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Schweiz Wie viel Energie liefert die Sonne der Schweiz?

Mit einer neuen Solaranlage auf dem Dach des Migros-Verteilbetriebs kann ausgetestet werden, wie viel die Solarenergie in der Schweiz hergibt, sagt ein Experte. Für ihn ist die Anlage ein Meilenstein.

Ein paar Männer montieren Solarzellen auf einem Dach.
Legende: Wie hier in Rheinau hat die Migros auf dem Dach ihrers Verteilbetriebs in Neuendorf Photovoltaikzellen montiert. Keystone/Archiv

Auf einer Fläche von fast sieben Fussballfeldern wird seit Dienstag Strom für rund tausend Einfamilienhäuser produziert. Die Anlage steht in Neuendorf auf dem Dach der Migros-Verteilbetriebe. «Damit können wir professionell Erfahrungen sammeln», sagt Konstantin Boulouchos im Gespräch mit SRF. Er ist Professor für Energietechnik an der ETH Zürich. In der Grösse der Anlage sieht er einen Meilenstein für die Schweiz.

Verglichen mit der Grösse und dem Energiebedarf der Schweiz ist die Anlage laut Boulouchos «vernünftig» gross. Im internationalen Vergleich gebe es noch grössere, zum Beispiel auch in Deutschland.

Strom zu speichern ist teuer

Im Moment liegt der Anteil des Solarstroms im Schweizer Strommix bei unter einem Prozent. Das werde sich ändern, sagt der Professor. «Praktisch Monat für Monat sinkt der Preis für die Gewinnung von Strom durch Sonnenenergie.»

Neben dem Preis spielt aber auch die Verfügbarkeit der Elektrizität eine Rolle. «Wenn man den Strom dann nutzen will, wenn man ihn braucht, muss man mit Speichermöglichkeiten arbeiten.» Und diese sind teuer, vor allem, wenn der Strom lokal gespeichert werden soll.

Solarenergie gut akzeptiert

Trotzdem bleibt der Professor optimistisch: «Es wird rund zwei Jahrzehnte dauern, bis man grosse Anteile von Photovoltaik im Netz hat.» Doch langfristig werde es dazu kommen. «Solarenergie ist sehr sauber und wird von der Bevölkerung gut angenommen, anders als etwa die Windenergie.»

Allerdings ist Solarstrom nicht diejenige Energie, die alles abdecken kann: «Solarenergie wird nicht den Ausfall der Kernenergie und die Zunahme des Stromverbrauchs ersetzen können», sagt Boulouchos. Aber sie könne einen wichtigen Beitrag leisten.

Anlage für die Zukunft

Langfristig rechnet er mit rund zwanzig Prozent Solarenergie im Schweizer Strommix. Anlagen wie die in Neuendorf ebnen den Weg dazu: «Mit diese Anlage gewinnen wir eine Kennziffer, wie der Strom aus Sonnenenergie vervielfacht werden kann.»

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25 Kommentare

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  • Kommentar von H. Wach, Luzern
    Ein weiterer Informations-Nonsens: „so viel wie 1‘300 Haushalte“. Viel wichtiger wäre – wie im Radio! SRF erwähnt – wie viel % der jährliche Deckungsgrad bei Migros-Neuendorf beträgt? Wie viel Stromkosten/Jahr wird durch diesen nachhaltigen Gratis-Sonnenstrom auf eigenem Grundstück gespart? Welche Amortisationszeit wurde kalkuliert? Wie hoch ist der kWh (nicht kWph!) Preis über 1 Jahr?
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    1. Antwort von Sascha Stalder, Oberdiessbach
      Das sind kurz News, es geht darum in kurzer Zeit einen Überblick zu kriegen was den meisten Leuten auch reicht. Sie haben recht, aber wer sich wirklich für vertiefte Informationen über das Projekt interessiert findet diese auch in ausführlicheren Artikel die aber für ein Newsportal wahrscheinlich zu lang sind. ;-) Aber deswegen wird das gelungen Projekt ja nicht schlecht! ;-)
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    2. Antwort von Walter Starnberger, Therwil
      H. Wach, das Tiefkühllager der Migros in Neuendorf benötigt alleine schon mehr Strom als die Solaranlage liefert, nämlich etwa 16 GWh pro Jahr (entspricht 4'100 Haushalten). Der gesamte Stromverbrauch der Migros Neuendorf beträgt etwa 26 GWh pro Jahr.
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Irgendwo wird immer Strom gebraucht - das Speicherargument finde ich ziemlich falsch. Ausserdem liefern AKW's immer gleich viel Strom und wir brauchen alles andere als eine konstante Menge. Nachts geben die AKW's viel zu viel Strom her und tagsüber viel zu wenig. Daher wird Nachts mit dem AKW-Strom Wasser in die Stauseen gepumpt und am Mittag produziert man mit diesem Strom wieder Wasser. Solarenergie haben wir am Mittag - wo wir auch am meisten Strom brauchen. Speichern müssen wir so oder so..
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  • Kommentar von H. Wach, Luzern
    Dieser Beitrag von srf/lin:basn ist verwirrend und unbrauchbar: Man spricht von 32‘000 qm Dachfläche & 7 Fussballfeldern (intern. Normfussballfeld zw. 6‘400 bis 8‘250 qm!), d.h. 44‘800 bis 57‘750 qm Solarpanel??? Leistung d. Anlage = 5‘210 kWp! (kWp = Spitzenleistung auf der Basis von 1000 Watt/qm bei max. Gratis!!-Sonneneinstrahlung am Mittag & 25 Grad Cels.!). Investition = 11 Mio. CHF, d.h. 11‘000‘000 CHF : 5‘210 kWp = ca. 2‘100 CHF/kWp AKW kosten über 5‘000 CHF/kW weltweit!!
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