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Schweiz Windkraftwerke stören nur wenige

Die Anwohner von Windenergieanlagen stehen der Windkraft mehrheitlich positiv gegenüber. Nur wenige fühlen sich von den Windparks gestört. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage im Auftrag des BFE.

Eine Studie des Bundesamts für Energie (BFE) bringt es an den Tag: Windkraftwerke geniessen unter den Anwohnern eine hohe Akzeptanz. Rund drei Viertel der etwa 470 Befragten gaben an, sie fühlten sich von den Windrädern gar nicht oder nur geringfügig gestört. Ebenso viele Anwohner gaben an, sie hätten eine positive Einstellung zur Windenergie.

Durchgeführt wurde die Studie von der Universität St. Gallen sowie der Martin-Luther-Universität im deutschen Halle im Auftrag des BFE.

Windrad, im Hintergrund eine Ortschaft und Berge.
Legende: Windanlage in Charrat/VS. Keystone

Jeder 5. fühlt sich belästigt

Immerhin 18 Prozent der Anwohner im Umkreis von fünf Kilometern um Windanlagen in den Kantonen Jura, Bern, Uri, Luzern und Wallis fühlten sich demnach mittel bis stark belästigt, ohne jedoch Stresssymptome zu entwickeln. 6 Prozent gaben an, sie würden von den Anlagen stark beeinträchtigt. Sie beklagten sich etwa über Probleme beim Einschlafen.

Die Studie brachte auch ans Licht, dass die Gegner von Windkraftanlagen eher dazu bereit sind für ihr Anliegen zu kämpfen: 36 Prozent von ihnen gaben an, sie setzten sich aktiv gegen die Windräder ein. Von den Befürwortern hingegen engagieren sich gemäss der Umfrage nur 6 Prozent für die Windparks.

Spezielle Anreize für Anwohner

Diese Botschaft ist beim BFE angekommen. Dessen stellvertretender Direktor Daniel Büchel betont gegenüber SRF, man versuche, in diesem Bereich auf die Projektanden einzuwirken. Im Rahmen des Programms «Energie Schweiz» würden entsprechende, freiwillige Massnahmen unterstützt. Büchel betont aber: «Wir empfehlen, dass die Projektanden auf die Anwohner zugehen.» Es sei nicht das Gleiche, wenn dies das BFE tue.

So könnten jene, die eine Windkraft-Anlage bauen wollten, spezielle Anreize für Anwohner in Aussicht stellen wie etwa billigere Stromtarife. Ob die Stromkonzerne angesichts der derzeit schwierigen Marktlage dazu allerdings Hand bieten werden, ist offen.

Der Bund ist auf eine positive Einstellung der Bevölkerung zur Windenergie angewiesen, will er sein ambitioniertes Ziel erreichen: Im Zusammenhang mit der vom Bundesrat und Parlament beschlossenen Energiewende soll die Windkraft in sechs Jahren 600 GWh, im Jahr 2050 sogar 4300 GWh Strom pro Jahr produzieren. Im vergangenen Jahr produzierten die bestehenden 33 grossen Windkraftanlagen gemäss BFE erst 88 GWh Strom.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Elmar Hutter, Bad Ragaz
    Mitte nächsten Jahres erreicht die Schweizer Entwicklung eines langsam drehenden, energieeffizienten Windturms Seriereife. Werden diese neuen Energielieferanten nicht zu gross ausgelegt, können sie um einiges unauffälliger in die Landschaft eingefügt werden als die landschaftsdominaten Dreiflügler. Zudem sollen die neuen Windtürme leiser und kostenkünstiger sein als herkömmliche Windräder.
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  • Kommentar von Rolf Ramp, Zürich
    Es sollen sich nur 6% der Anwohner in einem Radius von 5 km belästigt fühlen. Verwendet man aber einen vernünftigeren Radius von nur 2,5 km und nimmt an, dass sich die Einsprecher alle darin befinden(was wahrscheinlich ist), so sind es bei gleicher Bevölkerungsdichte plötzlich 24%! Hier liegt doch wohl der Verdacht von Manipulation (Gefällikeitsgutachten) nahe,oder?
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  • Kommentar von giovanni the builder, Wales
    Gestern in Gross Britannien hat Windkraft mehr as 5 GW Strom geliefert. Konstant. Ein Achtel des total Landesbedarfs. Und Zweidrittel des gesamt output von Kernenergie.
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