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Schweiz Wohlen schafft Platz für Flüchtlinge

Die meisten Kantone suchen intensiv nach Plätzen für Flüchtlinge – etwa in Zivilschutzanlagen. Der Gemeinde Wohlen in Bern passt das nicht. Sie will bessere Plätze für die Flüchtlinge und baut eine Containersiedlung.

Legende: Audio Wohlen zeigt Initiative abspielen. Laufzeit 02:46 Minuten.
02:46 min, aus HeuteMorgen vom 10.09.2015.

Gemeindepräsident Bänz Müller steht auf einem Kiesplatz in Wohlen bei Bern, neben einer grossen Lagerhalle. Hier, wo Männer Erde in eine Baumulde schaufeln, sollen die Wohncontainer hinkommen. Das Baugesuch ist eingereicht, die Voraussetzungen sind gut. «Die Dorfstrasse führt hier vorbei. Einen Anschluss hier hinzuziehen ist einfach und kostengünstig zu machen», erklärt Müller. Ohne Einsprachen sollten die Container bis Ende Jahr hier stehen.

Hinterkappelen. Gemeinde Wohlen. Eine Mischung aus Bauerndorf und Hochhaussiedlung am Rande Berns. Hinter der Migros, in der Zivilschutzanlage beim Schulhaus wollte der Kanton 100 Asylsuchende unterbringen.

Gegenvorschlag der Gemeinde: ein Containerplatz für 30 Leute. Selbst finanziert durch eine lokale Stiftung. Die Reaktionen im Dorf sind mehrheitlich positiv: «Die armen Kreaturen müssen irgendwo sein», «ich fühle mich nicht bedroht», so einige Stimmen der Bevölkerung.

Wir sind sehr froh über die Initiative der Gemeinde Wohlen.
Autor: Iris RivasLeiterin Migrationsamt Kanton Bern

Im Büro in Bern steht die Leiterin des kantonalen Migrationsamtes, Iris Rivas, vor einer grossen Landkarte des Kantons. Stecknadeln markieren Asyl-Unterkünfte. «Wir sind sehr froh über diese Initiative der Gemeinde Wohlen und freuen uns auf diese Container, die dann auch ein paar Jahre lang zur Verfügung gestellt werden», sagt Rivas.

Doch eigentlich braucht der Kanton sofort Platz. Etwa in Zivilschutzanlagen. «Auch wenn unterirdische Anlagen überhaupt nicht optimal sind, wären das doch immerhin Betten in einer stabilen Umgebung», preist Rivas den Vorteil von Zivilschutzanlagen an.

Kurz wollte der Kanton gar auf juristischem Weg die Gemeinde Wohlen zur Öffnung der Zivilschutzanlage zwingen. Nun ist er zurückgekrebst. Dass die Zeit drängt, weiss auch Gemeindepräsident Müller: «Ich verstehe das sehr gut, aber der Kanton kann jetzt eine Bewilligung geben, dann kommen die Container morgen.»

Asylsuchende bereits im Jugendtreff untergebracht

Wohlen ist flexibel, so etwa im Sommer, als die Gemeinde 15 minderjährige Asylsuchende im Jugendtreff untergebracht hat. «Wir wurden gefragt, ob wir nicht eine Notlösung hätten. Dann haben wir innerhalb von 24 Stunden unseren Jugendtreff geöffnet, der im Sommer sowieso nicht besetzt war.»

Unterdessen sind die Jugendlichen im Pfadiheim. Die Pfadi trifft sich im Gemeindehaus. Und Wohlen plant bereits einen weiteren Container-Platz für Flüchtlinge.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Maurer (MassderDinge)
    Super, ein tolles Einzelbeispiel! Es geht aber um die Massen, die so immer mehr gelockt werden und die wollen wir hier nicht! Da könnt ihr noch so tolle Fotos machen. Aus 1 werden 100 und daraus 10'000ende.... mit allen unermesslich riesigen Nachteilen für die CH! Deshalb muss die Botschaft sein, auch im Kleinen nichts zu ermöglichen. Leider! Ich würde ein paar wenigen, wirklich unschuldig verfolgten auch lieber helfen! CH auf 8 Mio. brauchbare Einwohner gesund schrumpfen muss unser Ziel sein.
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    1. Antwort von Christoph Heierli (help)
      Sie haben sicher so eine Kristallkugel zum hineinsehen daheim ? Darum wissen sie immer so gut was morgen kommt. Sie haben zuviel Angst ...das ist alles.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Herzliche Gratulation für diesen mutigen und menschlichen Schritt! Sie dürfen von sich sagen, dass sie aus dem Schatten all jener Schwarzmaler & Selbstzufriedenen herausgetreten sind und einen Unterschied machen! Sie repräsentieren vorbildlich unsere humanitäre CH und zeigen gerade polemisierenden Rechtsnationalisten, was lösungsorientiertes Handeln darstellt! Super gemacht und herzlichen Dank für ihre Zivilcourage! An die Rechtspolitiker: WOHLEN ist das wahre CH-VOLK! Hetze ist kein Konzept!
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