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Schweiz «Wir bezahlen im Vergleich zum Ausland bis zu 40 Prozent mehr»

Die Schweiz bleibt eine Hochpreisinsel. Der Nationalrat hat die Revision des Kartellgesetzes am Mittwoch bachab geschickt. Mit dem neuen Gesetz wäre ein härteres Vorgehen gegen überteuerte Produkte in der Schweiz möglich geworden. Der Preisüberwacher bedauert den Entscheid.

Ein Kleiderständer mit 50 Prozent-Schilder.
Legende: Ja zur Hochpreisinsel Schweiz: Die Schweizer profitieren weiterhin nur beim Ausverkauf von tieferen Preisen. Keystone

SRF: Sind Sie enttäuscht über den Ratsentscheid von vergangenem Mittwoch?

Stefan Meierhans: Ja. Ich bedaure das Scheitern der Revision des Kartellgesetzes. Ich glaube, es wäre eine Möglichkeit gewesen, um mehr Markt und mehr Wettbewerb in der Schweiz herzustellen und letztlich damit auch tiefere Preise zu erhalten.

Ein Bereich, zu dem Sie sich immer wieder geäussert haben, sind Zeitschriften von ausländischen Verlagen. Da hätte das neue Gesetz gute Möglichkeiten geboten, tiefere Preise zu erreichen.

Es lag ein Vorschlag auf dem Tisch, bei dem es um die überteuerte Auslandpresse in der Schweiz ging. Wir zahlen im Vergleich zum Ausland 30 – 40 Prozent zu viel. Mit dem neuen Kartellgesetz wäre es untersagt worden, dass zum Beispiel ein Hamburger oder Münchner Verlag hätte festlegen können, was ihre Zeitschriften in der Schweiz kosten. Mit dem Verlust dieses Privilegs wäre ein Parallelimport von solchen Zeitschriften möglich geworden. Das hätte den Wettbewerb in diesem Bereich angekurbelt.

Sie möchten auch die Preise von Markenartikeln angehen. Auch da ist es jetzt viel schwieriger, die Preise zu senken.

Ja, gerade in Bereichen, wo wir markenmächtige Unternehmen haben, wie Coca-Cola, ist dies nun schwierig. Da hätte das neue Gesetz möglicherweise Lösungen gebracht, die geholfen hätten, die Preise zu senken. Mit Sicherheit weiss man es natürlich erst, wenn die entsprechende Rechtsprechung dabei ist. Aber die Voraussetzungen wären zumindest geschaffen worden. Das fällt nun weg. Deswegen bedaure ich auch in diesem Bereich das Scheitern der Kartellgesetzesrevision.

Sie hatten einige Ideen, um die hohen Preise in der Hochpreisinsel Schweiz anzugehen. Sind Ihnen jetzt durch das Scheitern der Gesetzesrevision all diese Möglichkeiten genommen?

Gewisse Optimierungen fallen jetzt weg. Aber es gibt immer noch viele andere Bereiche, wo wir Handlungsbedarf haben – wie etwa bei Zollschranken im Lebensmittelbereich. Generell gibt es immer noch Importhürden, die zu hoch, und Märkte, die zu abgeschottet sind. Da muss man in Kleinarbeit darauf hinarbeiten, damit wir die Märkte so weit wie möglich öffnen können. Dadurch entsteht mehr Wettbewerb. So kann die Hochpreisinsel Schweiz von anderer Seite angegangen werden.

Das Interview führte Rafael von Matt.

Stefan Meierhans

Stefan Meierhans

Der Jurist mit Doktortitel arbeitete von 1998 bis 2003 im Generalsekretariat des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements. Danach war er als politischer Berater in der Privatwirtschaft tätig. 2008 wurde er vom Bundesrat zum Preisüberwacher ernannt. Er ist Mitglied des Vorstandes der CVP des Kantons Bern.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von P.Bürger, Schaffhausen
    Heute wollte ich es wieder einmal wissen & habe ausgesuchte Produkte in Deutschland eingekauft.Dabei war mir wichtig,ein Geschäft aufzusuchen,welches km-mässig gleich weit entfernt war.Ich habe für 110.43 Euro eingekauft. In der CH würde mich der selbe Warenkorb CHF 148.10 kosten.Danke liebe SVP & auch FDP,euer Entscheid von dieser Woche erleichtert mir die Wahl.Sorry,ihr Geschäfte in der CH,aber CHF 38.00 zu haben oder eben nicht macht CHF 76.00! ;-) =>Beschwert euch bei der SVP Volchspartei!
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  • Kommentar von F. Alex, Goldau
    Ja, und das haben uns viele Politiker aus der sogenannten VOLKSpartei (SVP)eingebrockt. Für's Volk??? Einfach schändlich, eigennützig.
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  • Kommentar von D. Schelbert, Kt ZG
    Bundesbern, unsere Regierung, deren visionären Angestellte, deren Politiker, unsere modernen Vögte, die das Wohl des Volkes gemäss ihrem Eid über alles stellen, sind seit einigen Jahren nur noch auf der Abzocker-Ueberholspur zu finden. Jeder will den anderen dabei in der Abzockerei übertrumpfen.
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