genaue Bedarf an Kampfflugzeugen? Wie viele müssten beschafft werden und von welcher Qualität. Die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe liegen im Frühjahr 2017 vor.

Das Gespräch führte Arthur Honegger.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Diethelm (Okapi)
    Diese scheinheilige Debatte um die Zukunft der Flugwaffe, noch bevor der verunglückte Pilot geborgen ist, ist doch bloss ein Seiten- und Sendeminutenfüller. Aber wenn schon eine Sicherheitsdebatte, dann mal realistisch überlegen, was dieser Luftpolizeidienst wirklich kann: nichts. Wenn Gekidnappte einer befreundeten Macht durch unsern Flugraum zu Foltergefängnissen geflogen werden, dann steigt keine F/A-18 auf, dann rätselt die Medienwelt darüber, wie der Fax an die Öffentlichkeit gelangte.
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  • Kommentar von Peter Joos (joop)
    Jede Lehrperson verfügt heutzutage über modernste Unterrichtsmittel, jeder Büroangestellte über eine zeitgemässe Infrastruktur. In der Industrie wird mit Hightech-Maschinen gearbeitet und im Gesundheitswesen geht nichts ohne neuste Technologie. Geben wir auch der Armee bzw. unseren Militärpiloten jene Apparate, die sie für ihren verantwortungsvollen Job brauchen - eine top Ausbildung sowie moderne Kampfjets.
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  • Kommentar von Enairam Doremi (Enairam Doremi)
    Herr Niklaus Bächler Winterthur: Man sieht, resp. liest nur, was man sehen, resp. lesen will. Herr Schellenberg hat bereits beim ersten Auftritt am Fernsehen gesagt, wie leid ihm der Verlust des Piloten persönlich tut! Was immer auch geschehen ist, dieser Mensch tut allen Lesern leid, da bin ich mir sicher. Ihnen würde es eines Tages leid tun, wir hätten eine fremde Luftwaffe, die unser Land "beschützen" müsste... Unsere Neutralität bedingt eine eigene Luftwaffe.
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
      Wie wäre es, wenn man den Piloten zuerst würdevoll beerdigen würde? Stattdessen preschen diese Leute vor und «nutzen» die Gunst der Stunden. Als hätte diese Diskussion nicht Zeit bin nach den Begräbnis!
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