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Schweiz Wölfe sollen leichter zum Abschuss freigegeben werden

Das Bundesamt für Umwelt hat sein überarbeitetes Wolfs- und Luchskonzept vorgestellt. Der Abschuss von Wölfen soll in Zukunft leichter erfolgen. Zudem sollen nicht nur Einzeltiere, sondern auch Rudel zu Abschuss freigegeben werden können.

Seit ein paar Jahren ziehen wieder vermehrt Wölfe durch die Schweiz. Dabei kommen die Wölfe den Bauern immer wieder in die Quere, wenn diese ihre Nutztiere reissen.

Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat nun sein überarbeitetes Luchs- und Wolfskonzept vorgestellt. Dieses sieht einen erleichterten Abschuss der Tiere vor. Neu soll zudem auch der Abschuss von Rudeln möglich sein, um die Population zu regulieren, wenn diese grosse Schäden anrichten.

Fortpflanzung muss gesichert sein

Der Abschuss von Rudeltieren soll aber nur dann erlaubt sein, wenn die Fortpflanzung der Tiere gesichert ist und diese überwacht werden kann, teilt das Bafu mit. Zudem muss in der betroffenen Region eine Herdenschutzmassnahme umgesetzt worden sein.

Künftig dürfen Rudel verkleinert werden, wenn dieses in vier Monaten mehr als 15 Nutztiere reisst oder wenn die Wildbestände, zum Beispiel Hirsche, im Gebiet des Rudels markant abnehmen.

Ein Wolf in einer Wiese.
Legende: Die Regelung über den Abschuss von Wölfen soll gelockert werden. Keystone

Bei Luchsbeständen wäre ein Eingriff dann erlaubt, wenn sie in vier Monaten mehr als 35 Nutztiere, in zwei Monaten mehr als 25 Nutztiere reissen oder die Bestände an Rehen und Gämsen «markant» abnehmen.

Abschuss soll erleichtert werden

Bereits heute können Wölfe zum Abschuss freigegeben werden, wenn er innerhalb von vier Monaten mindestens 35 Schafe oder innerhalb von einem Monat mindestens 25 Schafe reisst. Zusätzlich könne aber auch die Zusammengezählten Risse eines Rudels einen Abschuss rechtfertigen.

Ist ein Wolf Teil eines Rudels, kann er erleichtert zum Abschuss freigegeben werden. Dafür muss er bei drei Angriffen mindestens zehn Schafe gerissen haben.

Wie bisher entscheidet der Kanton die Abschussbewilligung, nachdem die interkantonale Kommission eine Empfehlung abgegeben hat. Die Konsultation zu dem neuen Konzept dauert noch bis zum September 2014.

Wolf im Glarnerland

Im Kanton Glarus sind am Wochenende sieben Schafe gerissen worden. Die Jagdbehörden vermuten einen Wolf als Täter. Sollte sich der Verdacht bestätigen wäre dies der erste Wolf im Glarnerland seit deren Ausrottung vor 100 Jahren.

29 Kommentare

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  • Kommentar von Kevin Gernoth, Pößneck
    Warum ? Wegen der ein oder anderen Kuh die zu tausenden die Weiden begrasen ? Wegen den Schafen von denen unendlich viele ohne Nutzen gehalten werden ? Darum muss der Wolf sterben ? Was spricht gegen ein Rudel Wölfe was sich dort aufhält wo kaum jemand hinkommt ? Das kann keiner beantworten weil niemand im Stande ist zuzugeben das er an Märchen glaubt die Mummpitz sind !
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  • Kommentar von Elisabeth Hasler, Zürich
    Grossraubtiere in einem so kleinen & dichtbesiedelten, bis in die Randgebiete mit Infrastrukturen bestückten Land wie der CH anzusiedeln, ist Mumpiz & unehrliche Naturschwärmerei. Entweder die CH entscheidet sich (demokratisch!) für eine solche Wiederansiedelung, dann muss die Zivilisation zurückbuchstabieren & die dezentrale Besiedelung ist in Frage gestellt. Das Berggebiet verwildert, verarmt & wird wie zu Zeiten vor der touristischen Erschliessung zum Niemandsland. Oder man lässt es bleiben.
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    1. Antwort von Andy Kistler, Walensee
      Ergo, es geht wie immer nur ums Geld.
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  • Kommentar von Mike Brunner, Lachen
    Ach der arme Wolf... und dann Fleisch aus Massentierhaltung konsumieren, Zynismus hoch drei!
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