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Schweiz Wirtschafts-Spionage bei Ruag alarmiert IT-Experten

Nach dem Hacker-Angriff auf den Ruag-Konzern steht die IT-Sicherheits-Strategie des Bundes immer mehr in der Kritik. IT-Experten sehen deren Scheitern am mangelnden politischen Willen und fordern eine massive Aufrüstung der Abwehrsysteme.

Legende: Video IT-Sicherheit des Bundes unter schwerer Kritik abspielen. Laufzeit 2:13 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.05.2016.

Über Monate hinweg konnten mutmasslich russische Hacker den Ruag-Konzern unbemerkt ausspionieren. Bundesrat und Verteidigungsminister Guy Parmelin fand für den Hacker-Angriff nur folgende Worte: «Vielleicht waren wir zu naiv.»

Wegen des aktuellen Vorfalls steht nun die IT-Sicherheit des Bundes in der Kritik. IT-Experten warnen davor, dass die Bundesverwaltung das Problem unterschätze und Hacker den Sicherheits-Systemen bereits meilenweit voraus seien.

An der Grenze zur Lächerlichkeit

Einer der Kritiker ist der Luzerner Informatik-Professor Bernhard Hämmerli. Für ihn ist es keine Überraschung, dass vertrauliche Dokumente in riesigem Ausmass von den Ruag-Rechnern abgezapft wurden. Grund dafür sei die veraltete Sicherheits-Strategie des Bundes.

Ein weiteres Problem sei, «dass die Gelder, die für diese Strategie vorgesehen waren noch gar nicht freigegeben wurde, weil der politische Wille zu deren Umsetzung fehlte.» Aus diesem Grund würde die reiche Schweiz heute mit Mitteln gegen Hacker operieren, die sich an der Grenze zur Lächerlichkeit bewegten.

Erfolgreiche Bemühungen des Bundes

Bei den IT-Verantwortlichen des Bundes in Bern weist man die Kritik Hämmerlis zurück und verweist auf die Erfolge der Melde- und Analysestelle (kurz: Melani) des Bundes. Gerade der Fall Ruag zeige, dass die Massnahmen des Bundes bereits wirken: Der Angriff sei dank Melani erkannt und die Ruag bei der Abwehr des Hacker-Angriffs unterstützt worden

Hämmerli und anderen reicht das noch nicht. Auch die Schweizerische Akademie der technischen Wissenschaften fordert, dass man die Bedrohung durch Cyber-Kriminalität endlich ernst nehmen soll und zudem die Abwehr-Dienste massiv aufgerüstet werden.

(srf/herm;muei)

4 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Mueller (Elbrus)
    Die Darstellung von Hr. Hämmerli ist ausgesprochen glaubwürdig. Skeptisch werde ich wenn jemand 1 Jahr lang nichts merkt, dann innert 5 Tagen einen Russischen Hacker erkennt. Tatsache ist, dass die USA, Ukraine, Israelis, Rumänen sehr oft unter falscher Flagge - über einen Russischen Proxy Server operieren. So wie auch im Falle des Hillary Clinton Hacks durch einen Rumänen. Warum die RUAG einen dermassen miese Firewall hat - sollten eigentlich Experten wie "Avantec" zuh des Parlamentes klären
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Naiv, Nein das VBS wird seit über 20 Jahren hinterwäldlerisch geführt. Man will auf Teufel komm Raus eine Armee wie vor 50 Jahren und verplempert unnötige Zeit mit ein paar Überflüssigen Flugzeugen. Ich möchte das Parlament aber von der Kritik nicht Freisprechen. Wir müssen endlich aufwachen, die Welt dreht sich weiter und Sie warten nicht auf uns oder nehmen Rücksicht auf unsere Befindlichkeiten. Wir geraden sanft aber sicher in Rückstand in vielen Bereichen weil wir nichts verändern wollen!
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    1. Antwort von Markus Guggisberg (gugmar)
      @Daniele Röthenmund: Naiv, zu glauben, IT Sicherheit sei ein Problem der Armee. IT als Produkt der USA war, ist und wird nie sicher sein. Naiv, zu glauben, die Bedrohung gegen unsere Armee sei anders als vor 50 Jahren. Naiv zu glauben, die physische Verteidigungskraft unserer Armee sei nicht mehr notwendig. Wir lassen uns nicht täuschen und sind bereit die Schweiz, unser Land und Volk zu verteidigen !
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    2. Antwort von Walter Carlucci (waltercarlucci)
      Sie haben natürlich 100% recht dass sich die Bedrohung Szenarien die letzten 50 Jahre verändert haben. Militärisch war und ist die Schweiz im Alleingang sowieso nicht zu verteidigen... Wenn man nicht versteht das der Feind übers Internet kommt und nicht über dem Rhein Brücke bei Rheinfelden, dann hat man halt nicht den Schuss gehört... Die Bedrohungen aus dem Internet entwickeln sich extrem schnell und die Schweizer "Verwaltung (Sammelbegriff) " ist halt extrem langsam...
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